https://www.faz.net/-gum-6l9id

Weihnachtsmarkt ohne Musik : Lange Stille vor der Stillen Nacht

  • Aktualisiert am

Bisher ohne Musik: der Aachener Weihnachtsmarkt Bild: dapd

In Aachen findet der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr ohne Musik statt. Das hat betriebswirtschaftliche Gründe. Die Gema-Gebühren sind nach Angaben des Marktveranstalters um das Dreifache gestiegen. Die ungewöhnliche Stille gefällt aber nicht jedem.

          1 Min.

          Weil die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) ihre Lizenzforderung für urheberrechtlich geschützte Werke stark erhöht hat, findet der Aachener Weihnachtsmarkt in diesem Jahr ohne Weihnachtsmusik statt. Hatte der „Märkte und Aktionskreis City“ in den vergangenen Jahren während der Marktzeit für die besinnliche Hintergrundberieselung pauschal 4000 Euro bezahlt, wären in diesem Jahr 12.000 Euro fällig gewesen.

          Statt Musik werden die verborgen angebrachten Lautsprecher deshalb in diesem Jahr nur dann und wann notwendige Durchsagen übertragen. In der örtlichen Presse wird lebhaft über die ungewohnte vorweihnachtliche Stille debattiert. Händler fürchten um die Atmosphäre des Marktes und die Kauflaune der Kundschaft, die sich ebenfalls mehrheitlich entsetzt zeigt („Ohne Musik keine Stimmung“, „Ein Weihnachtsmarkt ohne Musik ist langweilig“). Manche sehen die lange Stille vor der Stillen Nacht aber auch als wahre Chance zur Besinnung.

          Schon bald könnten wieder Weihnachtslieder aus den Lautsprechern erklingen. Für diesen Freitag sei ein „Friedensgespräch“ mit der Gema geplant, sagte Manfred Piana vom innerstädtischen Werbeverband, der den Weihnachtsmarkt in Aachen veranstaltet. Sollte es nicht zu einer Einigung kommen, müssen die Aachener wohl auch in den kommenden Wochen auf die Weihnachtsmusik zu ihrem Glühwein verzichten.

          Weitere Themen

          Die unsichtbaren Corona-Helden Video-Seite öffnen

          Reinigungskräfte : Die unsichtbaren Corona-Helden

          Reinigungskräfte sind in der Corona-Krise stark gefordert. Auch wenn es oft an der Anerkennung durch Politik und Gesellschaft mangelt - Der Knochenjob wird von den Bewohnern eines Berliner Seniorenheims besonders geschätzt.

          Fernab des Fernunterrichts

          Verlorenes Schuljahr : Fernab des Fernunterrichts

          Millionen von Schülern in Lateinamerika haben den Schulunterricht im vergangenen Jahr verpasst – die meisten, weil sie arm sind.

          Topmeldungen

          Das Team des neuen Präsidenten : Bidens Top Ten

          Donald Trump ist Geschichte, Joe Biden lenkt die Geschicke der Vereinigten Staaten. Doch wer sitzt mit ihm am Steuer? Wir stellen die wichtigsten Personen in seinem Team vor.

          Merkel erklärt Corona-Politik : „Mir bricht das Herz“

          Angela Merkel ist ein seltener Gast in der Bundespressekonferenz. Am Donnerstag gibt sie Einblicke, was sie in der Pandemie am meisten erschüttert und was sie an ihrer Arbeit fasziniert.
          Eine mutmaßliche „Querdenken“-Demonstrantin im Dezember in Dresden

          Der Querdenker-Stereotyp : Die bunte Welt der Querdenkerinnen

          Wer gegen Corona-Maßnahmen demonstriert, ist meist gut ausgebildet, eher weiblich und divers. Das ist das Klischee des typischen Protestlers, wie Soziologen in einer Feldstudie ermittelt haben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.