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Wetter : Windhosen gibt es auch in Deutschland

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Windhosen können überall in Deutschland auftreten. Plötzlich schießt warme Luft wirbelnd in den Himmel, bis an die Wolkendecke, und fräst sich durch Dörfer und Wälder. Nach wenigen Minuten ist der Spuk wieder beendet - von den Meteorologen meist unbemerkt.

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          Windhosen können überall in Deutschland auftreten. Plötzlich schießt warme Luft wirbelnd in den Himmel, bis an die Wolkendecke, und fräst sich durch Dörfer und Wälder. Nach wenigen Minuten ist der Spuk wieder beendet - von den Meteorologen meist unbemerkt.

          So auch die Windhose am Montagabend bei Osnabrück: „Der Wirbelsturm ist uns durchs Messnetz geschlüpft“, gesteht die Meteorologin vom Deutschen Wetterdienst, Petra Fechner. Selbst auf Radarbildern hätten sie nichts bemerkt, sagte sie.

          Um so deutlicher sind die Verwüstungen des unsichtbaren Windungetüms, die kilometerlange und mehrere Meter breite Schneise. Mit über 100 Stundenkilometern Drehgeschwindigkeit wirbelt der Klein-Tornado Ziegel in die Luft wie Spielkarten. Der Unterdruck um den Windschlauch saugt die Fensterscheiben aus der Fassung und verwüstet die Inneneinrichtung. So bieten auch geschlossene Räume keinen Schutz. Fechner empfiehlt, bei einer Windhose in den Keller zu fliehen.

          Wirbelstürme überraschen auch Meteorologen

          Wird man dagegen draußen auf dem Feld vom Wirbelsturm überrascht, soll man rennen. Doch wohin? Im unberechenbaren Zick-Zack-Kurs rasen Windhosen mit bis zu 60 Stundenkilometern über den Boden, schätzt Fechner. Die Expertin rät, sich wenn möglich unter eine fest gemauerte Brücke zu ducken. Ansonsten kann man nur auf sein Glück hoffen. Windhosen-Warnungen gibt es in Europa keine. Die Wirbelstürme überraschen selbst Meteorologen.

          „Wir können nur Gewitter vorhersagen, bei denen Windhosen möglich sind“, sagte Fechner. In den USA dagegen versuche man den großen Bruder der Windhosen, die Tornados, zu prognostizieren. Laut Fechner gelinge das aber meist nur sehr kurz vor dem Sturm.
          Wie oft die Wirbelgeister in Deutschland spuken, weiß die Meteorologin nicht. Viele Kleinst-Windhosen, die „Staub- oder Wasserteufel“, würden gar nicht bemerkt. Nur wenige richten Schäden an.

          Die Zahl der Tornados schätzt Fechner auf etwa zehn pro Jahr in Europa. Der bislang verheerendste Wirbelsturm seit Beginn der Aufzeichnungen traf Deutschland am 10. Juli 1968. Opfer war die Stadt Pforzheim. Hunderte von Menschen wurden zum Teil lebensgefährlich verletzt. Beinahe 2.000 Häuser zerstörte der Sturm und verursachte Kosten von über 130 Millionen Mark.

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