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Weltraumprogramm : Obama will Marsmission im Jahr 2035

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Will noch erleben, wie Astronauten zum Mars aufbrechen: Barack Obama Bild: AP

Der amerikanische Präsident Barack Obama will spätestens im Jahr 2035 eine bemannte Mission zum Roten Planeten Mars schicken. Das sagte Obama am Donnerstag bei der Vorstellung seines neuen Raumfahrtprogramms in Florida. Zugleich kündigte er eine Aufstockung der Mittel für die Nasa an.

          Der amerikanische Präsident Barack Obama hat sich trotz massiver Sparzwänge klar zur bemannten Raumfahrt bekannt und will bis 2025 Menschen in die Tiefen des Alls schicken. „Eine Landung auf dem Mars wird folgen, und ich werde dabei zusehen“, sagte der Präsident am Donnerstag bei der Vorstellung seiner Weltraum-Pläne im Kennedy-Raumfahrtzentrum in Florida. Mitte der 2030er Jahre rechne er damit, dass Astronauten einen Fuß auf dem Roten Planeten setzen. Missionen zum Mond erteilte er aber eine Absage. „Platt gesagt: Da waren wir schon einmal (...) Es gibt viel mehr Weltall zu erkunden.“

          Der Präsident unterstrich seinen Absicht, den Etat der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa über die nächsten fünf Jahre um sechs Milliarden Dollar (4,4 Milliarden Euro) aufzustocken. Zudem sollen verstärkt Privatunternehmen damit beauftragt werden, Astronauten und Material ins All zu bringen. Im Mittelpunkt der Pläne steht zudem die Vision einer Rakete, die Menschen und Ausrüstung zu verschiedenen Zielen wie etwa Asteroiden transportieren kann, die dann wiederum als Ausgangspunkt für Missionen etwa zum Mars dienen sollen. Dafür stünden drei Milliarden Dollar an Forschungsgeldern bereit. Bis 2015 solle das Design feststehen. „Dann bauen wir sie.“

          Obama: „Bekenne mich 100prozentig zur Mission der Nasa“

          „Ich bekenne mich hundertprozentig zur Mission der NASA und ihrer Zukunft“, sagte Obama unter Applaus in Florida. Niemand stehe stärker hinter der bemannten Raumfahrt als er. „Aber wir müssen es schlau anstellen.“ Die Erkundung des Weltraums sei kein Luxus. Sie sei zentraler Teil der Zukunft. Allerdings habe sich das Umfeld für die Raumfahrtprogramme geändert. Globale Kooperation habe mittlerweile den globalen Wettlauf abgelöst. Mit seiner Vision von der Zukunft der amerikanischen Raumfahrt kämen Astronauten „schneller, häufiger und zu niedrigeren Kosten“ ins Weltall, betonte der Präsident.

          Im Kern geht es Obama um ein „schlankeres“ Raumfahrtprogramm. Dazu soll das bisherige Constellation-Programm mit der großen Ares-Rakete und der Orion-Raumkapsel erheblich verkleinert werden. Die Orion-Kapsel soll zunächst als Fluchtfahrzeug konzipiert werden, um bei Notfällen Astronauten von der Internationalen Raumstation ISS zu retten, sagte Obama. Auf dieser Basis könne die Kapsel dann für Missionen in die Tiefe des Alls weiterentwickelt werden. Das komplette Constellation-Programm habe die Erwartungen nicht erfüllt, so Obama.

          Daneben nannte der Präsident als weiteres Ziel seiner Raumfahrtpolitik, die Lebenszeit der ISS um fünf Jahre zu verlängern. Erst vor einigen Tagen hatten der erste Mann auf dem Mond, Neil Armstrong, und andere Ex-Astronauten moniert, ein Ausstieg der Vereinigten Staaten aus der bemannten Raumfahrt würde verheerende Folgen haben. Dies würde die Vereinigten Staaten zu einer „zweitrangigen oder gar drittklassigen“ Raumfahrtnation schrumpfen. Außerdem kommt laute Kritik aus Florida, wo tausende Arbeitsplätze im Raumfahrtsektor gefährdet sind. Obama versprach daraufhin am Donnerstag, dass seine Pläne entlang Floridas „Raumfahrt-Küste“ rund 2500 zusätzliche Jobs schaffen würden.

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