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Whitney Houston : Letzter Auftritt im wahren Hollywood

  • -Aktualisiert am

Im Jahr 2010 wagte Houston eine Comeback-Tournee mit dem Titel „Nothing But Love“. Doch die Auftritte - wie hier in Berlin - gerieten zur Enttäuschung für viele Fans Bild: dapd

Whitney Houstons Karriere schien keine Grenzen zu kennen. Doch in ihrem Privatleben litt die Popsängerin.

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          Ihr letzter Auftritt wird den Fans wohl ebenso lange im Gedächtnis bleiben wie ihre Stimme. Nach dem Besuch des Clubs „Tru Hollywood“ in Los Angeles wurde Whitney Houston am Donnerstag von Paparazzi fotografiert, als sie, auf eine Freundin gestützt, aus der Bar taumelte - mit verschwitzten Haaren, müden Augen und Blutspritzern an den Beinen. Wie bei früheren Begegnungen mit unerwünschten Zaungästen ihres Verfalls nahm Houston auch vor dem „Tru Hollywood“ die letzte Energie zusammen, um den Fans, Autogrammjägern und Paparazzi Schimpfwörter entgegenzuschleudern.

          Bilderstrecke

          Es sollte der letzte öffentliche Wutausbruch der Achtundvierzigjähren sein. Nur wenige Stunden vor Houstons geplantem Auftritt bei der Pre-Grammy-Gala des Musikproduzenten Clive Davis alarmierte ihr Freund, der R&B-Sänger Ray-J, am Samstag um kurz von 15.30 Uhr (Ortszeit) die Polizei von Beverly Hills. In einer Suite im dritten Stock des „Beverly Hilton“ entdeckten die Rettungskräfte Minuten später ihren leblosen Körper. Nach Berichten des Hotelpersonals soll Houston in der Badewanne das Bewusstsein verloren haben. Alle Wiederbelebungsversuche blieben vergebens. Der Notarzt stellte um 15.55 Uhr ihren Tod fest. „Wir konnten bislang keine Zeichen eines kriminellen Vorsatzes erkennen“, ließ Mark Rosen, der Sprecher des Beverly Hills Police Department, bei einer Pressekonferenz wissen. Die Leiche der Sängerin wurde in die Gerichtsmedizin gebracht, wo die Todesursache festgestellt werden sollte. Zuvor soll es in Houstons Hotel-Suite zu emotionalen Szenen gekommen sein, als ihre 19 Jahre alte Tochter Bobbi Kristina und ihre Kusine, die R&B-Sängerin Dionne Warwick, die versiegelten Räume betreten durften.

          In der Suite wurden laut Polizei verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente entdeckt. Alkohol oder illegale Drogen wie Marihuana oder Crack, das Houston jahrelang konsumierte, sollen bei einer ersten Durchsuchung dagegen nicht gefunden worden sein. Die Website tmz.com meldete, Angehörige der Sängerin hätten berichtet, sie habe Xanax (Alprazolam) genommen, ein Mittel gegen Angst- und Panikstörungen. Da Xanax in Wechselwirkung mit Alkohol sedierende Wirkung haben könne und Whitney in der Nacht vor ihrem Tod mit Freunden im „Beverly Hilton“ viel getrunken habe, könne sie in der Badewanne eingeschlafen sein.

          „Mein Herz ist gebrochen, und ich beweine den schockierenden Tod meiner Freundin, der unvergleichlichen Miss Whitney Houston“, teilte die Sängerin Mariah Carey mit. „Eine der großartigsten Stimmen aller Zeiten ist verstummt“, trauerte der kanadische Nachwuchsstar Justin Bieber, der wie Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und andere Prominente via Twitter sein Beileid bekundete. Der Vater der verstorbenen Sängerin Amy Winehouse, Mitch Winehouse, twitterte: „Ihre Musik wird niemals sterben. Was für eine tolle Mädchenband im Himmel.“ Hunderte Fans legten Blumen vor dem Hotel am Wilshire Boulevard nieder und entzündeten Kerzen.

          Pre-Grammy-Veranstaltung im gleichen Hotel

          Besonders tragisch mutet an, dass die Sängerin unmittelbar vor der jährlichen Pre-Grammy-Veranstaltung starb, die im gleichen Hotel stattfand - als die Luxuslimousinen der Gäste vorfuhren, standen vor dem „Beverly Hilton“ schon die CSI-Wagen der Tatortermittler. Clive Davis, der Musikmogul, der die Feier organisiert, gilt als Houstons Entdecker. In einem New Yorker Nachtklub wurde er auf die Zwanzigjährige aus New Jersey aufmerksam. Nachdem sie bis 1983 als Background-Sängerin ihrer Mutter, der Gospel-Sängerin Cissy Houston, und für Musiker wie Chaka Khan aufgetreten war, veröffentlichte sie 1985 ihr erstes Album „Whitney Houston“. Mit Titeln wie „How Will I Know“ und „Greatest Love Of All“ wurde das frühere Model schnell weltberühmt und gewann Dutzende Musikpreise. Auch sechs Grammys holte sie. Daher sollte ihrer auch bei der Grammy-Show am Sonntagabend gedacht werden. Produzent Ken Ehrlich sagte, man wolle die Show abhalten. Er habe die Sängerin und Schauspielerin Jennifer Hudson gebeten, „etwas vorzubereiten“.

          Während Whitney Houstons Karriere in den Achtzigern und Neunzigern keine Grenzen zu kennen schien, litt sie in ihrem privaten Leben. Nach Romanzen mit dem Football-Spieler Randall Cunningham und dem Comedian Eddie Murphy heiratete sie im Juli 1992 den R&B-Sänger Bobby Brown. Bald machten Gerüchte von gemeinsamen Drogenexzessen und häuslicher Gewalt die Runde, die für Brown nach der Geburt der gemeinsamen Tochter Bobbi Kristina im März 1993 im Gefängnis endeten. Houston trat weiter auf, und als Schauspielerin („Bodyguard“, „The Preacher’s Wife“) verdiente sie Millionen. Aber „Drogen standen damals auf der Tagesordnung“, gestand sie Oprah Winfrey vor zwei Jahren. Trotz mehrerer Aufenthalte in Entzugskliniken griff sie auch nach der Scheidung von Brown im Jahr 2007 immer wieder zu Marihuana und Crack. Als ihr während der Vorstellung des Comeback-Albums „I Look To You“ 2009 wiederholt die Stimme brach, beteuerte Houston, keine Drogen mehr zu nehmen. Im Mai 2011 wurde schließlich bekannt, dass die angeblich inzwischen mittellose Sängerin in einer kalifornischen Klinik ein weiteres Mal versuchte, ihre Crack- und Alkoholsucht zu überwinden. Auch dieser letzte Versuch glückte ihr offenbar nicht.

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