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Wolfsburg : Garantiert ohne Motoröl: Currywurst von Volkswagen

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Zerkleinertes Fleisch, Speck und Gewürze: 1.500 Würste werden aus diesem Brei gefertigt Bild: dpa

Volkswagen hat noch mehr zu bieten als populäre Fahrzeuge. In der werkseigenen Fleischerei werden jährlich zwei Millionen Currywürste hergestellt, die ein Verkaufsschlager in der Region Wolfsburg/Braunschweig sind.

          Bekannt ist Volkswagen vor allem durch seine zahlreichen, erfolgreichen Kraftfahrzeugmodelle. Eines davon ist der Kleinwagen Polo, der 1974 auf den Markt kam. Im gleichen Jahr hatten die VW-Mitarbeiter erstmals die werkseigene Currywurst auf dem Teller. Am hintersten Ende des 6,5 Quadratkilometer großen Werksgeländes in Wolfsburg stellen die zwölf Mitarbeiter der VW-Fleischerei mittlerweile jährlich mehr als zwei Millionen der heiß geliebten Würste her. Bei den 43 500 Beschäftigten des Wolfsburger Stammwerks hat sich die Spezialität zum Verkaufsschlager entwickelt. Viele Kollegen gäben sogar zum Geburtstag eine Currywurst aus. Auch in den anderen deutschen VW-Werken steht sie regelmäßig auf dem Speiseplan. „Etwa 80 Prozent der Würste werden bei VW gegessen“, berichtet Fleischerei-Chef Klaus Labersweiler. Selbst Kollegen aus ausländischen VW-Werken hätten nach einem Besuch oftmals Currywürste im Gepäck, erzählt er.

          VW-Wurst ist nicht nur bei Mitarbeitern beliebt

          Die übrigen 20 Prozent der Produktion werden vor allem von der Handelskette Edeka vertrieben. Ein Wolfsburger Händler hatte das Produkt als erster in sein Sortiment aufgenommen. Bei rund 60 000 VW-Rentnern in der Umgebung versprach er sich gute Absätze. Seit März 2007 vertreiben nun etliche der 1600 Edeka-Märkte zwischen der holländischen und der polnischen Grenze die VW-Currywurst. „Wir verkaufen 14 000 pro Woche“, sagt Edeka-Sprecher Andreas Laubig. Noch gingen die meisten der Würste in der Region Wolfsburg/Braunschweig über die Theke, doch Laubig ist sich sicher, dass das Produkt weiteres Potential hat. In China hat Labersweiler jüngst einem deutschen Fleischer beigebracht, wie man die Wurst herstellt. Ob sich daraus ein Partnergeschäft mit den VW-Kantinen in China entwickelt, ist allerdings noch offen.

          Currywürste aus der werkseigenen Volkswagen-Fleischerei.

          Erfolgsgeheimnis ist das besondere Rezept

          „Das Fleisch kaufen wir ausschließlich bei norddeutschen Bauern“, sagt Labersweiler. Früher wurde auch Rindfleisch verwurstet, seit dem Fleischskandal um die Rinderseuche BSE jedoch nur noch Schweinefleisch und -speck. Das genaue Rezept verrät der Fleischermeister nicht, erläutert aber einen Unterschied zu vielen anderen Würsten: „Wir geben weder Phosphat noch Milcheiweiß dazu.“ Beide Zutaten binden nach seinen Angaben Fett und Wasser und machen die Würste preisgünstiger, aber auch schwammiger. „Sie haben dann keinen Biss mehr“, erläutert Labersweiler. Die zerkleinerten Zutaten werden mit einer im bayrischen Kulmbach hergestellten Würzmischung zu einem Brei vermischt, der an hellen Kuchenteig erinnert. In Därme gestopft, kommen die Würste dann für zwei Stunden in eine Räucherkammer. Anschließend werden sie 45 Minuten im Wasserdampf gar gebrüht. Passend zu der Currywurst gibt es den „VW-Gewürz-Ketchup“, eine Sonderabfüllung eigens für Volkswagen. „Der beste Ketchup Deutschlands“, beteuern viele VW-Mitarbeiter.

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