https://www.faz.net/-gum-t1ps

Wissenschaft : Mona Lisa war schwanger

  • Aktualisiert am

Vermessen und noch immer rätselhaft: Mona Lisa Bild: AFP

Mit Infrarot-Kameras haben Wissenschaftler versucht, die Rätsel der Mona Lisa zu lüften. Sie wissen nun mehr über das Modell, aber nichts darüber, wie Da Vinci die Farben auftrug. Pinselstriche sind auch mit modernsten Geräten nicht erkennbar.

          Das geheimnisvolle Lächeln der Mona Lisa ist möglicherweise enträtselt: Das Modell für das weltberühmte Gemälde von Leonardo da Vinci war nach Erkenntnissen eines französisch-kanadischen Forscherteams schwanger oder hatte gerade ein Kind zur Welt gebracht. „Mit einer neuen Lasertechnik haben wir einen hauchdünnen Schleier entdeckt, den Mona Lisa über ihrem Kleid trug“, sagte Michel Menu vom Institut für Forschung und Restauration am Mittwoch dem Fernsehsender LCI. „Das war damals ein typisches Kleidungsstück für Frauen vor oder kurz nach einer Geburt.“

          Die jetzt durch modernste Technik erkennbare Robe würde die These stützen, daß Da Vincis berühmtes Meisterwerk Lisa Gherardini zeigt, die Frau eines florentinischen Seidenhändlers. Ihr Mann soll Da Vinci damit beauftragt haben, sie zur Geburt ihres dritten Kindes zu malen. Die Robe ist teilweise auch mit dem bloßen Augen zu erkennen, erschien jedoch bisher als Teil des Hintergrunds.

          Keine Pinselstriche erkennbar

          Leonardo da Vinci hat während der Arbeit an der „Mona Lisa“ das Bild mehrfach übermalt und verändert. Der bislang gründlichste 3D-Scan des Bildes erlaubte es den Wissenschaftlern, die Farbschichten exakt zu analysieren. Man habe keinerlei Spuren von Pinselstrichen entdeckt, sagte John Taylor vom kanadischen Forschungsrat. Weder in den feinen Stickereien auf dem Kleid, noch in den Haaren. „Darin zeigt sich das Genie: Wir wissen nicht, wie Leonardo die Farben aufgetragen hat.“

          Mit einem Laserscanner wird das Bild vermessen

          Infrarot-Aufnahmen lassen außerdem erkennen, daß Mona Lisa in der ersten Version ihre dunklen Haare hoch gerollt und teilweise unter einem Häubchen mit Schleier versteckt hatte. Eine der Hände war ursprünglich leicht verkrampft gemalt, so als ob sie sich an einer Stuhllehne festhalte. Auf dem berühmten Gemälde legt Mona Lisa ihre Hände jedoch ganz entspannt übereinander.

          Die Wissenschaftler mußten jeweils nachts im Keller des Pariser Louvre arbeiten, wo das weltberühmte Gemälde hängt, hieß es. Es ist die erste wissenschaftliche Untersuchung an der Mona Lisa seit 50 Jahren. Ein Jahr lang wurden die Daten der Untersuchung ausgewertet. Das 500 Jahre alte Gemälde ist in gutem Zustand, wie die Untersuchungen ergaben. „Das Lächeln der Mona Lisa ist nicht in Gefahr.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Münchner Sicherheitskonferenz : Beten könnt ihr später

          Bei der Münchner Sicherheitskonferenz wird deutlich, wie schlecht es um die internationale Zusammenarbeit steht: Dieses Mal werden nicht alte Freundschaften aufgewärmt, sondern Vereisungen sichtbar.

          Nationaler Notstand : Donald Trump geht aufs Ganze

          Der amerikanische Präsident umgeht mit der Erklärung des nationalen Notstandes das Haushaltsrecht des Kongresses. Nicht nur die Demokraten sehen die Verfassung in Gefahr.
          Wie im Film: Anthony Modeste gibt sein Comeback beim 1. FC Köln und ist prompt vor dem Tor erfolgreich.

          Zweite Liga : Das fast märchenhafte Comeback des Anthony Modeste

          Titelkampf, Tränen, Traumtore: Das Duell zwischen Köln und Paderborn beinhaltet alles, was der Fußball zu bieten hat. Dabei kommt es zu einer ganz besonderen Szene. Und das Ergebnis stellt alles auf den Kopf.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.