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Trockenheit in Amazonien : Wenn dem Regenwald der Regen ausgeht

Der menschengemachte Rückgang der Waldfläche ist nur ein Faktor für die Austrocknung des Regenwaldes. Bild: dpa

Amazonien droht zur Savanne zu werden – mit verheerenden Folgen. Die Ursachen gehen weit über die Abholzung der Wälder hinaus.

          3 Min.

          Große Teile des Amazonasregenwaldes drohen in den kommenden Jahrzehnten zur Savanne zu werden. Zu diesem Resultat kommt eine in der Zeitschrift „Nature Communications“ veröffentlichte Studie. Forscher unter der Leitung des Stockholm Resilience Centre haben die Folgen der globalen Klimaveränderung und anderer Umweltfaktoren mit aufwendigen Computer-Simulationen berechnet. Das hochsensible Ökosystem des Amazonasregenwaldes könnte demnach viel rascher von den Auswirkungen steigender Temperaturen betroffen sein als bisher angenommen. Laut der Forscher sind rund 40Prozent des größten Regenwaldes der Erde von der „Savannisierung“ bedroht. Der Prozess wird zwar schleichend vor sich gehen. Doch wenn er einmal begonnen hat, wird er kaum noch aufzuhalten sein.

          Tjerk Brühwiller

          Korrespondent für Lateinamerika mit Sitz in São Paulo.

          Die erschreckende Prognose ist nicht neu. Schon seit Jahrzehnten warnt der renommierte brasilianische Meteorologe und Klimaforscher Carlos Nobre vor der Austrocknung des Amazonasregenwaldes. Der 69 Jahre alte Wissenschaftler, der am Massachusetts Institute of Technology Meteorologie studierte und über Jahrzehnte am Nationalen Institut für Raumforschung in Brasilien forschte, wies bereits in den neunziger Jahren auf den Prozess hin. Er ging dabei der Frage nach, was passiert, wenn sich die Waldfläche des Amazonasregenwaldes verkleinert. „Wir hatten damals nicht dieselben Computer wie heute zur Verfügung“, sagt Nobre. Die Resultate der Studien waren jedoch dieselben: Weniger Wald führt zu einem regionalen Temperaturanstieg und einer kürzeren Regenzeit, was die Auslöser der „Savannisierung“ sind.

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