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Vor dem Totensonntag : Früher Beginn von Weihnachtsmärkten stößt auf Kritik

  • Aktualisiert am

Alle Jahre wieder: Der Frankfurter Weihnachtsmarkt ist der größte seiner Art in Hessen Bild: dpa

Einige Weihnachtsmärkte in Hessen beginnen in diesem Jahr schon vor dem Totensonntag. Die evangelische Kirche hält das für falsch – und macht einen Alternativvorschlag.

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          Der frühe Beginn der Weihnachtsmärkte sorgt in einigen hessischen Städten für Diskussionen. In Darmstadt, Fulda und Rüdesheim eröffnen die Märkte in diesem Jahr bereits vor dem Totensonntag. Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) kritisiert dies als „künstliche Ausweitung der Adventszeit“. Der Totensonntag sei eine kulturelle Errungenschaft und solle entsprechend gewürdigt werden. „Die Gefahr ist, dass wir sonst irgendwann soweit sind, dass es Schoko-Osterhasen zum Glühwein gibt“, sagte ein Sprecher.

          Eine Woche vor dem ersten Advent gedenken viele Protestanten am Totensonntag ihrer verstorbenen Angehörigen und Freunde. Aus Rücksicht auf diesen Tag starten die meisten Weihnachtsmärkte in Hessen erst danach. In diesem Jahr bleiben den Budenbetreibern zwischen Totensonntag und Heiligem Abend jedoch nur vier Wochen, um ihre Waren zu verkaufen. Der vierte Advent fällt genau auf den 24. Dezember.

          Der Markt in Fulda beginnt am 24. November. In der Tourismus-Hochburg Rüdesheim am Rhein startet der privat organisierte Weihnachtsmarkt der Nationen schon am 23. November. Das Hotel- und Tourismusgewerbe habe auf einen frühzeitigen Beginn gedrungen, sagte ein Sprecher. Der Markt mit rund 115 Ausstellern solle jedes Jahr gleich lang dauern. So hätten Aussteller und Sponsoren Planungssicherheit und vergleichbare Umsätze.

          So ganz ohne Vorweihnachtsstress

          „Das Problem ist nicht neu und fällt nicht überraschend vom Himmel“, teilte die EKHN mit. Alle Jahre wieder scheine die Adventszeit für den Handel zu kurz zu sein. Die kürzeren Laufzeiten der Weihnachtsmärkte seien bedauerlich, aber durchaus einplanbar. Die EKHN schlägt vor, dass die Märkte länger geöffnet bleiben. Aus dem Weihnachtsmarkt könne dann ein Neujahrsmarkt werden. In Kassel etwa seien die Stände bis zum 30. Dezember aufgebaut. Viele Menschen würden sicher gerne Zeit dort verbringen, essen und trinken und auch manches kaufen - ganz ohne Vorweihnachtsstress, sagte der EKHN-Sprecher.

          In Darmstadt beginnt der Weihnachtsmarkt am 20. November. Das Sortiment sei eher auf die Zeit vor Weihnachten ausgerichtet, sagte eine Sprecherin vom Darmstädter Citymarketing. Viele Schausteller seien außerdem Familienbetriebe, die die Zeit zwischen den Jahren nicht auch noch in ihren Verkaufsbuden, sondern lieber im privaten Kreis verbringen wollten.

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