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Wetter : Ungeahnte Schneemassen verursachen europaweit Chaos

  • Aktualisiert am

Schnee und Kälte überall Bild: ddp

Winterweißes Wunderland? In ganz Europa türmen sich Schneemassen und verursachen Verkehrschaos und Stromausfälle.

          Nicht nur Deutschland versinkt im Schnee. Aus ganz Europa und sogar Japan werden unerwartet starke Schneefälle gemeldet. Der Verkehr lag lahm, Pendler und Urlauber steckten fest, etliche Dörfer waren oder sind immer noch von der Außenwelt abgeschnitten.

          In großen Teilen Polens, Tschechiens und der Slowakei waren die Straßen dicht. Kein Durchkommen mehr für Urlauber, die den Jahreswechsel in Südpolens Wintersportorten verbracht hatten, Züge und Lastkraftwagen blieben in Schneeverwehungen stecken. In der ostpolnischen Region um Bialystok hatten 150 Dörfer keinen Strom, weil die Masten unter dem Gewicht des Schnees zusammenbrachen. Die Rettungsmannschaften kamen wegen anhaltender Schneefälle mit der Räumung nicht nach. Offiziellen Angaben zufolge sind in Polen bei Temperaturen von bis zu minus 28 Grad bisher 200 Menschen, zumeist Obdachlose, erforen.

          Istanbuler Börse wegen Schnee geschlossen

          In Tschechien erklärten die Behörden sogar rund ein Drittel des Landes zum Katastrophengebiet, Grenzübergänge zu Polen und Deutschland mussten geschlossen werden. Die Schneefälle seien die stärksten seit 15 Jahren gewesen.

          In der Türkei ging es am Freitag ebenfalls sehr winterlich zu: Tausende Dörfer waren eingeschneit, und in der Hauptstadt Istanbul waren am Vormittag ganze Straßenzüge durch eine dicke Schneedecke und querstehende Autos blockiert. Die Schulen blieben geschlossen. Auch die Starts und Landungen auf dem Istanbuler Flughafen wurden eine Zeitlang ausgesetzt, bis die Pisten wieder schneefrei waren. Selbst die Börse wurde geschlossen: Der Aktienhandel sollte erst wieder am Nachmittag aufgenommen werden.

          Spanien bald auch verschneit?

          Athen erlebte derweil den ersten Schnee seit zehn Jahren. 15 Zentimeter Schnee bedeckten die Athener Vorstädte und sorgten für Verkehrschaos. Bei Temperaturen von einem Grad unter Null musste wegen vereister Oberleitungen auch der Schienennahverkehr zwischen Piräus und dem Norden Athens eingestellt werden.

          Schweden kam mit den Räumarbeiten nicht nach, Zugverbindungen mussten gestrichen werden. Auch in Spanien sollte es nach Angaben der Meteorologen im Landesinneren über 1.300 Metern schneien. In Österreich starben am Donnerstag erneut vier Menschen bei Lawinenabgängen.

          Entwarnung lässt noch auf sich warten

          Der Winter machte aber auch außerhalb Europas keineswegs halt: In Russland starben seit Wintereinbruch bereits 281 Menschen, ein geplatztes Rohr führte dazu, dass 11.000 Menschen in Sankt Petersburg in ungeheizten Wohnungen zitterten. In Japan herrschte nach heftigen Schneefällen ebenfalls Chaos: In der Stadt Nagoya, rund 270 Kilometer westlich von Tokio, fielen ungewöhnliche 17 Zentimeter Schnee. Züge und Flüge wurden gestrichen, die Straßen waren völlig eingeschneit.

          Entwarnung gibt es für viele dieser Regionen noch nicht. Dafür entspannte sich die Lage in Deutschland aber deutlich. Die Straßen und Schienen waren weitgehend freigeräumt, lediglich in den ländlichen Gebieten Sachsens gab es noch einige Probleme. Wintersportler durften sich freuen: Fast alle Wintersportorte in den Mittelgebirgen und in den Alpen meldeten optimale Bedingungen.

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