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Da hilft nur noch Abtauchen: Am Wochenende könnten die Temperaturen einen neuen Hitzerekord erreichen. Bild: dpa

Am Freitag wird’s richtig heiß : Erst Hitzerekord, dann Gewitter

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Der Sommer bleibt heiß. Schweden kämpft gegen große Waldbrände und auch in Deutschland rückt die Feuerwehr immer häufiger aus. Doch am Wochenende ist vielerorts ein wenig Erholung in Sicht.

          Erst brütend heiß, dann gewittrig und nass: An diesem Freitag könnte der Hitzerekord für dieses Jahr in Deutschland fallen, ehe Blitz und Donner folgen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet 34 Grad, örtlich vielleicht sogar etwas mehr, wie Meteorologe Lars Kirchhübel am Mittwoch in Offenbach sagte.

          Am Freitag treibt die Sonne die Temperatur vor allem entlang von Rhein und Main weiter nach oben. Gleichzeitig ziehen im Süden und Westen Wolken auf, und von der Eifel bis zum Schwarzwald sowie an den Alpen kann es blitzen und donnern. Auch Starkregen ist möglich.

          Die Gewittergefahr bleibt dem Süden und der Mitte Deutschlands am Samstag erhalten, ansonsten ist es überwiegend sonnig und wird zwischen 26 und 32 Grad wieder sehr warm. Nur an der See und im Südwesten ist es bei Regen mit 21 bis 26 Grad kühler.

          Die bisher höchste Temperatur des Jahres wurde am 29. Mai im niedersächsischen Lingen mit 34,2 Grad gemessen. Dass der Wert am Wochenende übertroffen werde, sei „im Bereich des Möglichen, aber noch nicht sicher“, so Kirchhübel. Das Wochenende wird vielerorts gewittrig, für kommende Woche kündigt sich dann wieder klassisches Sommerwetter mit blauem Himmel und viel Sonne an.

          Anhaltende Trockenheit schürt Brandgefahr

          Die anhaltende Trockenheit schürt voraussichtlich noch bis zum Wochenende die Gefahr von Bränden. Aktuell stuft der Deutsche Wetterdienst DWD die Gefahr eines Flächenbrandes in seinem Feuerindex für Hamburg und Schleswig-Holstein nahezu flächendeckend auf die zweithöchste Stufe vier ein. Erst am Sonntag rechnen die Meteorologen mit einer Besserung. Da es nach deren Einschätzung in der Nacht zum Sonntag meist wolkig sein wird, es vereinzelt regnet und die Temperatur auf 15 bis 13 Grad zurückgeht, könnte die Warnstufe auf einen mittleren beziehungsweise in einigen südöstlichen Regionen auf einen geringen Wert zurückgehen.

          Auch in Hessen hat die Hitze die Brandgefahr erhöht. Die knochentrockenen Felder im Land und Böschungen beschäftigen die Feuerwehren zusehends. Ein solcher Brand legte am Mittwochnachmittag zeitweise den Verkehr auf der Bahnstrecke Frankfurt-Fulda lahm. Der Fernverkehr musste über Aschaffenburg umgeleitet werden, wie ein Bahnsprecher sagte. Ursache des Böschungsbrandes war demnach vermutlich Funkenflug wegen heißgelaufener Bremsen eines Zuges. Zudem musste die Feuerwehr am Mittwoch im Werra-Meißner-Kreis zu einem brennenden Weizenfeld ausrücken. Den Sachschaden gab sie mit rund 10 000 Euro an. Verursacht hatte das Feuer ersten Erkenntnissen zufolge eine Strohpresse.

          Die Hitze erhöht die Brandgefahr: Bereits Anfang Juli musste die Feuerwehr in Mecklenburg-Vorpommern ein Getreidefeld löschen.

          Waldbrände in Schweden außer Kontrolle

          Auch Nordeuropa leidet unter der Sommerhitze. In Schweden sind große Waldbrände außer Kontrolle geraten. Mehr als 40 Feuer wüten laut Notrufzentrale derzeit über das ganze Land verteilt in den Wäldern. Zwischenzeitlich waren es sogar mehr als 80 kleinere und große Brände. In der Nacht zum Donnerstag wurden mehrere Dörfer evakuiert, weitere sind laut schwedischem Rundfunk in Gefahr. Die Behörden haben um Hilfe aus anderen Ländern gebeten, Italien und Norwegen schickten Löschflugzeuge und Hubschrauber. Am Donnerstag wurden auch zwei Spezialflugzeuge aus Frankreich erwartet.

          Das Feuer greift derzeit rasch um sich, weil es in Schweden sehr trocken ist. Seit Wochen hat es nicht mehr richtig geregnet. Am Mittwoch hatte der schwedische Wetterdienst für die nächsten fünf Tage weitere Hitzewarnungen herausgegeben. Die Waldbrände setzen zunehmend auch die schwedische Regierung unter Druck. Die konservative Oppositionspartei Kristdemokraten kritisierte, Schweden bestehe zu 70 Prozent aus Wald, habe aber keine eigenen Löschflugzeuge. Am Donnerstag wollte Regierungschef Stefan Löfven eine der Krisenregionen besuchen.

          In Ljusdal fliegen Löschhubschrauber über das Waldbrandgebiet.

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