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Schauspieler im All : Operation am kosmischen Herzen

Zu den Sternen: Die Sojus-Trägerrakete auf ihrem Weg zur ISS – an Bord ist neben dem Kosmonauten erstmals auch ein Filmteam. Bild: dpa

Russland hat ein Filmteam zur Internationalen Weltraumstation geschickt, um die Begeisterung für das schwächelnde russische Raumfahrtprogramm anzufachen. Kritik an dem Projekt kommt allerdings auch aus den eigenen Reihen.

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          Mit dem Start eines Sojus-Raumschiffs in Baikonur in der kasachischen Steppe hat am Dienstag begonnen, was Russlands jüngster Weltraumtriumph werden soll: Auf den ersten Satelliten und den ersten Hund im All (1957), die ersten lebend von dort zurückgekehrten Hunde (1960), den ersten Mann (1961) und die erste Frau (1963) im Weltraum folgt nun der erste kosmische Spielfilmdreh. Dafür sind die Schauspielerin Julija Peressild und der Regisseur Klim Schipenko zur Internationalen Raumstation (ISS) geflogen, der Kosmonaut Anton Schkaplerow begleitete sie.

          Friedrich Schmidt
          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Die Filmleute haben eine monatelange Vorbereitung im „Sternenstädtchen“ nahe Moskau sowie in Baikonur hinter sich. Wie sie sich an Schwerelosigkeit und Beschleunigungskräfte gewöhnten, konnte man in sozialen Medien und im russischen Staatsfernsehen verfolgen. Dessen Erster Kanal ist ebenso an dem Projekt beteiligt wie die Raumfahrtbehörde Roskosmos. Sie gibt an, der Film solle „die kosmische Aktivität Russlands popularisieren und den Kosmonauten heroisieren“. Roskosmos-Direktor Dmitrij Rogosin misst dem Film, als dessen Ko-Produzent er auftritt, einen „starken propagandistischen Zweck“ zu. Konstantin Ernst, Chef des Ersten Kanals und ebenfalls Ko-Produzent, sagt, der Film solle „Russlands Leadership im kosmischen Bereich bestätigen“ und „die Energie, Liebe und Leidenschaft des Volkes zur bemannten Raumfahrt zurückbringen“.

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