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Weltjugendtag : Brandanschlag auf Pilger-Camp verhindert

  • Aktualisiert am

Camp von Weltjugendtagsbesuchern in Volkenroda Bild: ZB

Die Polizei in Thüringen hat einen Anschlag mit „vermutlich fremdenfeindlichem“ Hintergrund auf ein Camp des Weltjugendtags verhindert. Drei junge Männer hatten in der Nacht zum Freitag in einem Zeltlager randaliert und mit einem Luftgewehr geschossen; später wollten sie einen Molotow-Cocktail in einem der Zelte zünden.

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          Die Polizei in Thüringen hat einen Anschlag auf ein Camp des Weltjugendtags verhindert. Drei junge Männer im Alter von 15, 18 und 21 Jahren hatten in der Nacht zum Freitag zunächst in einem Zeltlager beim Kloster Volkenroda im Landkreis Mühlhausen randaliert und mit einem Luftgewehr geschossen. Später wollten sie einen Molotow-Cocktail in einem der Zelte zünden.

          In dem Lager befinden sich derzeit rund 2.000 Jugendliche - viele davon aus dem Ausland. Die mutmaßlichen Täter aus dem Unstrut Hainich Kreis hatten dort gegen 3.00 Uhr randaliert und waren zunächst unerkannt entkommen. In der Wohnung eines der Beschuldigten mixten sie dann eine - vermutlich brennbare - Flüssigkeit und begaben sich zurück zu dem Lager. Dabei wurden sie von der Polizei gestoppt und vorläufig festgenommen.

          Haftbefehle gegen Auflagen ausgesetzt

          Ein Atemalkoholtest ergab, daß alle drei Täter alkoholisiert waren. Bei dem Fahrzeugführer wurde ein Wert von 1,02 Promille festgestellt. Einer der drei Jugendlichen ist bereits wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz polizeilich in Erscheinung getreten, wie eine Polizeisprecherin erklärte. In dem Fahrzeug befand sich zudem eine Reichskriegsflagge. Einer der Jugendlichen räumte die Vorwürfe laut Polizei später ein. Die Flüssigkeit soll in den kommenden Tagen untersucht werden.

          Weltjugendtag: Treffen internationaler Pilger
          Weltjugendtag: Treffen internationaler Pilger : Bild: dpa/dpaweb

          Gegen alle drei Tatbeteiligte wurde von der Staatsanwaltschaft Mühlhausen Haftbefehl beantragt. Die Jugendlichen wurden am Samstag mittag dem Haftrichter vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehle, setzte sie aber gegen Auflagen außer Vollzug, wie eine Polizeisprecherin der Nachrichtenagentur AP sagte. Die Jugendlichen müßten sich mehrmals die Woche bei der Polizei melden.

          Organisatoren bestürzt

          „Die Nachricht vom Überfall auf das Lager der Weltjugendtagsteilnehmer im Kloster Volkenroda ist im Bistum Erfurt mit großer Bestürzung aufgenommen worden“, erklärte Bistumssprecher Peter Weidemann. Man sei froh und dankbar, daß es keine Verletzten gegeben habe. Die Tat sei auf das Entschiedenste zu verurteilen. „Der Überfall war vermutlich fremdenfeindlich motiviert. Das Ziel kann daher nicht zufällig gewählt worden sein: Junge Menschen aus vielen verschiedenen Ländern der Erde, die mit Hunderttausenden anderer Jugendlichen zu einem internationalen, friedlichen und völkerverbindenden Treffen zusammenkommen“, sagte der Sprecher weiter.

          Die Tat wirft dem Sprecher zufolge einen Schatten auf den Weltjugendtag, der aber weder die Tage der Begegnung in Thüringen noch den Weltjugendtag in Köln verdunkeln oder gar verhindern wird. „Nur im friedlichen Miteinander von Menschen unterschiedlicher Nation können wir erfahren, daß Fremde Gäste und ein Segen sind.“ Das Bistum hoffe, daß nicht die Tat, sondern der herzliche Empfang, den die Thüringer und Thüringerinnen den Weltjugendtagsgästen bereitet hätten, die Erinnerung bestimme.

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