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Weltraum : Der Mars beherrscht den Morgen

  • -Aktualisiert am

Bild: dpa

Im April findet eine Sonnen- und eine Mondfinsternis statt. Partiell wird die Sonne in weiten Teilen des Pazifiks, den südlichen Regionen Nordamerikas sowie in Südamerika verfinstert. Der Mars ist als Gestirn erster Größe der Beherrscher des östlichen Morgenhimmels.

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          Die Tageslänge nimmt im April um fast denselben Betrag zu wie im März. Am Monatsersten steht unser Tagesgestirn 12 Stunden 55 Minuten über dem Horizont, am letzten Apriltag sind es bereits 14 Stunden 40 Minuten. Die Mittagshöhe der Sonne steigt im Monatsverlauf um über 10 Grad auf den nahezu sommerlichen Wert von 55 Grad über dem Südhorizont an. Dadurch vergrößern sich die Tagbogen der Sonne erheblich, und ihre Aufgangszeiten verschieben sich von 7.02 Uhr zu Beginn des Monats auf 6.03 Uhr an dessen Ende. Ihre Untergänge verspäten sich von 19.57 Uhr auf 20.43 Uhr.

          Im April findet je eine Sonnen- und eine Mondfinsternis statt. Beide Ereignisse sind jedoch in Europa nicht sichtbar. Den Anfang macht die Sonnenfinsternis vom 8. auf den 9. April, die anfangs ringförmig, dann total und gegen Ende wieder ringförmig verläuft. Die Finsternislinie beginnt im Südpazifik, zieht in nordöstlicher Richtung und erreicht das Festland in Panama. Sie endet bei Sonnenuntergang nahe der Stadt Ciudad Guayana in Venezuela.

          Schmutziggraue Verdunkelung

          Partiell verfinstert wird die Sonne in weiten Teilen des Pazifiks, den südlichen Regionen Nordamerikas sowie in fast ganz Südamerika. Eine Halbschattenfinsternis des Mondes folgt am 24. April. Sie kann in Amerika, Australien sowie großen Teilen des Pazifischen Ozeans verfolgt werden. Allerdings ist zur Finsternismitte gegen 12Uhr MESZ etwa eine Stunde lang lediglich eine schmutziggraue Verdunkelung des nordöstlichen Teils der Mondscheibe bemerkbar.

          Am Sternhimmel ist die Umstellung vom Winter- auf das Sommerhalbjahr in vollem Gang. Die Wintersternbilder haben sich auf den Südwest- und Westteil des Himmels zurückgezogen. Dank der Vielzahl der hellen Wintersterne hebt sich dieses Himmelsareal jetzt besonders hervor. Die typischen Winterbilder Stier, Orion, Fuhrmann, Großer und Kleiner Hund sowie die Zwillinge befinden sich alle noch über der Horizontlinie. Allerdings haben die westlichsten Sterne von Stier, Orion und Großem Hund schon Horizontberührung.

          Zwölf Fixsterne zu bewundern

          Die hellsten Sterne erster Größe der winterlichen Sternkonstellationen, Aldebaran, Rigel, Beteigeuze, Capella, Sirius, Prokyon und Pollus, sind aber alle noch sichtbar. Mit den Sternen des Frühlingsdreiecks, Regulus, Spika und Arkturus, sowie den tief am Nordosthorizont stehenden nördlichen Ecksternen des Sommerdreiecks, Wega und Deneb, befinden sich zwölf Fixsterne der ersten Größenklasse nun gleichzeitig über dem Horizont. Von den 15 Sternen erster Größe, die in unseren Breiten sichtbar sind, fehlen also nur drei: Antares, Atair und Fomalhaut.

          Beim Betrachten der Sternkarte sind sicher schon jedem die Bezeichnungen M42 für den Orionnebel, M44 für den offenen Sternhaufen Praesepe oder M13 für den Kugelsternhaufen im Herkules aufgefallen. Die hellen Nebelflecke und Sternhaufen tragen meist eine Nummer mit vorgestelltem M. Dieses M steht für Messier, einen französischen Astronomen des 18. Jahrhunderts, der den ersten Katalog von nebelartigen Himmelsobjekten erstellt hat. Er war der Entdecker von 15 Kometen.

          Nebelobjekt-Katalog

          Beim Beobachten störte ihn, daß er oft durch nebelige Objekte in die Irre geführt wurde, die ortsfest blieben, also keine Kometen waren. So begann er 1760 ein Verzeichnis aller ihm bekannten Nebelobjekte zu erstellen, um sich die Jagd nach Kometen zu erleichtern. Im Jahre 1784 veröffentlichte er schließlich einen Katalog mit 103 Objekten. Da Messier nur bescheidene Teleskope zur Verfügung standen, sind es hellere Nebel und Sternhaufen, die nahezu jedem Amateurfernrohr zugänglich sind. Das ist wohl der Grund dafür, daß sein Katalog heute noch verwendet wird.

          Im südlichen Himmelsareal fällt sofort das markante Doppeltrapez des Löwen mit dem hellen Regulus auf, der jetzt fast genau auf der Südlinie steht. Zwischen ihm und den Zwillingen ist das lichtschwache Tierkreisbild des Krebs nur bei guten Sichtverhältnissen zu erkennen. Genauso verhält es sich mit der Wasserschlange, deren schwache Sternenkette sich am Horizont von Süd nach Ost entlangzieht. Auch die Bilder Rabe und Becher, zwischen Löwe, Wasserschlange und Jungfrau gelegen, sind nicht leicht zu erspähen. Oberhalb der Jungfrau ist dagegen die Drachenform des Bootes auffällig, vor allem sein heller, orangefarbener Hauptstern Arkturus lenkt die Blicke auf sich. Der Große Wagen ist jetzt in der zenitnahen Himmelsregion angekommen. Zwischen ihm, dem Boot, der Jungfrau und dem Löwen sind noch zwei unscheinbare Sternbildchen zu erkennen: die Jagdhunde und das Haar der Berenike.

          Mars - der Star am Himmel

          Als dominierendes Gestirn auch am Abendhimmel etabliert sich im April Jupiter. Am 3.April steht der Riesenplanet in Opposition zur Sonne und hält sich dann die gesamte Nacht über dem Horizont auf. Am Abend des 22.April finden wir den nahezu vollen Mond in geringem Abstand südlich von Jupiter. Die Untergänge des äußeren Nachbarplaneten von Jupiter, Saturn, verschieben sich langsam Richtung Mitternacht. Am 1. April geht der Ringplanet gegen vier Uhr unter, am letzten Apriltag bereits kurz nach zwei Uhr. Der Mars ist jetzt als Gestirn erster Größe der Beherrscher des östlichen Morgenhimmels. Der sich im Grenzgebiet zwischen Steinbock und Wassermann ostwärts bewegende Wandelstern verfrüht seine Aufgänge von fünf Uhr am 1. auf vier Uhr am 30. des Monats.

          Am 27. April findet kurz nach ein Uhr eine interessante Sternbedeckung statt. Der schon vor seinem Aufgang vom Mond bedeckte Stern Antares tritt gegen 1.04 Uhr aus dem dunklen Mondrand heraus und blitzt dann schlagartig auf. Da sich der Mond erst wenige Grad über dem Horizont erhoben hat, ist zur Beobachtung dieses Ereignisses ein Fernglas oder kleines Fernrohr zu empfehlen.

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