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F.A.Z.-Leser helfen : Wie eine zweite Geburt

Fürsorge: Der Verein Pro Interplast hilft Kindern in Kalkutta und Howrah, auch mit Mitteln aus der Aktion F.A.Z.-Leser helfen Bild: Wolfgang Eilmes

Ein Blick zurück: Was aus den Spenden der Aktion „F.A.Z.-Leser helfen“ des vergangenen Jahres geworden ist.

          3 Min.

          Stets im Herbst bittet die Frankfurter Allgemeine Zeitung um Spenden. Auch in diesem Jahr, und wer regelmäßig die Rhein-Main-Zeitung oder www.faz.net/rmz liest, wird die Artikel nicht übersehen haben, mit denen um die Unterstützung der Notfallseelsorge der Diakonie in Frankfurt und des Königsteiner Vereins Childaid gebeten wird, der Kindern und Jugendlichen in Indien hilft. Aber was wird aus dem Geld? Es ist jetzt, da die neue Aktion auf Hochtouren läuft, wohl der richtige Zeitpunkt, einmal darüber zu berichten, wohin die Beträge fließen, die vor Jahresfrist überwiesen wurden, und zwar am Beispiel des Vereins „Pro Interplast Seligenstadt“.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Etwa 275.000 Euro sind diesem Verein im Frühjahr zur Verfügung gestellt worden, als die Spendenaktion, die im Oktober 2012 begonnen hatte, ihr Ende fand. Das Geld war für die Operation von Patienten in Kalkuttas Nachbarstadt Howrah gedacht. Dort ist nicht „Pro Interplast“ selbst tätig, sondern vielmehr seit vielen Jahren der Verein „Ärzte für die Dritte Welt“, der sich seit kurzem „German Doctors“ nennt.

          15 Herz-Operationen finanziert

          Tobias Vogt, der seit mehr als einem Jahrzehnt für diese Organisation in Howrah lebt und arbeitet, berichtet, dass bisher 61.500 Euro verwendet wurden. Davon wurden 15 Herzoperationen finanziert, in 13 Fällen wurden Patienten operiert, weil sie sich Brandverletzungen zugezogen hatten oder aus einem anderen Grund plastisch-chirurgische Eingriffe notwendig waren. Ebenfalls 13 Mal konnten Patienten mit Tuberkulose an der Wirbelsäule operiert werden. Schließlich gab es noch sechs Operationen, die nach Unfällen oder aus anderen Gründen notwendig wurden.

          Dazu muss man wissen, dass der Verein „German Doctors“ in Howrah mehrere Ambulanzen unterhält, in denen deutsche Ärzte Bewohner der unvorstellbar riesigen Slums behandeln. Eine andere Aussicht auf medizinische Hilfe haben die Menschen dort nicht. Der Verein hat jedoch nicht die Mittel, aufwendige Operationen zu finanzieren, sein Geld reicht nur für die Infrastruktur, für einheimisches Personal, das die Ärzte unterstützt, und für Medikamente. Schon gar nicht betreiben die „German Doctors“ ein eigenes Krankenhaus.

          An Hospitälern ist aber in Kalkutta auch überhaupt kein Mangel. Nur: Jeder Eingriff muss direkt bezahlt werden. Doch niemand aus dem Slum hat eine Krankenversicherung. Hier springt „Pro Interplast“ ein. Dieser Verein übernimmt auf Antrag der „German Doctors“ die Kosten der Operationen ihrer Patienten, wenn dies die deutschen Ärzte für notwendig erachten.

          Die meisten Patienten sind Kinder

          Das sind die Zahlen, und so ist der Weg des Geldes. Man versteht besser, wie sinnvoll die Beträge angelegt sind, wenn man sich anschaut, um wen es dabei geht. „Die meisten dieser Herzpatienten waren junge Kinder, und sie litten unter angeborenen Herzfehlbildungen“, schreibt Vogt. „Aber auch erwachsene Herzpatienten waren dabei. Für alle diese Patienten bedeutete die Operation so etwas wie eine zweite Geburt, vor allem für die Kinder und Jugendlichen, die nie etwas anderes kennengelernt haben, als immer schmächtig zu sein, nicht mit den anderen Kindern laufen zu können und ständig Husten und Luftnot zu haben.“

          Auch im Falle der Tuberkulose-Patienten hilft eine Operation, Schlimmes zu verhindern. „Wenn der tuberkulöse Eiter oder Knochensplitter das Rückenmark auch nur bedrängen oder gar zerstören, kann es zu der gefürchteten Querschnittslähmung kommen“, berichtet der Arzt. Die Eingriffe können dies jedoch verhindern. Die Patienten werden also im Wortsinne wieder auf die Beine gebracht.

          Unfälle an den Kerosinkochern

          Die Brandverletzungen wiederum sind eine Folge der beengten und einfachen Lebensverhältnisse in den Armenvierteln. Oft geschehen die Unfälle an den Kerosinkochern, die in den Hütten stehen, die Verbrennungswunden finden sich daher an den Oberarmen, in den Achselhöhlen und am Hals. Stets sind sie Abbilder einer Stichflamme von unten. Brandnarben in der Achselhöhle bedeuten, dass der Arm nicht mehr gehoben werden kann, Narben am Hals schränken die Möglichkeit ein, den Kopf zu drehen. In diesem Fall können plastische Chirurgen Nützliches leisten.

          Operationen sind in Indien weitaus billiger als in Deutschland, so dass der Betrag, der im vergangenen Jahr für „F.A.Z.-Leser helfen“ gespendet wurde, noch einige Zeit reicht. Vielen Kranken wurde damit geholfen, vielen kann noch geholfen werden. Die Mittel kommen ohne jeden Abzug für Verwaltungskosten dort an, wo sie benötigt werden. Das ist in diesem Jahr nicht anders, in dem diese Zeitung abermals ihre Leser um Spenden bittet, abermals für Hilfe in Indien, aber auch für die Diakonie in Frankfurt.

          Spenden für das Projekt „F.A.Z.-Leser helfen“ In diesem Jahr bitten die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und die Frankfurter Allgemeine / Rhein-Main-Zeitung um Spenden, die der Notfallseelsorge in Frankfurt und Childaid Network für Hilfe im indischen Guwahati zugutekommen. Spenden für das Projekt „F.A.Z.-Leser helfen“ bitte auf die Konten: - Nummer 11 57 11 bei der Frankfurter Volksbank (BLZ 501 900 00) IBAN: DE94 5019 0000 0000 1157 11 - Nummer 97 80 00 bei der Frankfurter Sparkasse (BLZ 500 502 01) IBAN: DE43 5005 0201 0000 9780 00 Die Namen der Spender werden in der Zeitung veröffentlicht. Selbstverständlich wird auch der Wunsch respektiert, auf eine Namensnennung zu verzichten. Spenden können steuerlich abgesetzt werden. Sofern die vollständige Adresse angegeben ist, wird eine Spendenquittung zugeschickt.

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