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Zahl der Verkehrstoten steigt : Motorradfahrer bringen sich oft selbst in Gefahr

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Die Zahl der tödlich verunglückten Motorradfahrern stieg in den ersten fünf Monaten 2015 um mehr als 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bild: dpa

Auf Deutschlands Straßen starben im ersten Halbjahr 2015 mehr Menschen als im Vorjahreszeitraum, obwohl die Zahl der Unfälle rückläufig war. Dabei sind die Straßen in manchen Bundesländern deutlich gefährlicher als in anderen.

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          Mehr Tote bei weniger Unfällen: 1.593 Menschen kamen im ersten Halbjahr 2015 bei Verkehrsunfällen auf deutschen Straßen ums Leben. Das war nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) ein leichter Anstieg um 22 Personen oder 1,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig sank die Zahl der Verletzten um fast 5.000 auf etwa 180.900 Menschen. Eine rückläufige Tendenz ist auch bei den Unfallzahlen zu erkennen: 1,16 Millionen Verkehrsunfälle nahm die Polizei zwischen Januar und Juni auf, wie im Vorjahr ein sinkender Wert.

          Der Sprecher des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR), Stefan Rademacher, bewertet die Ergebnisse zweigeteilt. „Der Anstieg bei den Verkehrstoten ist natürlich bedauerlich“, sagte Rademacher im Gespräch mit FAZ.NET, „bei den Unfallzahlen beobachten wir aber seit Jahrzehnten eine gute Entwicklung.“

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          Die steigende Zahl der Verkehrstoten geht vor allem auf den Zuwachs an verunglückten Motorradfahrern zurück. Ein wesentlicher Grund dafür waren die Witterungsbedingungen: Insbesondere die relativ milden Wintermonate und ein sehr warmer, trockener Frühling haben zu mehr fatalen Unfällen geführt. Bei günstiger Witterung wird mehr und häufig schneller gefahren. „In erster Linie sind die Motorradfahrer bei der Frage nach der Sicherheit selbst gefragt“, sagt Stefan Rademacher. „Wir empfehlen regelmäßige Sicherheitstrainings und eine gute Vorbereitung auf die Fahrten.“ Aber auch infrastrukturell könne etwas getan werden: „Schutzplanken mit Unterfahrschutz könnten die Schwere an Verletzungen reduzieren.“

          Sachsen-Anhalt weist die meisten Pro-Kopf-Toten auf

          Auffällig sind die deutlichen Differenzen an Unfalltoten in Bezug auf die Einwohnerzahl in den einzelnen Bundesländern. Während die Werte in den Stadtstaaten Berlin (fünf Tote pro eine Million Einwohner), Hamburg (fünf) und Bremen (acht) am geringsten sind, kommen etwa in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen 33 bzw. 29 Verkehrstote auf eine Million Menschen. Ein besonderes Risiko besteht nach Aussage des DVR auf Landstraßen. Diese seien „schön, aber gefährlich“, sagt Stefan Rademacher.

          Um die Sicherheit auf deutschen Straßen zu erhöhen, empfiehlt der DVR mehr Geschwindigkeitskontrollen. „Eine konsequente Überwachung und Ahndung von Verstößen kann zu einer Anpassung des Fahrverhaltens führen“, sagt Rademacher. „Die größte Wirkung besteht, wenn die Autofahrer bei Kontrollen direkt und unmittelbar mit ihrem Fehlverhalten konfrontiert werden.“ Hierfür reichten vielerorts die Kapazitäten der Polizei nicht aus, räumt der DRV-Sprecher ein.

          Aus dem Bundesverkehrsministerium hieß es auf Anfrage, dass das Thema Verkehrssicherheit von hoher Priorität für die Behörde sei. Dieses Jahr werden demnach 13 Millionen Euro in die Sicherung der Verkehrsteilnehmer investiert, 1,5 Millionen Euro mehr als noch im Vorjahr.

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