https://www.faz.net/-gum-77382

Winterbergsteigen : Polen wollen in die Geschichtsbücher

  • -Aktualisiert am

Einer der 14 Höchsten: Der K2 gilt als der schwierigste Achttausender Bild: picture alliance / dpa

Wer im Winter einen Achttausender bezwingt, hat einen Platz in den Geschichtsbüchern des Höhenbergsteigens sicher. Für die Polen ist das Winterbergsteigen außerdem von nationaler Bedeutung.

          1 Min.

          Temperaturen von mehr als minus 40 Grad und ein kräftiger bis orkanartiger Wind: Nur wenige Menschen wollen unter diesen Bedingungen einen Achttausender besteigen. Doch in jedem Winter finden sich Männer und ganz selten auch Frauen, die genau diese Herausforderung suchen. Noch immer gibt es nämlich unter den 14 höchsten Bergen der Welt drei, die im Winter nicht bestiegen wurden: K2 (8611 Meter), Nanga Parbat (8125 Meter) und Broad Peak (8051 Meter).

          Mit einer Winter-Besteigung würde man auch in die Geschichtsbücher des Höhenbergsteigens klettern. Doch die hohen Berge sind kein Spielplatz, an denen sich jeder nach Herzenslust austoben kann. Am Nanga Parbat gibt es seit 6. Februar von dem französischen Bergsteiger und Snowboarder Joel Wischnewski kein Lebenszeichen mehr.

          Seinen Versuch, alleine über den zentralen Pfeiler der Rupalwand zu klettern, hatte er abgebrochen. Stattdessen verlegte er sich auf den Südostpfeiler. Dort verliert sich seine Spur, die Suche blieb bisher erfolglos.

          Expedition am Broad Peak harrt noch aus

          Die weiteren drei Expeditionen am Nanga Parbat - eine polnische, eine italienisch-französische und eine ungarisch-amerikanische -, die Anfang Januar an den Fuß des Berges gekommen waren, haben ihre Zelte abgebrochen. Nur die polnische Expedition am Broad Peak, die am meisten Erfolg verspricht, harrt noch aus. Für die Polen hat das Winterbergsteigen nationale Bedeutung - die Schirmherrschaft hat der polnische Präsident Komorowski übernommen.

          Mit Krzystof Wielicki haben die Polen einen erfahrenen Höhenbergsteiger als Expeditionsleiter. Er stand 1980 als erster Mensch im Winter überhaupt auf dem Gipfel eines Achttausender, noch dazu auf dem Mount Evererst (8.848 Meter). Auch Lhotse (8.516 Meter) und Kangchendzönga (8586 Meter) hat der Dreiundsechzigjährige im Winter bestiegen.

          Mit dabei sind zudem Maciej Berbeka und Adam Bielecki. Der 59 Jahre alte Berbeka hat mit dem Broad Peak noch eine Rechnung offen: 1988 hatte er es im Winter auf den Vorgipfel (8028 Meter) geschafft. Bielecki wiederum, 29 Jahre alt, erreichte am 9. März 2012 den Gipfel des Gasherbrum I (8.080 Meter).

          Doch trotz ihrer Erfahrung scheiterten die zwei polnischen Seilschaften Anfang der Woche an einer Spalte in etwa 7.820 Metern Höhe und am auffrischenden Wind. So schnell wollen die Polen aber nicht aufgeben. Sie sind ins Basislager zurückgekehrt und warten nun auf das nächste Schönwetterfenster. Ihrem Ruf als erfolgreichste Nation bei Wintererstbesteigungen an Achttausendern könnten die Polen also noch gerecht werden.

          Weitere Themen

          Sudan erlebt Jahrhundertflut

          Tödliche Wassermassen : Sudan erlebt Jahrhundertflut

          Der Nil steht bei 17,5 Metern: Sudan kämpft gegen die schlimmsten Überschwemmungen seit drei Jahrzehnten. Mittlerweile hat die Regierung den Notstand ausgerufen. Doch die Flut ist nur eines von vielen Problemen.

          Topmeldungen

          Ruth Bader Ginsburg

          Amerikas Supreme Court : Ikone liberaler Rechtsprechung gestorben

          Sie war wohl die bekannteste Richterin der Vereinigten Staaten. Nun ist Ruth Bader Ginsburg gestorben. Präsident Trump bekommt damit die Chance, zum dritten Mal einen Richter für den Supreme Court zu nominieren.
          Volker Wissing, der designierte FDP-Generalsekretär

          Volker Wissing im Interview : „Für die FDP ist es fast immer besser zu regieren“

          Auf dem Bundesparteitag der FDP soll Volker Wissing an diesem Samstag als Generalsekretär wiedergewählt werden. Im Interview attackiert er den Wirtschaftsminister, fordert das Ende der Rettungspolitik und erklärt, warum es richtig sein kann, unter Habeck zu arbeiten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.