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Nigel Slaters „Wintertagebuch“ : Hymne auf die kalte Jahreszeit

Was auch immer passiert, der Plumpudding (hinten links) darf nicht fehlen. Bild: F1online

Der Winter ist da, man kann wieder atmen: Der englische Gastrokritiker Nigel Slater schwärmt, kocht und erklärt, was Jesus mit dem Plumpudding zu tun hat.

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          Eine Winterdepression ereilt jedes Jahr ein bis drei Prozent der Europäer, ist an Symptomen wie Schlafsucht, Heißhunger, Gereiztheit oder Lustlosigkeit zu erkennen und kann wahlweise mit Glückshormonen, Lichttherapien, Fernreisen oder Nigel Slaters „Wintertagebuch“ behandelt werden. Letzteres ist zweifelsfrei der vielversprechendste Heilungsweg, denn dieses Buch ist eine einzige, hymnische Lobpreisung der kalten, dunklen Jahreszeit.

          Jakob Strobel y Serra

          stellvertretender Leiter des Feuilletons.

          Am liebsten würde Slater, einer der bekanntesten britischen Gastrojournalisten, seit einem Vierteljahrhundert Kolumnist des „Observer“, in der ewigen Düsternis leben. „Der Winter fühlt sich an wie ein Neuanfang, zumindest für mich. Ich sehne mich nach diesem eisklaren Leuchten, nach Himmeln aus blassblauem und mattgrauem Licht, das ruhig und sanft, aber auch frisch und knackig ist. Aus der erstickenden Luftlosigkeit des Sommers entkommen, habe ich wieder mehr Energie. Der Winter ist da. Ich kann wieder atmen“, schreibt Slater und gibt sich damit gleich auf der ersten Seite seines Tagebuchs als Exzentriker zu erkennen, dessen Sehnsucht nach Blassblau und Mattgrau wohl nur auf den Britischen Inseln gedeihen kann.

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