https://www.faz.net/-gum-77noj

WHO-Statistik : 1,2 Millionen Verkehrstote weltweit

  • Aktualisiert am

In 90 Staaten besteht laut Weltgesundheitsorganisation für Motorradfahrer eine Helmpflicht. Bild: dpa

Mehr als 1,2 Millionen Menschen starben 2010 weltweit im Straßenverkehr. Zu den besonders gefährdeten Gruppen zählen laut WHO Fußgänger und Radfahrer. Die UN-Organisation fordert nun strengere Gesetze in vielen Staaten.

          2 Min.

          Unfälle im Straßenverkehr sind nach Auskunft der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die achthäufigste Todesursache weltweit. 2010 gab es 1,24 Millionen Verkehrstote. Angesichts dieser Zahl müssten viele Länder strengere Gesetze einführen, forderte die UN-Organisation in einem am Donnerstag veröffentlichten Report. Denn nur in 28 Staaten gebe es auch Vorschriften, die sämtliche Risikofaktoren wie Alkohol am Steuer oder Fahren ohne Gurt minimierten. Dazu zählt auch Deutschland.

          Einige Gruppen seien auf der Straße besonders gefährdet, heißt es in dem Bericht. Demnach sind 59 Prozent aller tödlich Verunglückten zwischen 15 und 44 Jahre alt. Die große Mehrheit stellten Männer. Außerdem lebten Fußgänger und Radfahrer riskant: Sie machten etwa ein Viertel aller Getöteten aus. In manchen Ländern sei diese Zahl signifikant höher, weil nicht-motorisierte Verkehrsteilnehmer dort nur unzureichend geschützt würden.

          Nord-Süd-Gefälle bei den Straßenverkehrsregeln

          Lediglich sieben Prozent der gesamten Bevölkerung sind durch gesetzliche Regelungen im Straßenverkehr nach Ansicht der WHO ausreichend gesichert. Sie forderte die Staaten auf, notwendige Gesetzesänderungen so schnell wie möglich einzuführen. „Wenn das nicht sichergestellt werden kann, werden Familien und Gemeinschaften weiterhin um Opfer trauen und das Gesundheitssystem wird die Hauptlast der Verletzungen und der bleibenden Schäden wegen Verkehrsunfällen tragen müssen“, sagte die WHO-Direktorin Margaret Chan.

          Auch regionale Unterschiede seien zu berücksichtigen. Die Gefahr, an einer Verletzung nach einem Unfall im Straßenverkehr zu sterben, sei in Afrika am höchsten. Die besten Überlebenschancen gebe es in Europa. Konsens bestehe fast auf der ganzen Welt bei der Gurtpflicht: In 111 Ländern müssten alle Insassen angeschnallt sein. Allerdings fehlen diese Gesetze in Teilen Afrikas und in Südostasien, berichtet die WHO. 96 Länder verpflichten Fahrer dazu, Kinder im Auto etwa mit einem Kindersitz speziell zu schützen. Motorradfahrer müssten in 90 Staaten einen Helm tragen. 89 Länder hätten Gesetze gegen Trunkenheit am Steuer.

          Dafür gebe es nur in 59 Ländern der Welt in Stadtgebieten eine Geschwindigkeitsbeschränkung von höchstens 50 Kilometern pro Stunde. Solche Regeln müssten in Südamerika, Afrika, dem Mittleren Osten und Asien noch eingeführt werden, mahnt die UN-Organisation.

          Auf Afrikas Straßen ist es am gefährlichsten
          Auf Afrikas Straßen ist es am gefährlichsten : Bild: F.A.Z.

          In Deutschland geht die Zahl der Verkehrstoten laut Statistischem Bundesamt seit Jahrzehnten zurück. Im Jahr 2012 verunglückten auf Deutschlands Straßen 3606 Menschen tödlich, so wenige wie noch nie seit dem Beginn der Statistik im Jahr 1950. Das sind im Schnitt jedoch immer noch zehn Verkehrstote täglich.

          Weitere Themen

          Unbekannte verüben Farbanschlag auf Karl Lauterbachs Auto

          Corona-Liveblog : Unbekannte verüben Farbanschlag auf Karl Lauterbachs Auto

          Justizministerin Lambrecht fordert hartes Vorgehen bei „Querdenker“-Demos +++ 15.000 Strafanzeigen wegen Betrugs bei Corona-Soforthilfe +++ Perus Ex-Präsident wegen Impfvordrängelns bestraft +++ Sozial Benachteiligte haben größeres Corona-Risiko +++ Bischofskonferenz will jährlichen Gedenktag für Corona-Tote +++ Alle Entwicklungen im Liveblog.

          Topmeldungen

          Kurz vorher noch undenkbar: ein Mädchen in der Schule in Kabul, Dezember 2001. Zwanzig Jahre später ist das Erreichte wieder in Gefahr.

          Afghanistans Zukunft : Wo bleibt die Moral?

          Die politische Lesart von Joe Bidens Entscheidung zum Truppenabzug in Afghanistan scheint klar: Amerika will nicht länger Weltpolizei spielen. Aber wie steht es um die moralische Lesart?
          Wirtschaftsminister Peter Altmaier, 62, ist seit einer Woche gegen Corona geimpft. An die Kontaktbeschränkungen will er sich trotzdem weiter halten.

          Altmaier im Interview : „Die Lage ist dramatisch“

          Der deutsche Wirtschaftsminister sieht die Ausgangssperre als Warnsignal, hofft trotzdem auf baldige Lockerung – und gibt Ratschläge für den Machtkampf in der Union.
          Mobbing: 95 Prozent der Zwölf- bis 13-Jährigen besitzen ein Smartphone. 
Leider nutzen Kinder die Geräte auch, um Angst und Hass zu verbreiten, wie auf dem Foto zu sehen ist. Der Studie „Cyberlife III“ zufolge können die Folgen fatal sein: Jedes vierte digitale Mobbingopfer hatte Suizidgedanken, jedes fünfte trank Alkohol, jedes dritte Opfer fühlte sich dauerhaft belastet.

          Cybermobbing : Wenn das eigene Kind per Whatsapp bedroht wird

          „Du kleine Schlampe“: Wenn das eigene Kind per Whatsapp übel beleidigt und mit Gewalt bedroht wird, ist eine Grenze überschritten. Was passiert, wenn man dagegen juristisch vorgeht? Ein Erfahrungsbericht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.