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Kiefern besonders betroffen : Wie der Wald unter dem Klimawandel leidet

Kiefernwald in Sachsen-Anhalt Bild: ZB

Folgen des Klimawandels: Bundesweit kämpften Waldbesitzer und Forstleute mit den Folgen von Trockenheit und Dürre, so Peter Hauk, Landwirtschaftsminister Baden-Württembergs. Hauk hat nun einen „Notfallplan Wald“ initiiert.

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          Der Klimawandel schädigt den Wald langfristig, er wird die Forstwirtschaft über viele Jahre beschäftigen und hohe Kosten verursachen. „Die aktuelle Schadenssituation in den Wäldern ist kein rein baden-württembergisches Thema. Bundesweit und in ganz Mitteleuropa kämpfen Waldbesitzer und Forstleute mit den Folgen von Trockenheit und Dürre“, sagte der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) im Gespräch mit dieser Zeitung. Vor allem Fichten, Kiefern und Tannen vertragen die höheren Temperaturen schlecht. Im Rheintal haben in diesem Sommer die Kiefern besonders stark unter der Dürre gelitten, in Südbaden die Fichten. Hainbuchen sowie Ahorn kommen besser mit Hitze und Trockenheit zurecht; gut gedeihen nur Douglasie und Roteiche. Sie werden künftig vermehrt angebaut werden. Hauk rechnet für das Jahr 2019 mit einem Schadholzvolumen von etwa sechs Millionen Kubikmetern. Das sind etwa 60 Prozent des Holzes, das im Südwesten jährlich geschlagen wird, normalerweise liegt der Schadholzanteil bei neun Prozent.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Um den Waldbesitzern zu helfen und das Anpflanzen neuer Arten vorzubereiten, wird Baden-Württemberg in den nächsten beiden Jahren etwa 105 Millionen Euro ausgeben müssen, etwa 25Millionen Euro stammen aus der vom Bund finanzierten Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur.

          Landwirtschaftsminister Hauk hat einen „Notfallplan Wald“ initiiert. Er enthält ein ganzes Bündel von Hilfen: Zur Entlastung des Holzmarkts wird in den Staatswäldern vorübergehend kein Nadelholz mehr geschlagen. In der Forstverwaltung werden 130neue Stellen geschaffen. Private Waldbesitzer können finanzielle Beihilfen für Aufarbeitung und Entrindung des Schadholzes bekommen, für kommunale Waldbesitzer wurde eine Holzvermarktungsgesellschaft gegründet. Die Forschung über „klimastabile Wälder“ wird intensiviert.

          Und zur Erfassung des Borkenkäferbefalls nach Dürreperioden werden Tabletcomputer mit einer neuen Software eingesetzt. „Unser Ziel ist es“, sagt Hauk, „die Schäden im kommenden Jahr auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Im Kern unserer Überlegungen steht dabei eine saubere Waldwirtschaft, die dem Borkenkäfer Material, in dem er sich vermehren kann, entzieht.“

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