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Weltausstellung : You Robot

  • -Aktualisiert am

Expo-Hosteß der Zukunft Bild: AP

Von Maschine zu Mensch: Auf der Weltausstellung im japanischen Aichi können sich Besucher auf das Zusammenleben mit intelligenten Maschinen vorbereiten. Die Roboter sind längst Image- und Sympathieträger.

          6 Min.

          Im Tokio der Zukunft baut der geniale Wissenschaftler Professor Tenma den stärksten Roboter aller Zeiten nach dem Vorbild seines verstorbenen Sohnes Tobio. Mit menschlichen Gefühlen und Verstand, 100.000 Pferdestärken und unzähligen technischen Wunderwaffen ausgerüstet, kämpft Astro Boy fortan gegen mächtige böse Roboter.

          Die Geschichte von Tetsuwan Atomu, im Rest der Welt bekannt als Astro Boy, ist mehr als 50 Jahre alt. Ganze Generationen hat die atomgetriebene Figur des Manga-Zeichners Osamu Tezuka in Japan in ihrem Bann gehalten, und die Ingenieure, die in den Entwicklungsabteilungen von Toyota, Honda und Mitsubishi am perfekten Kunstmenschen tüfteln, sind vermutlich alle von ihr inspiriert. „Astro Boy hatte einen enormen Einfluß auf unsere Konzeption von Robotern“, sagt auch Sony-Manager Toshi Doi. Vor fünf Jahren träumte er noch auf einer Mini-Messe von neuen Gefährten für den Menschen, zwar ohne Herz, aber mit ferngesteuertem Hirn. Auf der Weltausstellung 2005 in Aichi mischen sich die Androiden nun wie selbstverständlich unter Menschen, ein Experiment mit mehr als 100 Robotern und erwarteten 15 Millionen Besuchern, sechs Monate lang. Noch nie war die Fiktion Astro Boy der Realität so nah.

          Von Zweibeiner zu Zweibeiner

          Nachdem Astro Boy nach Amerika entführt worden ist, wird er gezwungen, in einem Roboterzirkus aufzutreten. Kathy, seine Trainerin, gibt ihm auch seinen Namen. Professor Ochanomizu entdeckt Astro in dem Zirkus und will ihn befreien.

          Expo-Hosteß der Zukunft Bilderstrecke

          Vor Toyotas Pavillon wartet in Aichi die größte Menschentraube. Nicht wegen der Autos. Sechs Maschinen machen Musik, live, virtuos, ihre künstlichen Lippen beherrschen Horn und Trompete, die Trommeln vibrieren unter ihren rhythmischen Schlägen. Ein Rapper verrenkt seine Glieder im Takt. Die Automaten unterhalten ihre Schöpfer und deren Publikum. Toyotas Kunstmenschen sehen nicht wirklich lebendig aus, eher wie überdimensionierte Playmobilfiguren auf Weltraumexpedition. Grobgliedrige Genossen in einer Hülle aus weißem Plastik mit toten Mandelaugen, die ins Leere starren. Die Menge ist dennoch fasziniert. Fast die Hälfte der weltweit rund 800.000 Industrieroboter steht in Japan, viele davon schraubend und schweißend an den Fließbändern von Toyota. Doch die intelligenten Maschinen arbeiten längst auch jenseits der schweißtreibenden Produktion, sind Image- und Sympathieträger, von Zweibeiner zu Zweibeiner, von Maschine zu Mensch.

          „Süß!“

          Astro Boy hat den geheimen Auftrag, gestohlene Pläne wiederzubeschaffen. In einer schwer bewachten Festung liegen sie im Tresor tief unten im Keller. Mit Hilfe des Robotermädchens Niki schafft es Astro, in die Festung zu kommen. Doch welches Geheimnis verbirgt das Robotermädchen?

          Die Mischung aus High-Tech und niedlichem Spielzeug gefällt. „Kawaii!“ - „Süß!“, ist das größte Kompliment, nicht nur für Welpen und Babys, auch für Roboter. Großer Kopf, kleiner Mund, runde Augen, das klassische Kindchenschema. Toyota wetteifert dem Konkurrenten Honda nach, der „Asimo“ konstruierte, einen Zweibeiner mit Batterierucksack, der schon einmal den Börsenhandel in der Wall Street eröffnete und mit Ministerpräsident Junichiro Koizumi in ferne Länder auf Staatsbesuch durfte. „Asimo“ ist populär und knapp - einige Honda-Händler haben sich schon mit simplen aufblasbaren Imitaten beholfen, um technikverliebte Kundschaft in ihre Autohäuser zu locken. Auf der Expo in Aichi taucht „Asimo“ allerdings wieder leibhaftig auf. Die neueste Version ist noch menschlicher geworden, vermag mit - für Maschinen vollkommen unnützen - Leibesübungen aufzufallen. Der Reiz liegt in der technischen Raffinesse: Für einen Sekundenbruchteil verliert der joggende Roboter die Bodenhaftung, aber nicht das Gleichgewicht. Schöne neue Welt.

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