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Nach Tsunami : Zahl der Todesopfer in Indonesien steigt auf über 370

  • Aktualisiert am

Eine Überlebende des Tsunamis sitzt auf einem Haufen Schutt. Bild: dpa

1500 Menschen sind bei dem Tsunami in Indonesien verletzt worden, mehr als 370 starben. Wegen anhaltender Eruptionen des Vulkans Anak Krakatau herrscht Angst vor weiteren Flutwellen.

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          Nach dem Tsunami in Indonesien ist die Zahl der Toten auf mindestens 373 gestiegen. 1500 weitere Menschen wurden verletzt, 128 werden noch vermisst, wie der indonesische Katastrophenschutz am Montagabend (Ortszeit) bekanntgab. Die Rettungsmaßnahmen würden vielfach durch blockierte Straßen behindert, so Medienberichte.

          In Indonesien herrscht weiter Angst vor erneuten Flutwellen. Die Behörden forderten die Bevölkerung auf den Inseln Java und Sumatra auf, die unmittelbaren Küstengebiete weiter zu meiden. Wegen anhaltender Eruptionen des Vulkans Anak Krakatau müsse mit einem zweiten Seebeben gerechnet werden, teilte die indonesische Katastrophenschutzbehörde am Montag in Jakarta mit.

          Eine drei Meter hohe Flutwelle hatte die Menschen in den betroffenen Gebieten am Samstagabend ohne Vorwarnung getroffen. Die Experten vermuten, der Ausbruch des in der Sundstraße zwischen Java und Sumatra gelegenen Anak Krakatau könne einen Erdrutsch unter Wasser verursacht und dieser den Tsunami ausgelöst haben.

          Der Sprecher der Behörde, Sutopo Purwo Nugroho, erklärte am Montag, das Frühwarnsystem zeige zwar drohende Erdbeben an, jedoch keine Unterwassererdrutsche und Vulkanausbrüche. Es sei von zentraler Bedeutung, ein solches System für Indonesien zu entwickeln, wo sich 13 Prozent der weltweit aktiven Vulkane befänden.

          Das katholische Hilfswerk Caritas international sowie das evangelische Hilfswerk Diakonie Katastrophenhilfe haben für ihre indonesischen Partnerorganisationen finanzielle Mittel bereitgestellt.

          Die katholische Hilfsorganisation Misereor stellte nach eigenen Angaben 30.000 Euro für Soforthilfe zur Verfügung. Nach dem Erdbeben auf Lombok und dem verheerenden Tsunami vor Sulawesi im Sommer mit Tausenden von Toten sei es bereits die dritte Katastrophe in Indonesien in diesem Jahr, betonte Misereor.

          Nach Ansicht des Vulkanologen Hans-Ulrich Schmincke wäre die Katastrophe jedoch vorhersehbar gewesen. Es sei bekannt, dass Vulkanausbrüche Tsunamis verursachen könnten, sagte der Wissenschaftler im Deutschlandfunk. Zudem sei die unzureichende Besetzung der zuständigen Behörde mit schuld am Verlauf der Katastrophe.

          Der Tsunami erreichte die Inseln Sumatra und Java am Samstagabend. Bilderstrecke

          Erdrutsche, Hochwasser, Wolkenbrüche, Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche gehören zum Alltag der aus rund 17.000 Inseln bestehenden Republik Indonesien. Am zweiten Weihnachtstag 2004 starben durch ein Seebeben im Indischen Ozean mehr als 200.000 Menschen, davon 165.000 im indonesischen Aceh. Indonesien liegt im „Pazifischen Feuerring“ mit als 450 aktiven Vulkanen rund um den Pazifik.

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