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Löwen Frankfurt : Weihnachtszeit auf Eis

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Von wegen Beschaulichkeit: Die Eishockey-Cracks der Frankfurter Löwen kommen über die Feiertage kaum zur Ruhe. Der Spielbetrieb läuft auf Hochtouren.

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          Von nun an bleibt kaum Zeit für Verschnaufpausen. Während sich viele Berufsgruppen wegen des Weihnachtsfests und des bevorstehenden Jahreswechsels über freie Tage freuen, sind die Löwen Frankfurt in der zweiten Deutschen Eishockey-Liga von Freitag an fast alle 48 Stunden gefordert: Acht Spiele innerhalb von 16 Tagen stehen für die Mannschaft von Trainer Matti Tiilikainen an.

          In der Zeit, in der ein Großteil der Gesellschaft entspannt die Füße hochlegt und sich so mancher vom vorweihnachtlichen Stress erholt, nimmt der Spielplan der DEL 2 Fahrt auf und macht große Schritte in Richtung der Play offs, die Anfang März beginnen und von den Spielern nach 52 Hauptrunden-Partien geradezu herbeigesehnt werden.

          Spiele am zweiten Weihnachtsfeiertag oder Trainingseinheiten an Neujahr sind Routine für Profis wie Adam Mitchell, die schon länger dabei sind. Der 36 Jahre alte Kapitän der Löwen befindet sich in seiner 14. Saison. Elf Spielzeiten davon hat er in der ersten Liga absolviert, wo ebenfalls am zweiten Weihnachtsfeiertag gespielt und dementsprechend auch am Vortag trainiert wird. Viel Zeit, die besinnlichen Festtage mit der Familie zu genießen, bleibt da nicht.

          Ausgangsposition weiter verbessern

          Für die Spieler scheint der Terminstress rund um Weihnachten und Silvester jedoch kein allzu großes Problem darzustellen. „Für uns ist das normal. Ich liebe diese Jahreszeit, wenn wir öfter spielen. Dann ist die Zeit für Punkte“, sagt Mitchell. Der Kapitän, der mit neun Toren und 17 Vorlagen aktuell der Topscorer des Teams ist, gibt die Richtung für die vielen Partien in den kommenden Wochen vor.

          Wie in den restlichen Spielen der zweiten Saisonhälfte geht es für die zweitplatzierten Löwen auch schon am Freitag in der Auswärtspartie in Dresden und im Heimspiel am Sonntag gegen Kassel darum, die gute Ausgangsposition nach 27 Spielen weiter zu verbessern. Das Ziel ist es, in der Tabelle am Saisonende möglichst weit vorn zu stehen, um zu Beginn der Play-offs das Heimrecht und einen vermeintlich leichteren Gegner zu bekommen.

          Auf was es neben der richtigen Mischung aus Training und Regeneration ankommt, um in derart vielen Partien innerhalb kürzester Zeit physisch und vor allem mental im Vollbesitz der Kräfte zu sein, weiß Mitchell aus Erfahrung. „Es ist wichtig, dass man viel Schlaf bekommt“, sagt der Deutsch-Kanadier.

          Töchter halten Mitchell auf Trab

          Das ist bei zwei Töchtern im Alter von drei und sieben Jahren nicht immer leicht. Der Nachwuchs lässt der schier endlosen Energie nämlich nicht nur nach siegreichen Löwen-Partien während der Ehrenrunde im Stadion oder in der Kabine in den Katakomben der Eissporthalle regelmäßig freien Lauf – auch zuhause halten Lina und Emma den Papa auf Trab.

          „Meine Frau ist zum Glück sehr nett und lässt mich oft ausschlafen“, sagt Mitchell, der vor allem nach den späten Abendspielen Probleme hat, früh einzuschlafen und genug Schlaf zu bekommen. Besonders früh auf den Beinen wird Mitchell auch am ersten Weihnachtsfeiertag sein, wenn die beiden Töchter ihre Geschenke auspacken dürfen, die nach dem Weihnachtsessen an Heiligabend beschert wurden.

          „Wenn die Kleinen wissen, dass Santa kommt, sind sie immer schon um sechs Uhr wach. Wir werden also genug Zeit haben, um die Geschenke aufzumachen“, versichert der Kapitän mit Blick darauf, dass am Mittag schon die nächste Trainingseinheit mit den Löwen ansteht, die tags darauf um 17 Uhr in Crimmitschau antreten.

          Terminhatz ist nichts Neues für Tiilikainen

          Frankfurts Cheftrainer wird sein erstes Weihnachtsfest in Deutschland mit seiner Familie, die gemeinsam mit ihm hier lebt, und seinem Co-Trainer und Nachbarn, Marko Raita, feiern. Auch Tiilikainen ist es gewohnt, über Weihnachten und vor der Jahreswende kaum Zeit für die Familie zu haben. In Finnland, wo er vor seinem Engagement in Frankfurt lange im Juniorenbereich eines Erstligaklubs gearbeitet hat, werden einen Tag vor Heiligabend und am zweiten Weihnachtsfeiertag ebenfalls Spiele ausgetragen. Die Terminhatz ist nichts Neues für den 31 Jahre alten Trainer.

          Ein traditioneller Bestandteil des christlichen Fests aus seinem Heimatland wird dem Finnen hier in Deutschland allerdings fehlen: „Ich werde die Weihnachts-Sauna vermissen“, sagt Tiilikainen, der in diesem Jahr auf den finnischen Brauch verzichten muss. Viel Zeit hätte er dafür ohnehin nicht gehabt.

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