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Wetter macht Geschichte : Wetter auf Bestellung

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Heute spricht man von Wetterbeeinflussung, wenn man die Möglichkeiten der Veränderung von Wetterphänomenen auf einem begrenzten Gebiet innerhalb eines begrenzten Zeitraumes beschreiben will.

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          Heute spricht man von Wetterbeeinflussung, wenn man die Möglichkeiten der Veränderung von Wetterphänomenen auf einem begrenzten Gebiet innerhalb eines begrenzten Zeitraumes beschreiben will. Schon bald aber könnte der Begriff auch für die Fähigkeit stehen, Wettermuster durch Einflußnahme auf die ihnen zugrundeliegenden Faktoren zu verändern. Nach der Studie der US Air Force werden technische Fortschritte in der Meteorologie bereits bis 2005 zu einer Identifikation und Berechenbarkeit der Hauptvariablen der Wetterentstehung führen. Bis 2015 werden elementare Fortschritte im Bereich der Rechnerleistungen, in den Nachbildungstechniken und in der Auswertung atmosphärischer Informationen hochpräzise und zuverlässige Vorhersagen ermöglichen. Und jetzt kommt wieder das »zivile Mäntelchen« der eigentlich militärisch angelegten Studien: Die zunehmende Bevölkerungsdichte wird es im darauffolgenden Jahrzehnt ohnehin zu einer elementaren Notwendigkeit der Regierenden werden lassen, sich mit der weltweiten Verfügbarkeit von Nahrung und Trinkwasser zu beschäftigen und damit die Forschung an hochkomplexer und ausreichend präziser Wetterbeeinflussung voranzutreiben.

          Bis 2025 wird man in verschiedenen Teilen der Welt also wahrscheinlich in der Lage sein, lokale Wettermuster nach Wunsch zu gestalten, indem man die Faktoren verstärkt oder unterdrückt, die für Niederschläge, Stürme, Nebel und Weltraumwetter verantwortlich sind. Den Kern der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten bildet dabei eine Reihe von Techniken, die auf die Zufuhr von Energie oder chemi- schen Substanzen in den meteorologischen Prozeß abstellen. Auf angemessene Weise, am rechten Ort und zur rechten Zeit. Folgende Beispiele machen dies deutlich.

          Niederschläge

          Seit Jahrhunderten träumt der Mensch davon, es nach Belieben regnen lassen zu können. Bislang mit mäßigem Erfolg; gleichwohl könnten sich durch die Entwicklung neuer Techniken und das weltweit wachsende Interesse, Wasserknappheit zu bekämpfen, neue Wege eröffnen. »Bevölkerungsdichte«, »Wasserknappheit«, da sind schon wieder diese immer in den Vordergrund gerückten Beweggründe. Was ist denn nun mit den militärischen Aspekten der Wetterbeeinflussung? Schließlich sind doch die meisten Militäroperationen von den Niederschlagsverhältnissen betroffen.

          Wem es gelingt, Regen zu erzeugen und damit den Boden aufzuweichen, der nimmt beispielsweise direkten Einfluß auf die Mobilität eines Gegners. Umgekehrt sorgt die Unterdrückung von Regen dafür, daß schlammiger Grund austrocknet und unter Umständen die eigene Mobilität gewährleistet bleibt. Dazu später mehr. Jetzt erst mal rein in die Praxis. Wie wird Regen gemacht?

          Ruß macht Regen

          Wissenschaftlich gesprochen, läßt sich das solare Absorptionspotential von Ruß nutzen. Mit Ruß gelingt es nämlich, mittlere Niederschlagsmengen zu erhöhen, Zirruswolken zu erzeugen und Gewitterwolken in ansonsten trockenen Regionen zu verstärken. Wie ein schwarzes Teerdach an einem sonnigen Tag leicht Sonnenenergie absorbiert und anschließend Hitze abstrahlt, so nimmt auch Ruß leicht Sonnenenergie auf. Wenn man ihn in mikroskopischer Form oder als Staub in der Luft über einem Gewässer verteilt, erhitzt er sich und erwärmt auch die umgebende Luft. Dadurch erhöht sich dann die Verdunstung aus dem darunterliegenden Gewässer.

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