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Wetter : Föhnsturm sorgt für Chaos in den Alpenländern

  • Aktualisiert am

Arbeit nach dem Sturm: Aufräumen im österreichischen Kaprun Bild: dpa

Tote, Verletzte, Sachschäden und Verkehrsbehinderungen: Ein orkanartiger Föhnsturm hat die Alpenländer in eine Chaos-Region verwandelt.

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          Ein schwerer Föhnsturm mit Orkanböen bis 200 Stundenkilometern ist am Samstag über die Alpenregion hinweg gefegt. In Bayern, Österreich und der Schweiz deckte der Wind hunderte Dächer ab und riss massenweise Bäume um. Sturmböen hoben bei Zell am See in Österreich einen Zug aus den Gleisen. Dabei wurde eine Insassin getötet, mehrere erlitten Verletzungen. In Bayern war der Landkreis Garmisch-Partenkirchen schlimm betroffen: Landrat Harald Kühn rechnet mit Schäden in Millionenhöhe. In einem Schweizer Dorf gab es bei einem Erdrutsch mehrere Verletzte

          In der Region um Garmisch-Partenkirchen wurden mindestens zwei Personen verletzt, der Wind deckte Dächer ab und stürzte Bäume um. Zahlreiche Straßen waren blockiert. Am Nachmittag beruhigte sich die Lage wieder etwas, die Verkehrsbehinderungen sollten aber noch bis zum frühen Sonntag anhalten. Die Autobahn 8 München-Salzburg musste am Samstagnachmittag wegen heftiger Stürme und umgestürzter Bäume in beiden Richtungen gesperrt werden. Da weitere Bäume umzustürzen drohten, bleibe die wichtige Verbindung bei Grabenstätt für den Alpentransit solange blockiert, bis sich der Sturm lege. Die Bahnstrecke München-Innsbruck war zwischen der Murnau und dem österreichischen Grenzort Scharnitz wegen umgestürzter Bäume ebenfalls gesperrt, wie eine Bahnsprecherin sagte. Soweit es das Wetter und die Verkehrsverhältnisse zuließen, würden Busse eingesetzt. Vielerorts kam es zu Stromausfällen.

          Böen und hohe Temperaturen

          Spitzengeschwindigkeiten erreichte der Sturm auf den Bergen, doch im Gegensatz zu sonstigen Föhnstürmen reichten die Böen diesmal auch bis in die Alpentäler hinein, wie Marilott Grosch vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach mitteilte. Dabei sei es teils sommerlich warm gewesen, im Chiemgau stieg das Thermometer auf 22 Grad. Das Schlimmste sei jedoch am Nachmittag wohl überstanden, sagte die Meteorologin.

          Gefahr in den Alpen: Föhnsturm-Folgen im Bundesland Salzburg
          Gefahr in den Alpen: Föhnsturm-Folgen im Bundesland Salzburg : Bild: AP

          In Österreich wurde der Pinzgau im Salzburger Land zum Katastrophengebiet erklärt. Die Böen deckten rund 100 Hausdächer in dem Bezirk ab und knickten zahlreiche Baumstämme um. Bäume, die auf eine Freileitung stürzten, lösten einen Waldbrand aus, der aber rasch gelöscht wurde. Die Behörden riefen die Bevölkerung auf, in den Häusern zu bleiben und Autofahrten zu vermeiden. Im Bundesland Tirol führte Regen zu Überflutungen und Murenabgängen. In Kärnten richteten die seit Tagen anhaltenden Stürme nach einer vorläufigen Bilanz Schäden von 600.000 Euro an.

          Verletzte bei Erdrutsch in der Schweiz

          Auch in der Schweiz schlug das Wetter Kapriolen: Erdrutsche und Überschwemmungen unterbrachen am Samstag die beiden Hauptverkehrsachsen der Bahn durch die Alpen, Gotthard und Simplon. Am Nachmittag war die Gotthard-Strecke wieder eingleisig befahrbar. Der Simplontunnel blieb wegen Überschwemmungen auf der italienischen Seite frühestens bis Sonntag gesperrt. Auch die Gotthardautobahn A2 musste gesperrt werden. Der Gotthardstraßentunnel war ebenfalls nicht passierbar.

          Besonders kritisch war die Lage im Bündner Oberland. Am frühen Samstagnachmittag traf ein Erdrutsch Teile des Dorfs Schlans oberhalb von Trun. „Der Erdrutsch ging mitten durchs Dorf und hat auch Häuser getroffen“, berichtete der Pierino Zanin, Sprecher der Bündner Kantonspolizei. Mehrere Menschen seien verletzt worden.

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