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Whitney Houston : Letzte Ruhe neben dem Vater

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Der Sarg Whitney Houstons war mit weißen und lila Rosen geschmückt Bild: REUTERS

Kevin Costners Erinnerungen an die von Selbstzweifeln geplagte Whitney Houston verraten vermutlich mehr über ihren tragischen Tod als jedes medizinische Gutachten.

          Die Erinnerungen an Whitney Houstons ersten Screentest, die Kevin Costner bei der Trauerfeier der Popdiva preisgab, verraten vermutlich mehr über ihren tragischen Tod als das noch ausstehende toxikologische Gutachten. In der Baptistenkirche New Hope in Houstons Heimatstadt Newark beschrieb Costner den 1.500 Trauergästen, wie die Dreharbeiten für ihren ersten Film „Bodyguard“ vor mehr als 20 Jahren schon nach wenigen Sekunden abgebrochen werden mussten. „Das Make-up zerlief auf ihrem Gesicht. Sie hatte eine besonders dicke Schicht aufgetragen, um vor der Kamera perfekt auszusehen“, erinnerte sich der Oscar-Preisträger an die von Selbstzweifeln geplagte Houston. Obwohl sie schon damals zu den erfolgreichsten Sängerinnen der Welt zählte, habe sie ihr Talent dauernd infrage gestellt. „Die Last, die mit dem Ruhm kommt, ist die Angst. Diese Last hat sie am Ende zu Fall gebracht.“

          Neben dem Schauspieler kamen am Samstag auch Musiker wie Stevie Wonder, Alicia Keys und die Moderatorin Oprah Winfrey nach New Jersey, um an Houstons mit weißen und lila Blüten geschmücktem Sarg Abschied zu nehmen. Ihre Patentante, die Soul-Legende Aretha Franklin, hatte wegen Beinkrämpfen abgesagt. Houstons Entdecker Clive Davis lobte die Verstorbene als musikalische Ausnahmeerscheinung. „Auf eine Stimme wie diese wartet man ein ganzes Leben.“

          Rund 1.500 geladene Gäste durften bei der Trauerfeier in die weit abgesperrte New Hop Baptist Church in Newark Bilderstrecke

          Der Produzent war 1983 in einem New Yorker Nachtclub auf Houston aufmerksam geworden, die bis dahin als Background-Sängerin für ihre Mutter Cissy Houston und Chaka Khan aufgetreten war. Khan, die auch zu den Trauergästen zählte, hatte Davis öffentlich kritisiert, da er wenige Stunden nach Houstons Tod seine jährliche Pre-Grammy-Gala gefeiert hatte. Die Sängerin, die bei der Veranstaltung in Los Angeles auftreten sollte, war am 11. Februar leblos in einer Hotelsuite in Beverly Hills gefunden worden. Da angeblich eine Fülle verschreibungspflichtiger Beruhigungs- und Schlafmittel gefunden wurde, nahmen die Behörden die Ermittlungen auf.

          Für Dissonanzen sorgte auch Houstons früherer Ehemann Bobby Brown. Der Sänger verließ noch vor Beginn der Zeremonie die Kirche, nachdem er auf Anweisung des Sicherheitspersonals angeblich mehrfach den Platz wechseln musste. Wie amerikanische Medien berichteten, wollte Houstons Familie den R&B-Sänger zunächst vom Gottesdienst ausschließen, da sie ihn für die Rauschgiftsucht Sängerin verantwortlich macht. Zudem sollen Houstons Mutter und ihre Cousine, die Sängerin Dionne Warwick, versucht haben, ihn von seiner 18Jahre alten Tochter Bobbi Kristina fernzuhalten.

          Brown sagte der Zeitung „USA Today“, er habe keine Szene machen wollen und darum dem Sarg seiner früheren Frau einen Kuss gegeben, dann sei er gegangen. Nach der fast vierstündigen Trauerfeier wurde der Sarg, der zu Houstons Titel „I Will Always Love You“ aus der Kirche getragen wurde, ins benachbarte Westfield gebracht. Dort fand Whitney Houston am Sonntag neben ihrem Vater John die letzte Ruhe.

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