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Weltjugendtag in Madrid : Papst erklärt sich solidarisch mit Jugend

  • Aktualisiert am

Die Eröffnungsansprache des Papstes unter windigen Bedingungen auf dem Flughafen Bajaras Bild: dpa

Zu seiner Ankunft auf dem Weltjugendtag hat Papst Benedikt XVI. Jugendliche aufgefordert, fest im Glauben zu bleiben. Er wolle ihnen mit seiner Anwesenheit Mut machen, ihren „Glauben offen zu bekennen“.

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          Papst Benedikt XVI. ist am Donnerstag zur Teilnahme am zwölften katholischen Weltjugendtag in Madrid eingetroffen. Er wolle mit seiner Anwesenheit den jungen Pilgern Mut machen, ihren „Glauben offen zu bekennen“, sagte er den mitreisenden Journalisten auf dem Flug von Rom nach Madrid. Er setze gerne die Tradition der Weltjugendtreffen fort, die von seinem Vorgänger Johannes Paul II. ins Leben gerufen wurden; denn sie seien ein „Zeichen der Gegenwart Christi in der Welt. Das Treffen schafft Freundschaft, öffnet Grenzen und macht deutlich, dass es schön ist, mit Gott zu sein, wenn er mit uns“ ist, sagte der Papst.

          Die derzeitige Wirtschaftskrise ist nach den Worten des Papstes zugleich eine moralische Krise, die nicht durch äußere Maßnahmen, sondern nur durch innere Umkehr gelindert werden könne, sagte er weiter. Europa habe eine besondere Verantwortung „gegenüber anderen Nationen und der Menschheit“, sagte der Papst weiter. Es müsse Arbeitsplätze schaffen und die Natur schützen. Wirtschaftsentscheidungen dürften sich nicht in erster Linie am Profit orientieren, sondern am Wohl des Menschen. Die Kirche habe in dieser Situation die Aufgabe, die Menschen zu erziehen und ihnen die Freiheit zu vermitteln, die der Glaube im Monotheismus geben könne.

          Auf dem Flugfeld wurde Benedikt XVI. von König Juan Carlos, Königin Sofía und Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero begrüßt. Der König nannte es eine „besondere Auszeichnung“, dass der Papst nun schon zum dritten Mal während seines Pontifikats - nach Valencia 2006 sowie Santiago de Compostela und Barcelona 2010 - Spanien besuche. Der Papst vermied in seiner Antwort jede Kritik an der sozialistischen Regierung und ihren laizistischen Gesellschaftsreformen und erklärte sich solidarisch mit einer Jugend in wirtschaftlicher und spiritueller Krise.

          Vor Papst-Besuch in Madrid : Ausschreitungen bei Demonstration

          Spanienbesuch als „Generalprobe“ für Deutschlandvisite

          Er rief den applaudierenden Pilgern zu: „Niemand soll euch den Frieden nehmen.“ Neben den offiziellen Würdenträgern empfingen ihn einige hundert Jugendliche, manche in einer nachgeschneiderten Uniform der Schweizergarde im Vatikan. Der Besuch des Papstes, der die „christlichen Wurzeln“ Spaniens hervorhob, steht im Zeichen der „Neuevangelisierung“ des Landes und ist zudem eine Art „Generalprobe“ seiner für Ende September geplanten Deutschlandvisite.

          Vor seiner Ankunft war es in der Nacht zum Donnerstag in Madrid zu Ausschreitungen gekommen. Antiklerikale Gruppen beschimpften Pilger während einer von der Regierung genehmigten Demonstration gegen den Papst. Sie kritisierten eine „Geldverschwendung“ durch den Papstbesuch und griffen die Pilger tätlich an. Die Polizei, die zunächst versucht hatte, die Gruppen zu trennen, musste schließlich zu Gewaltmaßnahmen greifen. Dabei wurden elf Demonstranten und Beamte leicht verletzt. Acht Personen aus dem Umfeld der „Bewegung 15. Mai“, die sich für die Kundgebung mit radikalen Splittergruppen zusammengetan hatten und von der grün-kommunistischen Partei Vereinigte Linke unterstützt wurden, wurden festgenommen.

          Die Zahl der Anti-Papst-Demonstranten wurde von der Polizei auf rund 4000 geschätzt. Für Freitag und Samstag sind punktuelle weitere „Aktionen“ geplant. Die zumeist verstörten und friedlichen jugendlichen Pilger reagierten auf die Attacken mit demonstrativen Gebeten und Hochrufen auf Benedikt XVI., der wiederum von den Radikalen als „Nazi“ verunglimpft wurde. An diesem Freitag will der Papst separate Gespräche mit dem König und Ministerpräsident Zapatero führen und einen Kreuzweg in der Innenstadt anführen. Für Samstag ist eine Messe in der Almudena-Kathedrale und zum Abschluss am Sonntag eine weitere „Großmesse“ in einem Vorort mit voraussichtlich mehr als einer Million Gläubigen vorgesehen. Schon jetzt zählt die Polizei gut eine Million Pilger in Madrid und damit mehr als vorhergesehen.

          Papst-Reliquie trifft in Mexiko ein

          Eine Reliquie mit Blut des 2005 gestorbenen Papstes Johannes Paul II. ist nach Kirchenangaben am Mittwochabend in Mexiko eingetroffen. Die Reliquie soll vier Monate lang in mehr als 90 Städten des Landes ausgestellt werden, um, wie es heißt, Millionen von Menschen in dem von Gewalt gepeinigten Land eine Botschaft der Hoffnung und des Friedens zu senden. Die Blutampulle soll vom 25. August an mit einer Wachsfigur des polnischen Papstes auf die Reise durch das Land geschickt werden, das er während seines Pontifikats fünfmal besucht hat. Die Mexikaner haben deshalb eine besondere Verehrung für den kürzlich seliggesprochenen Johannes Paul II. entwickelt. Die mexikanischen Bischöfe hatten den Vatikan um die Entsendung der Reliquie gebeten, um den Verehrern des Papstes die Gelegenheit zu geben, zu ihm zu beten und um Frieden in ihrem Land zu bitten, das vom Krieg unter den und gegen die Rauschgiftbanden leidet.

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