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Weltraumsonde abgekoppelt : „Huygens“ auf dem Weg zum Saturn-Mond Titan

  • Aktualisiert am

Huygens verläßt Cassini Richtung Mond Titan. Im Hintergrund Saturn Bild: dpa

Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn wertete die Abkoppelung der Sonde als bedeutenden Erfolg für die europäische Raumfahrt. Wissenschaftler hoffen, daß die Mission aufschlußreicher sein wird als viele bisherigen Weltraumprojekte.

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          Die europäische Weltraumsonde „Huygens“ hat Kurs auf den Saturn-Mond Titan genommen. Das Landegerät der Europäischen Weltraumagentur (ESA) koppelte sich am Samstag gegen 03.00 Uhr MEZ planmäßig vom Mutterschiff „Cassini“ ab, wie die amerikanische Weltraumbehörde Nasa mitteilte. „Huygens“ soll am 14. Januar in die dichte Atmosphäre von Titan eindringen, um schließlich die Oberfläche des Trabanten zu erforschen.

          Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn wertete die Abkoppelung der Sonde als bedeutenden Erfolg für die europäische Raumfahrt. „Die Mission soll uns neue Erkenntnisse über die Entstehung der Erde liefern“, sagte die Ministerin und Ratsvorsitzende der ESA am Samstag in Berlin.

          Deutschland mit 115 Millionen Euro beteiligt

          Die Atmosphäre des Titans scheint derjenigen der Erde vor Beginn der Entwicklung von Leben zu ähneln. Der Titan ist nach derzeitigem Wissensstand der einzige Mond in unserem Sonnensystem, der von einer Atmosphäre umhüllt ist.

          Der finanzielle Anteil Deutschlands an der Mission beläuft sich laut Bundesforschungsministerium auf rund 115 Millionen Euro. Deutsche Wissenschaftler sind führend an der Erkundung des Titans beteiligt. Nach bisherigen Erkenntnissen beträgt die Oberflächentemperatur des Mondes durchschnittlich minus 143 Grad Celsius, weshalb es dort kein Wasser in flüssiger Form geben kann. Es wird aber vermutet, daß sich auf dem Saturn-Trabanten Seen oder sogar Meere aus flüssigem Methan befinden.

          „Alle Hoffnungen richten sich auf die Daten“

          „Huygens“ soll vor allem beim Eindringen in die Titan-Atmosphäre detaillierte Daten zum Mutterschiff „Cassini“ und von dort zur Erde senden. Dafür ist ein Zeitraum von nur zweieinhalb Stunden vorgesehen. Bei einer sanften Landung könnte die Datenübertragung noch eine halbe Stunde länger anhalten.

          Insgesamt handelt es sich also um eine sehr kurze Mission. Den Wissenschaftlern von ESA und Nasa zufolge könnte sie trotzdem aufschlußreicher sein als viele andere Weltraumprojekte. „All unsere Hoffnungen und Erwartungen richten sich jetzt auf die ersten Daten aus einer neuen Welt, von deren Erforschung wir seit Jahrzehnten träumen“, erklärte der Wissenschaftsdirektor der ESA, David Southwood.

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