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Wetter : Tote und Verletzte bei Unwettern

  • Aktualisiert am

Die Feuerwehr allenthalben im Einsatz Bild: dpa/dpaweb

Heftige Gewitter mit Sturmböen haben seit Sonntagnachmittag mindestens 13 Menschen das Leben gekostet und erhebliche Sachschäden angerichtet.

          Heftige Stürme haben am Sonntag mindestens sieben Menschen in Deutschland das Leben gekostet und erhebliche Schäden angerichtet. Mindestens sechs weitere Menschen starben bei Unfällen wegen starken Regens. In Berlin wurde das Straßenfest Karneval der Kulturen abgebrochen, nachdem ein umstürztendes Gerüst mehrere Menschen verletzt hatte. Der Deutsche Wetterdienst registrierte im gesamten Westen und Norden Deutschlands orkanartige Windböen, die Geschwindigkeiten bis zu 133 Kilometern pro Stunde auf Amrum erreichten. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) fielen örtlich bis zu 40 Liter Regen pro Quadratmeter. Am Pfingstmontag beruhigte sich das Wetter, der Wetterdienst versprach Sonne.

          Auf einer Show-Veranstaltung eines Nato-Hauptquartiers in Mönchengladbach kam ein fünf Jahre altes Mädchen in einem Fesselballon ums Leben, nachdem dieser vom Wind fortgerissen worden war. Der Ballon mit dem Kind wurde vom Sturm rund 50 Kilometer weit getrieben, bevor er auf einer Wiese bei Hamminkeln im Kreis Wesel aufschlug. Das Kind konnte nur noch tot geborgen werden. Deutsche und britische Polizisten hatten bereits zwei Stunden lang gesucht, nachdem ein britischer Soldat seine Tochter als vermißt gemeldet hatte, berichtete die Polizei. Weitere sechs Menschen wurden verletzt, als mehrere Zelte eingedrückt wurden.

          Umfallende Bäume erschlugen Menschen

          In Willingen-Welleringhausen (Hessen) starb ein 33 Jahre alter Gleitschirmflieger, nachdem er von einer Böe erfaßt wurde. Mindestens vier Menschen wurden durch umstürzende Bäume und Gegenstände erschlagen: Im niedersächsischen Apen kam ein 42 Jahre alter Ordner einer Freiluftveranstaltung vor einer Discothek unter einer umgeknickten Eiche ums Leben. In Rheinland-Pfalz wurde bei einem Schlossfest nahe Bernkastel ein ungarischer Musiker von einem Ast erschlagen. Im thüringischen Mühlhausen wurde ein Mann am Steuer seines Wagens durch einen herabstürzenden Ast getötet. Ein 65-Jähriger wurde auf Sylt von seinem umgewehten Wohnmobil erschlagen. In Travenhorst bei Bad Segeberg ein 28-jähriger Mann vermutlich bei einem Schwelbrand ums Leben. Nachbarn erklärten, ein Blitzschlag habe das Feuer verursacht. Mehrere Verletzte gab es auch im brandenburgischen Spreewald, wo ein Ast einen Kahn versenkte. Straßen waren durch herabgestürzte Bäume gesperrt oder überflutet, im Zugverkehr kam es zu Behinderungen. Keller liefen voll.

          Mindestens sechs Menschen kamen bei Gewitter-Unfällen auf den Straßen ums Leben. Bei Baddeckenstedt in Niedersachsen starben vier Personen, nachdem ein Autofahrer bei starkem Regen auf die Gegenfahrbahn geraten war. In Thüringen bei Seebach kam die Mitfahrerin eines wegen Aquaplanings gestürzten Motorradfahrers ums Leben. Vermutlich wegen eines Platzregens kam in der Nähe von Agethorst (Schleswig-Holstein) ein 22 Jahre alter Mann mit seinem Wagen von der Straße ab und starb.

          Der Karneval der Kulturen in Berlin wurde nach einem schweren Unfall abgebrochen. Wie der Veranstalter mitteilte, sehe man sich nach dem Unglück mit drei Schwerverletzten außer Stande, das Straßenfest am Pfingstmontag fortzusetzen. Nach einer heftigen Windböe war am Abend ein Gerüst für ein multikulturelles Fest im Bezirk Kreuzberg umgestürzt. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt, drei davon schwer.

          Schwere Stürme auf Sylt

          In List auf Sylt kam am sogenannten Ellenbogen ein Hamburger Wohnmobilbesitzer ums Leben. Nach Polizeiangaben stürzte das Fahrzeug bei einem Sturm um und begrub den 65-Jährigen unter sich. Auf der Nordseeinsel verzeichnete die Polizei so viele Verkehrsunfälle, daß die Beamten mit dem Aufnehmen nicht mehr nachkamen. Straßen wurden überflutet, die Feuerwehr war im Einsatz.

          In Duisburg mußte nach heftigen Regengüssen vorübergehend ein Teil der Stadtautobahn gesperrt werden. Dort wurden am Nachmittag Niederschläge von 51 Litern pro Quadratmeter gemessen. In Lage im Kreis Lippe wurde durch die starken Gewitterregen eine Mulde überspült, so daß mehrere darin parkende Autos plötzlich im Wasser schwammen. In Nordrhein-Westfalen meldeten Polizei und Feuerwehr mehr als 1200 Einsätze in wenigen Stunden.

          Keine weiteren Unwetterwarnungen

          Heftige Gewitter haben auch in Schleswig-Holstein Schäden angerichtet. Nach Polizeiangaben stürzten in Glinde (Kreis Stormarn) Bäume auf Straßen, es kam zu Verkehrsunfällen. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen aber niemand.

          Für den Pfingstmontag erwartet der Deutsche Wetterdienst viel Sonne vor allem im Osten. In Baden-Württemberg, Niedersachsen und Brandenburg könne es immer wieder regnen, in Bayern auch Gewitter geben. In Westdeutschland und Hessen wird es vielfach bewölkt. Die Werte liegen zwischen 22 Grad im Norden und 27 Grad am Rhein. Unwetterwarnungen gab es am Morgen nicht mehr.

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