https://www.faz.net/-gum-7szct

Zeuge filmte mit dem Handy : Video zeigt tödliche Schüsse in Saint Louis

  • Aktualisiert am

Kurz vor den tödlichen Schüssen: Kajieme Powell steht den Beamten gegenüber - ein Bild aus dem Handyvideo, das ein Zeuge aufnahm. Bild: St. Louis Police

Nur Sekunden nach ihrem Eintreffen am Tatort in St. Louis eröffneten Polizisten das Feuer auf den mutmaßlichen Ladendieb Powell. Ein Zeuge nahm die Szene auf – wir dokumentieren die erschütternden Bilder, die wie im nahen Ferguson das Vorgehen der Beamten fragwürdig erscheinen lassen.

          Zwei Tage nach den tödlichen Schüssen auf den 25 Jahre alten Afro-Amerikaner Kajieme Powell in der Nähe der Kleinstadt Ferguson hat die Polizei von St. Louis ein Video veröffentlicht, das den Vorfall zeigt. Er hatte die Unruhen in Ferguson verstärkt, die vor mehr als einer Woche ausgebrochen waren, als ein weißer Polizist den 18 Jahre alten Michael Brown erschoss.

          Das Video des neuen Vorfalls wurde von einem Augenzeugen mit dem Handy aufgezeichnet. Es zeigt, wie der 25 Jahre alte Powell ziellos auf dem Gehweg hin- und hergeht, bevor die Polizei eintrifft. Auf dem Boden stehen zwei Softdrinks, die der Mann aus einem Laden gestohlen haben soll. Der Inhaber rief die Polizei, weil er fürchtete, Powell könnte bewaffnet sein.

          Kajieme Powell kurz vor seinem Tod. Er geht vor dem Eintreffen der Polizei auf dem Gehweg auf und ab.

          Als die Polizisten eintreffen, weicht Powell zunächst zurück, geht dann in die Richtung der Beamten und ruft mehrfach: „Erschießt mich!“ Die Polizisten fordern den Mann auf, sich auf den Boden zu legen. Powell macht ein paar Schritte zur Seite, klettert über eine kleine Mauer und geht dann über einen Parkplatz wiederum auf die Polizisten zu.

          Als sich Powell den Beamten bis auf wenige Meter genähert hat, schießen die Polizisten – nur wenige Sekunden nach ihrer Ankunft – zwölf Mal auf den Afro-Amerikaner. „Sie haben ihn gerade erschossen“, ist im Hintergrund die Stimme des Mannes zu hören, der das Handyvideo aufnahm. „Sie haben diesen Mann gerade erschossen.“

          Das Video wirft neuerlich die Frage auf, warum die Beamten den Mann nicht mit einer Elektroschockpistole - einem sogenannten Taser - oder Schüssen beispielsweise in den Fuß im Zaum zu halten vermochten. Nach Angaben der Polizei war Powell mit einem Messer bewaffnet, was allerdings auf dem Video nicht zu erkennen ist.

          Der Polizeichef von St. Louis, Sam Dotson, gab an, aufgrund des Pullovers sei es nicht möglich gewesen, Powell mit einem Taser zu treffen. Die Polizei sah sich veranlasst, Film- und Tonmaterial des Vorfalls möglichst rasch zu veröffentlichten, um weitere Ausschreitungen nach dem Tod von Powell zu verhindern.

          Weitere Themen

          Schießerei bei Siegesfeier der Raptors Video-Seite öffnen

          Vier Verletzte : Schießerei bei Siegesfeier der Raptors

          Die Feierlichkeiten für den NBA-Meister Raptors wurden von einem Zwischenfall überschattet: Während Hunderttausende Fans das Basketball-Team feierten, fielen Schüsse am Rande des Geschehens.

          Wenn Orks zu Felde ziehen Video-Seite öffnen

          Tschechien : Wenn Orks zu Felde ziehen

          Im Roman „The Hobbit“ erzählt Autor J.R.R. Tolkien Geschichten von Orks, Zwergen und Elfen. In Tschechien stellen Fans unblutig deren Kämpfe nach.

          Topmeldungen

          Umstritten: An der geplanten Pkw-Maut gibt es viel Kritik.

          EuGH urteilt : Deutsche Pkw-Maut verstößt gegen EU-Recht

          Das Prestigeprojekt der CSU ist gescheitert: Der Europäische Gerichtshof gibt einer Klage von Österreich gegen die Maut in Deutschland statt. Die Richter halten die geplante Abgabe für diskriminierend.
          Matteo Salvini (Dritter von rechts) und Mike Pence (vierter von rechts) beim Gruppenfoto vor dem Weißen Haus am Montag

          Salvini in Washington : Imperiale Achse im Gepäck

          Italiens stellvertretender Ministerpräsident Matteo Salvini preist bei seinem ersten Besuch in Washington Rom als verlässlichsten Partner in Europa an. Und verteilt Seitenhiebe gegen Paris, Berlin und Brüssel.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.