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Bedingt schiffbar : Wie sich die Hochwasserlage in Deutschland entwickelt

Zu viel Wasser: Die Rheinfähre musste ihren Betrieb einstellen. Bild: dpa

Die Lage bleibt angespannt: Der Deutsche Wetterdienst in Offenbach sagt weiteren Regen im Laufe der Woche voraus. Und auch manche Pegel steigen noch.

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          Die Hochwasserlage am Rhein bleibt aufgrund des Tauwetters und der anhaltenden Regenfälle angespannt. Am Dienstag stiegen die Pegel weiter, wenn auch nur geringfügig. Teile des Ober- sowie des Mittelrheins sind für die Schifffahrt gesperrt, etwa bei Worms und Speyer, aber auch weiter flussabwärts auf dem Mittelrhein bei Bingen und Koblenz. Laut rheinland-pfälzischer Wasserschutzpolizei dürften die Pegel kurzfristig fallen, ehe sie dann am Donnerstag aufgrund weiteren Niederschlags wieder leicht steigen. Die Lage sei relativ konstant und unter Kontrolle, sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei der F.A.Z. Es sei „noch viel Luft nach oben“. Der Deutsche Wetterdienst in Offenbach sagte weiteren Regen im Laufe der Woche voraus.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Timo Frasch

          Politischer Korrespondent in München.

          Julian Staib

          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

          Zwischen Mannheim und Mainz war weiterhin Schifffahrt möglich, in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt waren nur tiefer gelegene Flächen am Fluss überflutet. Der Fluss „kratzte“ in Mainz an der Hochwassermarke 2, die hier bei 6,30 Metern liegt und eine Sperre der Wasserwege nach sich zieht. Die Marke1 (in Mainz liegt sie bei 4,75 Metern) war am Wochenende überschritten worden, seitdem dürfen Schiffe nur mit verringerter Geschwindigkeit und in der Flussmitte fahren. Andernorts, etwa bei Ludwigshafen, aber auch an der Mosel bei Trier, sind die Leinpfade (Uferwege) überflutet. Der Pegelstand in Trier dürfte sich laut der Hochwasservorhersagezentrale Rheinland-Pfalz bis Donnerstag noch weiter erhöhen.

          Steigende Pegel am Main

          Die Situation in den hessischen Hochwassergebieten entspannte sich derweil vorerst weiter. Wie das Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie in Wiesbaden mitteilte, gingen die Pegelstände sämtlicher Flüsse am Dienstag zurück. Nur noch an der Kinzig wurden die Hochwassermeldestufen überschritten. Zuvor war es etwa im Kreis Wetterau in Büdingen zu Überschwemmungen gekommen. Dort war am Freitag die Altstadt überschwemmt worden. Wegen der anhaltenden Regenfälle sei von diesem Mittwochabend an örtlich jedoch wieder mit einer abermaligen Überschreitung der Hochwassermeldestufen zu rechnen, sagte eine Sprecherin des Landesamts. Für den Main wurden für Freitag wieder steigende Pegelstände vorhergesagt.

          Auch am Niederrhein stiegen die Wasserstände weiter. Am Pegel Köln waren am Morgen 8,14 Meter und damit 40 Zentimeter mehr erreicht als am Vortag. Nach aktuellen Berechnungen des nordrhein-westfälischen Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz werden die Höchststände dort am Freitag zwischen 8,40 und 8,70 Meter und am Pegel Duisburg am Samstag zwischen 9,60 und 9,90 Meter liegen. Bei Hochwassermarke 2 wird die Schifffahrt komplett eingestellt. Sie liegt in Köln bei 8,30 und in Duisburg bei 11,30 Meter. Auch an der Weser in Ostwestfalen stiegen die Pegel weiter. In Petershagen wurden fünf Meter gemessen, in Porta Westfalica und Höxter 3,50 Meter, jedoch wurde an keinem Pegel eine Meldegrenze überschritten. Nach offiziellen Angaben hat sich die Hochwasserlage in Nordrhein-Westfalen „weitestgehend entspannt“.

          Die Pegel sinken mancherorts geringfügig

          Auch in Bayern hat sich die Hochwasserlage zunächst leicht verbessert. An den Mainzuflüssen sind die Wasserstände gefallen. Im Unterlauf der Aisch, der Rauhen Ebrach und des Oberen Mains sind nur noch einzelne Pegel im Bereich der Meldestufe 1, bei der das Wasser stellenweise und in kleineren Mengen über die Ufer tritt. Auch am schiffbaren Main sinken die Wasserstände. Lediglich am Pegel Würzburg wurde noch die Meldestufe 1 überschritten, bei fallendem Wasserstand. Auch die Wasserstände an den nördlichen Donauzuflüssen sind gefallen. An der Schwarzach und an der Schwarzen Laber befinden sich einzelne Pegel oberhalb der Meldestufe 1.

          An der Donau fallen die Wasserstände, wobei einige Pegel zwischen Regensburg und Passau noch oberhalb der Meldestufen 1 oder 2 liegen. Stufe 2 bedeutet, dass land- und forstwirtschaftliche Flächen überflutet sind oder leichte Verkehrsbehinderungen auf Hauptverkehrs- und Gemeindestraßen entstanden.

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