Weihnachtsmarkt ohne Musik : Lange Stille vor der Stillen Nacht

In Aachen findet der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr ohne Musik statt. Das hat betriebswirtschaftliche Gründe. Die Gema-Gebühren sind nach Angaben des Marktveranstalters um das Dreifache gestiegen. Die ungewöhnliche Stille gefällt aber nicht jedem.
Weil die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) ihre Lizenzforderung für urheberrechtlich geschützte Werke stark erhöht hat, findet der Aachener Weihnachtsmarkt in diesem Jahr ohne Weihnachtsmusik statt. Hatte der „Märkte und Aktionskreis City“ in den vergangenen Jahren während der Marktzeit für die besinnliche Hintergrundberieselung pauschal 4000 Euro bezahlt, wären in diesem Jahr 12.000 Euro fällig gewesen.
Statt Musik werden die verborgen angebrachten Lautsprecher deshalb in diesem Jahr nur dann und wann notwendige Durchsagen übertragen. In der örtlichen Presse wird lebhaft über die ungewohnte vorweihnachtliche Stille debattiert. Händler fürchten um die Atmosphäre des Marktes und die Kauflaune der Kundschaft, die sich ebenfalls mehrheitlich entsetzt zeigt („Ohne Musik keine Stimmung“, „Ein Weihnachtsmarkt ohne Musik ist langweilig“). Manche sehen die lange Stille vor der Stillen Nacht aber auch als wahre Chance zur Besinnung.
Schon bald könnten wieder Weihnachtslieder aus den Lautsprechern erklingen. Für diesen Freitag sei ein „Friedensgespräch“ mit der Gema geplant, sagte Manfred Piana vom innerstädtischen Werbeverband, der den Weihnachtsmarkt in Aachen veranstaltet. Sollte es nicht zu einer Einigung kommen, müssen die Aachener wohl auch in den kommenden Wochen auf die Weihnachtsmusik zu ihrem Glühwein verzichten.





