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Konfrontation : Wie man die Angst vor dem Tod überwindet

  • -Aktualisiert am

Die heutige Generation wird so wenig wie noch nie mit dem Tod konfrontiert. (Symbolbild) Bild: ZB

Die Angst vor dem Tod kann grauenhaft sein, übermächtig und quälend – und sie kontrolliert uns manchmal ganz unbewusst. Aber es ist möglich, sie zu überwinden. Wer das schafft, kann sein Leben mehr genießen.

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          Was unterscheidet die Menschen von heute von früheren Generationen? Sicher, die Liste ist lang. Mit einigem Recht könnte man erst einmal auf das Internet verweisen, das das Leben so tiefgreifend verändert hat. Überhaupt: Technologie, Kommunikation, Verkehr, Medizin – all das hat es ja so nie gegeben. Es gab auch, jedenfalls mit Blick auf die westlichen Industrienationen, noch nie so viel Wohlstand oder eine vergleichbar hohe Lebenserwartung, noch nie so viel Freizeit und Unterhaltung, so viel Freiheit und Individualismus.

          Das alles ist gewiss richtig. Doch unterscheiden sich die heute lebenden Deutschen noch in einem anderen, weniger offensichtlichen Punkt von all ihren Vorfahren: Noch nie hat es eine Generation gegeben, die den Tod so wenig kannte. Krieg und Kindersterblichkeit, der Tod der Alten zu Hause, die Aufbahrung der Toten in der Familie und in der Kirche – all das ist fast vollständig aus unserem Alltag verschwunden. Es gibt heute, was es seit Anbeginn der Welt noch nie gab: Millionen erwachsener Männer und Frauen, die noch nie einen Toten gesehen haben, die noch nie dabei waren, wenn ein Mensch stirbt. Manche packt heute schon das Grauen, wenn sie zu einer Beerdigung gehen müssen oder am offenen Grab einer weinenden Witwe kondolieren; selbst der Anblick eines geschlossenen Sarges erschüttert manche bis ins Mark und führt zu hysterischen Reaktionen. Gestorben wird im Krankenhaus oder im Altenheim, allein oder in der fachmännischen Obhut der Profis; die Leiche wird zügig entsorgt – meistens will sie auch kein Angehöriger mehr sehen. Der Tod ist aus dem Kanon der kollektiven Lebenserfahrung herausgefallen.

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