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Weltraum-Reparatur : Atlantis fängt Hubble ein

  • Aktualisiert am

Bild: reuters

Bereits an diesem Donnerstag wollen die Astronauten eine neue Kamera auf „Hubble“ installieren. Durch die Wartungsarbeiten soll das Weltraumteleskop für die kommenden fünf Jahre fit gemacht werden.

          2 Min.

          Spektakuläres Rendezvous im All: In rund 530 Kilometer Entfernung von der Erde hat die Besatzung der Raumfähre „Atlantis“ am Mittwoch planmäßig das Weltraumteleskop „Hubble“ eingefangen. Während die Raumfähre und das Teleskop nebeneinander um die Erde kreisten, fuhr die amerikanische Astronautin Megan McArthur einen 15 Meter langen Greifarm des Space-Shuttle aus und fixierte das elf Tonnen schwere Teleskop für die mehrtägigen Reparatur- und Wartungsarbeiten. Knapp eine Stunde später wurde „Hubble“ in die Ladebucht der „Atlantis“ gehievt.

          „Prima Arbeit, Megan“, sagte ein Sprecher im Kontrollzentrum der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa. „Es ist großartig, wieder mit „Hubble“ in Berührung zu sein.“ Das Manöver war weltweit auf dem Nasa-Fernsehen und im Internet zu verfolgen.

          Es handelt sich um die fünfte und letzte Wartung des Teleskops, das seit 1990 im All ist und seitdem atemberaubende Bilder unter anderem über kollidierende Galaxien zur Erde gesendet hat. Ein erster Außeneinsatz der Astronauten steht bereits heute an. In einem sechseinhalbstündigen Außeneinsatz sollen die Astronauten eine neue Kamera installieren, mit der „Hubble“ noch tiefer in die unendlichen Weiten des Weltalls blicken kann.

          Bereit zur Reparatur: Hier, in der Ladebucht der Raumfähre, wird gleich das Teleskop angedockt werden
          Bereit zur Reparatur: Hier, in der Ladebucht der Raumfähre, wird gleich das Teleskop angedockt werden : Bild: dpa

          Entwarnung

          Unterdessen gab die Nasa wegen vier Hitzekacheln Entwarnung, die beim Start von „Atlantis“ am Montag beschädigt worden waren. Es handele sich lediglich um mehrere kleine Dellen, der Schaden am überlebensnotwendigen Hitzeschild scheine „sehr geringfügig“, sagte Flugdirektor Tony Cecacci im Kontrollzentrum in Houston im Bundesstaat Texas. Man sei nicht besorgt. 2003 war die Raumfähre „Columbia“ beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglüht, weil es Schäden am Hitzeschild gab. Alle sieben Besatzungsmitglieder kamen damals ums Leben.

          Ziel der elftägigen Mission, während der fünf Außeneinsätze der Astronauten vorgesehen sind, ist es, „Hubble“ für mindestens fünf weitere Jahre funktionsfähig zu halten. Seit 2006 arbeitet die Hauptkamera nur noch eingeschränkt, die Batterien werden schwach, und wichtige Sensoren sind ausgefallen. Die Mission gilt als ausgesprochen schwierig und nicht ohne Risiko.

          Neue Kamera schaut in die Vergangenheit

          Bereits an diesem Donnerstag soll eine neue „Wide Field Camera 3“ installiert werden, die noch weiter in die Frühzeit des Universums schauen kann. Außerdem wird eine spezielle Vorrichtung eingerichtet, mit deren Hilfe künftige Shuttles „Hubble“ transportieren können.

          Gelingt den sechs Männern und einer Frau der „Atlantis“ ihre Arbeit, ist nicht nur das Weiterarbeiten des Observatoriums bis mindestens 2014 gewährleistet. Zugleich würde die Effektivität des Teleskops bis zu 90 mal verbessert, verspricht die Nasa. Falls die Mission misslingt, habe man es mit einem Milliarden teuren „Stück Weltraumschrott“ zu tun, meinte „Atlantis“-Kapitän Scott Altman. „Hubble“ kostete bisher rund 6,9 Milliarden Dollar (5,1 Milliarden Euro).

          Für den Notfall steht in Cape Canaveral eine zweite Raumfähre auf der Startrampe, die jederzeit zu einem Rettungseinsatz starten kann. Im Fall der Fälle würde sich der Shuttle „Endeavour“ bis auf wenige Meter der „Atlantis“ nähern und die Astronauten mit einem Greifarm an Bord holen.

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