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Ehe für alle : Wenn Gesetze schneller als Gedanken sind

  • -Aktualisiert am

Ein Jahr „Ehe für alle“: Mindestens 10.000 Schwule und Lesben haben seitdem geheiratet. Bild: dpa

Seit einem Jahr gibt es in Deutschland die Ehe für alle, für die nicht nur Aktivisten lange gekämpft haben. Ist der Kampf für die Gleichberechtigung vorbei?

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          Plötzlich stehen die vier Männer auf, zücken Messer, bedrohen die Fahrgäste, verlangen deren Wertsachen. Der Bus hält an, zwei Fahrgäste rennen raus, die Angreifer hinterher. Draußen nehmen die Bewaffneten die beiden Mitfahrer in den Schwitzkasten, schlagen auf sie ein und rufen: „Ihr Schwuchteln werdet eure gerechte Strafe noch bekommen. Ihr werdet umgebracht.“ Wenig später kommt die Polizei mit drei Fahrzeugen: die Rettung für Christian Gaa und seinen Kumpel.

          Die Täter hatten sich ihre Opfer gezielt ausgesucht: weil sie schwul sind. Die beiden Studenten waren auf dem Rückweg von einer Party in der Frankfurter Innenstadt. Sie gehen gerne feiern, aber das Nachtleben in der Mainmetropole ist für sie mitunter gefährlich, Gruppen beleidigen sie; wenn es schlimmer läuft, schlagen sie zu. Daher lautet ihr Credo: Geh lieber etwas schneller, halte die Augen nach vorne gerichtet und hab ein Ziel. „Das in so einer diversen Stadt wie Frankfurt sagen zu müssen ist schon ziemlich verkehrt“, sagt Gaa.

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