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Winterwetter : Tausende Unfälle auf glatten Straßen

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Auf der A4 bei Dresden rutschte dieser Sattelzug in die Leitplanke und verlor seine Ladung: Paletten mit Druckerpapier. Bild: dapd

Nach einem eisigen Wochenende legt das Winterwetter auch am Montag Teile Deutschlands lahm. An den Flughäfen in Frankfurt und München wurden Hunderte Flüge gestrichen. Allein in Baden-Württemberg zählte die Polizei bislang 1073 Verkehrsunfälle.

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          Neuschnee und Glätte haben in Deutschland und Teilen Europas auch zum Wochenbeginn zu erheblichen Behinderungen auf Straßen und Flughäfen gesorgt. An Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main wurden am Montag mindestens 500 Starts und Landungen gestrichen, auch am Münchner Flughafen fielen rund 180 Flüge aus.

          Ein Teil der Streichungen in Frankfurt waren noch Auswirkungen des gefrierenden Regens vom Sonntag, der den Flugbetrieb für mehrere Stunden lahmgelegt hatte, wie eine Fraport-Sprecherin sagte. In München hatte die Lufthansa einem Flughafensprecher zufolge bereits am Sonntag wegen des zu erwartenden Schnees zahlreiche Flüge vorsorglich abgesagt. Auch am Flughafen Berlin-Tegel fielen etliche Flüge von und nach Frankfurt und München aus.

          Das Winterwetter sorgte zum Wochenstart auch auf den Straßen für Unfälle und Staus. An der Landesgrenze zwischen Thüringen und Hessen hingen in der Nacht zum Montag auf der Autobahn A 4 mehrere Lkw auf winterglatter Fahrbahn an Steigungen fest. Das Technische Hilfswerk (THW) war seit 3 Uhr nachts im Einsatz, um die Lastwagen wieder anzuschleppen. Es bildeten sich bis zu 50 Kilometer lange Staus. Am Morgen musste die A 4 bei Stadtroda in Thüringen in Richtung Frankfurt am Main nach einem Lkw-Unfall zeitweise voll gesperrt werden.

          Nicht nur viele Straßen waren auch am Montag noch mit Eis überzogen. Bilderstrecke
          Nicht nur viele Straßen waren auch am Montag noch mit Eis überzogen. :

          Die Berliner Stadtautobahn A111 war Montagfrüh aufgrund von Glatteis in Richtung Norden zeitweise dicht. Nach Angaben der Verkehrsinformationszentrale war der Abschnitt am Tunnel Flughafen Tegel betroffen, es kam zu erheblichen Behinderungen.

          Im nördlichen Bayern kam es ebenfalls zu zahlreichen Unfällen - allein in Unterfranken zählte die Polizei 100 Verkehrsunfälle mit mehreren Verletzten. In der Röhn blieben Lkw wegen des Schnees an Steigungen liegen, auch in Ostsachsen hingen ein Schwerlasttransporter und ein Sattelzug auf der A 4 an einer Anhöhe fest. In Baden-Württemberg kam am Montagmorgen im Landkreis Konstanz ein Schulbus auf schneeglatter Fahrbahn ins Rutschen und kippte um. Einer der zehn mitfahrenden Schüler erlitt leichte Verletzungen.

          Unterdessen zog die Polizei in Baden-Württemberg eine Bilanz des Eisregens vom Wochenende. Laut Innenministerium gab es zwischen Samstagabend und Sonntagabend insgesamt 1073 Unfälle mit 44 Verletzten. Ein Mensch starb an schweren Kopfverletzungen, die er sich beim Sturz auf eisglatter Straße zugezogen hatte.

          Auch Moskau versank in weißer Pracht. Innerhalb von vier Tagen seien etwa 50 Zentimeter Schnee gefallen - mehr als sonst durchschnittlich im ganzen Januar, sagte am Montag Vize-Bürgermeister Pjotr Birjukow. Für Moskau sagt das Wetteramt Temperaturen von minus 20 Grad voraus. Dies könnte auch das Verkehrschaos vergrößern. Auf den Autobahnen der russischen Hauptstadt war am Montag teilweise nur noch Schritttempo möglich.

          Auch Großbritannien hatte der Schnee fest im Griff. Am Flughafen London Heathrow, einem der verkehrsreichsten Flughäfen der Welt, wurden am Montag mehr als 175 Flüge gestrichen. Bereits am Wochenende waren dort hunderte Flüge annulliert worden. Mehrere Eurostar-Züge zwischen London und Brüssel fielen aus. Den Schülern von rund 3000 Schulen in Großbritannien bescherten Eis und Schnee indes ein verlängertes Wochenende, für sie fiel der Unterricht am Montag aus.

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