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Weltbevölkerung : So viele junge Menschen wie noch nie zuvor

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Die viele jungen Menschen könnten für Entwicklungsländer wie Bangladesch eine Chance werden Bild: dpa

Noch nie gab es auf der Erde so viele Menschen zwischen zehn und 24 Jahren wie heute. Die meisten davon leben in Entwicklungsländern. Damit die große Zahl junger Menschen für diese Länder nicht zur Last wird, muss sich noch vieles ändern.

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          Jeder vierte Erdenbürger ist zwischen zehn und 24 Jahren alt, so viele wie nie zuvor. Neun von zehn dieser 1,8 Milliarden junger Menschen auf der Welt leben in Entwicklungsländern, im Jahr 2050 werden es zwei Milliarden sein.

          Der am Dienstag in Berlin vorgestellte Weltbevölkerungsbericht 2014 der Vereinten Nationen befasst sich mit der Frage, was zu tun ist, damit diese große Zahl junger Menschen die Entwicklungsländer voranbringt statt sie zu belasten. Michael Herrmann vom Bevölkerungsfond der Vereinten Nationen (UNFPA) sagte, dazu bedürfe es besserer Bildung, besserer Gesundheitsversorgung – einschließlich Sexualaufklärung und Verhütung – und besserer Arbeitsmöglichkeiten: „Wir müssen in Vorleistung treten und in die jungen Menschen investieren.“

          Südkorea als positives Beispiel

          Dann könnten die Länder eine „demografische Dividende“ einfahren. Die Fachleute verstehen darunter den Anteil am Wirtschaftswachstum, der aus einem höheren Anteil Erwerbstätiger entsteht. Wenn in einem Land die Sterberaten und auch die Fertilitätsraten sinken, entsteht eine junge, erwerbsfähige Bevölkerung, die das Land voranbringen kann – wenn man in die jungen Menschen investiert. Herrmann nannte Südkorea als Beispiel.

          Renate Bähr, die Geschäftsführerin der Stiftung Weltbevölkerung, sagte, davon seien die Entwicklungsländer noch weit entfernt. 57 Millionen Kinder auf der Welt besuchten keine Grundschule, 36 Prozent aller jungen Leute zwischen 15 und 24 Jahren seien arbeitslos. Vor allem die Lage der Mädchen und jungen Frauen müsse gestärkt werden. Jeden Tag werden demnach 30.000 minderjährige Frauen verheiratet, nur 22 Prozent aller heranwachsenden Frauen verhüten, 2,5 Millionen jedes Jahr haben eine unsichere Abtreibung. Häufigste Todesursache der Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren ist der Suizid, zweithäufigste sind Komplikationen bei Schwangerschaft und Geburt.

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