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Winterwetter : Eis und Schnee sorgen weiter für Verkehrschaos

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Rutschpartie: Am Potsdamer Platz in Berlin befreit ein Arbeiter den U-Bahn-Eingang von Schnee und Eis Bild: dpa

Nach Blitzeis und Schnee am Sonntag legt der Winter auch am Montag weite Teile Deutschlands lahm. In Hessen haben viele Schulen geschlossen, am Frankfurter Flughafen wurden zahlreiche Flüge gestrichen.

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          Der Winter ist mit Macht zurückgekehrt: Nach den teils chaotischen Verkehrsverhältnissen durch Schnee- und Eisglätte am Sonntag ist nach neuen Schneefällen in weiten Teilen Deutschlands auch am Montag noch mit zahlreichen Behinderungen zu rechnen. In Hessen herrschten am frühen Montagmorgen teils chaotische Verkehrsverhältnisse; zahlreiche Schulen im Land wurden für Montag vorsorglich geschlossen. In Frankfurt stellte die Straßenbahn wegen zugefrorener Oberleitungen zeitweilig den Betrieb ein.

          Am Frankfurter Flughafen wurden 187 innerdeutsche und europäische Flüge gestrichen, bei etlichen weiteren sei mit Verzögerungen zu rechnen, sagte ein Flughafensprecher am Montag. Langstreckenverbindungen seien davon nicht betroffen. Am frühen Montagmorgen behinderte noch leichter Schneefall den Flugbetrieb, der aber gegen 8 Uhr aufhören dürfte, sagte der Sprecher. Deutschlands größte Fluglinie, die Deutsche Lufthansa, machte bislang keine genauen Angaben über die Zahl der ausgefallenen Flüge.

          „So viel Eis haben wir noch nicht gesehen“

          Am Vortag hatte Eisregen den Betrieb an Europas größtem Drehkreuz zum Erliegen gebracht, ein Enteisen der Maschinen war wegen des gefrierenden Regens nicht möglich. Über 440 Flüge
          mussten annulliert werden. Der Frankfurter Flughafen musste von 16.30 Uhr an für mehrere Stunden geschlossen werden. Am Abend gab es dann wieder vereinzelte Flüge. „Landungen sind nur maximal zehn pro Stunde möglich“, sagte ein Sprecher. Um 23.00 Uhr sollte allerdings das reguläre Nachtflugverbot beginnen. Selbst im Falle genehmigter Ausnahmen bis Mitternacht könnten bei weitem nicht alle gestoppten Maschinen starten und landen. „So viel Eis haben wir noch nicht auf den Flugzeugen gesehen. Das war extrem“, sagte ein Sprecher.

          Auch in vielen anderen Teilen Deutschlands kam es am Sonntag zu teils erheblichen Behinderungen. In Baden-Württemberg wurden bei 800 Unfällen 30 Menschen verletzt. Fußgänger holten sich Knochenbrüche. In Baden-Württemberg wurden am Sonntag Autobahnabschnitte zwischen den Anschlussstellen Baden-Baden und Rastatt-Nord sowie zwischen dem Dreieck Karlsruhe und der Anschlussstelle Karlsbad gesperrt, damit die Streufahrzeuge durchkamen. Bei den 800 Unfällen dürfte es nicht bleiben: „Da kann noch einiges dazukommen“, sagte ein Sprecher des Lagezentrums im Innenministerium.

          Viele Menschen blieben im Südwesten zu Hause, da auch die Gehwege nach gefrierendem Regen dick mit einer Eisschicht überzogen waren. Wer trotzdem unterwegs war, kämpfte mit Glatteis. Fußgänger rutschen aus und landeten in den langen Schlangen von Verletzten, die sich in Kliniken bildeten. Spaß hatten dagegen die Jüngsten. In Karlsruhe liefen Kinder auf vereisten Straßen Schlittschuh.

          Der Frost bleibt

          Die Pariser Flughäfen Charles-de-Gaulle und Orly strichen am Sonntag 40 Prozent ihrer Flüge. Auf Europas größtem Flughafen London Heathrow brachten Schneefälle über das Wochenende den Flugplan ebenfalls durcheinander.

          Sonnenhungrige müssen sich weiter gedulden. In der kommenden Woche gibt es zwar weniger Schnee, der Frost aber bleibt. Nur entlang des Rheins und in einigen Flusstälern gebe es keinen Dauerfrost, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Sonntag mit. Wo der Himmel klar bleibe, könnten die Temperaturen nachts unter minus 15 Grad fallen. Es werde trüb - sonnige Winterspaziergänge seien eher selten möglich. Die Meteorologen warnten weiter vor glatten Straßen.

          Vereist: Nicht nur in Frankfurt sorgte der Eisregen am Sonntag für zahlreiche Behinderungen - und bizarre Eisformationen Bilderstrecke
          Vereist: Nicht nur in Frankfurt sorgte der Eisregen am Sonntag für zahlreiche Behinderungen - und bizarre Eisformationen :

          Bei einer Eisrettungsübung im Freibad von Geraberg (Thüringen) starb am Wochenende ein 24-jähriger Rettungsschwimmer. Obwohl er am Samstag nur wenige Minuten unter der Eisdecke im Wasser war, bevor er geborgen wurde, kam für ihn jede Hilfe zu spät. Acht Mitglieder des DRK-Kreisverbandes Arnstadt wollten trainieren, ins Eis eingebrochene Menschen aus dem Wasser zu holen. Dafür hatten sie Löcher in die Eisdecke des Schwimmbades gesägt.

          Hervorragende Bedingungen auf Skipisten

          In Bayerns Skigebieten herrschten nach dem Neuschnee der vergangenen Tage hervorragende Bedingungen auf Skipisten und Loipen. Am Wochenende tummelten sich deshalb Tausende auf den präparierten Hängen im Alpenraum. Abseits davon mussten Freerider und Tourengeher jedoch wegen des Föns auf Lawinen aufpassen. Auch der Harz war bei klirrender Kälte beliebtes Ziel für Wintersportler. Einige Pisten mussten dort aber mit Kunstschnee beschneit werden.

          Das Winterwetter heizte in den Niederlanden, wo Schlittschuhlaufen Volkssport ist, das Eislauffieber an. Trotz Warnungen der Polizei brachen viele Menschen auf noch nicht tragfähigem Eis ein. In der Provinz Friesland musste eine Frau mit einem Rettungshubschrauber aus dem eiskalten Wasser eines Sees geborgen werden.

          In Russland sprangen am Samstag mehrere Hunderttausend russisch-orthodoxe Gläubige bei klirrender Kälte ins Wasser, um sich mit Eisbädern symbolisch von ihren Sünden reinzuwaschen. Bei Temperaturen um minus 23 Grad Celsius beteiligten sich am Samstag allein in Moskau dem Innenministerium zufolge mehr als 165 000 Menschen an der Zeremonie.

          In Nordirland waren einige Haushalte vorübergehend ohne Strom. Neuschnee und Frost führten auch in Polen, Tschechien und der Slowakei zu glatten Fahrbahnen.

          Im schottischen Hochland wurden am Sonntag vier Bergsteiger von einer Lawine getötet. Eine Frau wurde bei dem Unglück schwer am Kopf verletzt, ein Mann erlitt leichte Verletzungen, wie die Polizei mitteilte.

          Bei heftigen Stürmen kamen in Spanien und Portugal vier Menschen ums Leben. Allein zwei von ihnen wurden im Südosten Spaniens bei Cartagena von einer Gartenmauer erschlagen, die eine Sturmböe umgestürzt hatte. Die Stürme mit Böen von bis zu 100 Stundenkilometern richteten auf der Iberischen Halbinsel beträchtliche Schäden an. In der Gegend von Ourense im Nordwesten Spaniens entgleiste in der Nacht zum Sonntag ein Fernzug aus Madrid. Die 57 Fahrgäste kamen mit dem Schrecken davon.

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