https://www.faz.net/-gum-qec2

Wikipedia : Jeder ist seines Lexikons Schmied

  • Aktualisiert am

Eine mehrsprachige freie Online-Enzyklopädie, das ist Wikipedia laut dem Eintrag in Wikipedia. Mitarbeiter und Fans des Internet-Lexikons glauben, daß Wikipedia bald zum Standard wird.

          Wer wissen möchte, was sich hinter dem Namen Wikipedia verbirgt, gibt das Wort am besten unter www.wikipedia.de in die Suchmaske ein. Dort erfährt man, daß Wikipedia „eine von ehrenamtlichen Autoren verfaßte, mehrsprachige freie Online-Enzyklopädie“ ist. Dabei ist das Stichwort „frei“ besonders wichtig. Im Gegensatz zu herkömmlichen Enzyklopädien wie Brockhaus oder Encyclopaedia Britannica wird Wikipedia nicht von einem festen Autorenstamm hergestellt, sondern jeder hat das Recht, neue Artikel zu verfassen oder schon bestehende zu verändern. Außerdem ist die Nutzung von Wikipedia unentgeltlich, die Inhalte dürfen von jedem genutzt werden, auch kommerziell.

          Das Projekt, das 2001 von dem Amerikaner Jimmy Wales gegründet wurde und sich vor allem durch Spenden finanziert, steht mittlerweile in mehr als 100 Sprachen im Internet, unter anderem Baskisch, Plattdeutsch und Esperanto. Mit mehr als 576.000 Artikeln - das sind mehr als die Encyclopaedia Britannica und Microsoft Encarta zusammen - ist die englische Version von Wikipedia die umfangreichste. Mit knapp 240.000 Artikeln ist die deutsche Version von Wikipedia die zweitstärkste, vor Japanisch und Französisch mit 119.000 und 111.000 Artikeln. Die Artikelsammlung von Wikipedia wächst exponentiell: Alle 16 Wochen verdoppelt sich die Größe der Datenbank.

          Informationen nicht immer verläßlich

          Für die freie Enzyklopädie wird eine besondere Software, ein Wiki, benutzt, so daß Inhalte von den Benutzern nicht nur gelesen, sondern auch online geändert werden können. Der Name stammt von "wikiwiki", dem hawaiianischen Wort für schnell. Die einzelnen Seiten und Artikel sind bei Wikipedia, so wie bei Wikis üblich, durch Querverweise miteinander verbunden.

          Trotz 120.000 Besuchern, die allein die deutsche Wikipedia-Version auf der Suche nach Informationen täglich im Internet ansteuern, findet das Projekt nicht nur Zuspruch. Während die Wikipedianer, wie sich die freiwilligen Mitarbeiter der Internet-Enzyklopädie nennen, annehmen, daß Wikipedia schon bald die traditionellen Lexika als Multiplikatoren von Wissen abgehängt haben wird, kritisieren Buchverlage die mangelnde Qualitätssicherung bei Wikipedia: „Wer sich auf Informationen verlassen muß, schlägt besser im Brockhaus nach“, sagt zum Beispiel Bernd Kreißig, Geschäftsführer bei Brockhaus Duden Neue Medien. Da jeder Zugang zu Wikipedia-Artikeln hat, ist die freie Enzyklopädie auch immer wieder Opfer von Vandalismus und Ideologisierung und wird zur Verbreitung politischer Propaganda benutzt. „Vandalismus ist weit seltener, als Sie vielleicht annehmen würden“, sagt Jimmy Wales. Seine Einstellung wird von einer IBM-Studie gestützt, die besagt, daß Falschinformationen im Durchschnitt innerhalb von fünf Minuten wieder verschwinden. Der Kritik zum Trotz ist Wikipedia mittlerweile eine der hundert am meisten besuchten Seiten im Internet.

          Weitere Themen

          Leichen als Kompost Video-Seite öffnen

          Öko-Bestattung : Leichen als Kompost

          Im amerikanischen Bundesstaat Washington gibt es bald eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Bestattungen: das Kompostieren.

          Topmeldungen

          Bayern-Sieg im DFB-Pokal : Geballte Münchner Klasse

          Nach dem Meistertitel in der Fußball-Bundesliga sichert sich der FC Bayern nun das Double. Die Münchner setzen sich im Pokalfinale gegen RB Leipzig durch. Vorstandschef Rummenigge bestätigt anschließend: Trainer Kovac bleibt.
          Coworking in Berlin

          Arbeitsumfeld : Frauen sind in wärmeren Räumen produktiver

          In Büros sollten höhere Temperaturen eingestellt werden, empfehlen Forscher aus Berlin und den Vereinigten Staaten. Sie haben ein Experiment gemacht, demzufolge Frauen mit zunehmender Wärme leistungsfähiger werden. Aber was ist mit den Männern?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.