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Wetter : „Eine historische Hitzewelle“

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Eine Folge der Hitze: Buschfeuer bei San Diego in Kalifornien Bild: REUTERS

Nicht nur hierzulande leiden die Menschen unter den Auswirkungen der Hitze. In Warschau war der Juli so heiß wie seit Jahrhunderten nicht, in Kalifornien gab es schon 50 Hitzetote und in Teilen Europas wird das Wasser knapp.

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          Mörderische Hitze in Kalifornien, historischer Hitzemonat in Warschau, Verwüstungen durch reißenden Gebirgsbach in der Schweiz: Das Wetter macht längst nicht nur in Deutschland Schlagzeilen. Eine anhaltende Hitzwelle in Kalifornien hat nach Medienberichten mehr als 50 Menschen das Leben gekostet. Wie die „Los Angeles Times“ am Mittwoch berichtete, gab es die meisten Opfer im küstenfernen Central Valley, wo seit zehn Tagen Temperaturen von mehr als 41 Grad Celsius gemessen werden.

          „Dies ist eine historische Hitzewelle“ mit „extremen“ Temperaturen, warnte Joe Desmond, Staatssekretär für Energiefragen. Zum ersten Mal in 57 Jahren werden in dem gewöhnlich kühleren Nordkalifornien und im Süden des Westküstenstaates gleichzeitig Rekordtemperaturen gemessen. In Fresno, im Central Valley, kletterte das Thermometer am Dienstag auf knapp 45 Grad.

          Wärmster Juli seit 227 Jahren in Polen

          Hitze und Trockenheit machen auch der Feuerwehr bei der Bekämpfung von gleich mehreren Busch- und Waldbränden zu schaffen. So mußten Besitzer von Luxusvillen in den Hügeln von Hollywood am Dienstag (Ortszeit) um ihre Domizile zittern. Dichte Rauchwolken von einem Buschfeuer im Benedict Canyon bei Los Angeles hüllten ihre Häuser ein. Aber am Ende konnte durch den Großeinsatz von 250 Feuerwehrleuten ein Übergreifen der Flammen rechtzeitig verhindert und der Brand schließlich eingedämmt werden.

          In der polnischen Hauptstadt Warschau war es seit Beginn der Temperaturmessung durchschnittlich noch nie so heiß wie in diesem Sommer. Der Juli war der wärmste Sommermonat seit 227 Jahren, berichtete die „Gazeta Wyborcza“ am Mittwoch. Bei einer Recherche in den kühlen Archiven des Instituts für Meteorologie hatten Zeitungsmitarbeiter die Temperaturen seit 1779 verglichen. Der polnische Hitzerekord des 20. Jahrhunderts ist jedoch noch ungebrochen: Am 29. Juli 1921 betrug die Temperatur im oberschlesischen Proszkow 40,2 Grad Celsius.

          Touristen verlassen kroatische Insel

          In Frankreich hat die anhaltende Hitzeperiode nach Angaben von Umweltministerin Nelly Olin zu einer „äußerst beunruhigenden“ Trockenheit geführt. Den durch die trockenen Jahre 2003 und 2005 schon massiv abgesunkenen Grundwasserspiegel könnten auch starke Regenfälle nicht mehr ausgleichen, erläuterte die Ministerin.

          Auf der kroatischen Urlaubsinsel Pag gibt es wegen der Hitze akuten Wassermangel. Tausende Touristen hätten deshalb in den vergangenen Tagen die Adriainsel verlassen, berichtete der kroatische Internetdienst Business.hr. Die kroatische Kriegsmarine hat die Entsendung von Tankschiffen mit Trinkwasser angekündigt.

          Reißender Gebirgsbach verwüstet Dorf in der Schweiz

          Ganz anders die Lage im Schweizer Kanton Wallis. Dort hat ein reißender Gebirgsbach nach einem heftigen Gewitter schwere Verwüstungen angerichtet. 3000 Bewohner der Stadt Martiny mußten in der Nacht zum Mittwoch wegen Überflutungsgefahr für mehrere Stunden ihre Häuser verlassen. Der Bach, der durch die Wassermassen zu einem reißenden Strom wurde, hatte zuvor einen Zug aus den Schienen geworfen und die St.-Bernhard-Paßstraße verschüttet. Verletzt wurde niemand. Den Schaden schätzen die Behörden auf mehrere Millionen Euro.

          In China hat der Tropensturm „Kaemi“ Überflutungen und Erdrutsche verursacht. Mindestens neun Menschen starben, 19 werden vermißt.

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