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Passender Adventskalender : 24 Türchen

  • -Aktualisiert am

Adventskalender: Nicht nur Kindern kann man damit eine Freude machen. Bild: dpa

Sie haben keinen Adventskalender? Ist nicht schlimm, lesen Sie stattdessen diesen Text. Sie haben schon einen Kalender? Gut, dann handelt dieser Text von Ihnen.

          6 Min.

          Haben Sie einen Adventskalender? Auf diese Frage eines Statistik-Institutes antworteten kürzlich unglaubliche siebenhundert von tausend Erwachsenen mit Ja. Außerdem wurden Erwachsene gefragt, die dieses Jahr Adventskalender verschenken wollten: Wer bekommt so einen von Ihnen? 47 Prozent antworteten: die Kinder. Fast genauso viele, nämlich 46 Prozent, sagten: mein Partner. Ihr Partner bekommt keinen und Sie auch nicht? Was hat das zu bedeuten? Sie leben umzingelt von Erwachsenen, die, bevor sie zur Arbeit fahren, Türchen öffnen, jeden Tag eins, und wenn sie mal nicht zur Arbeit fahren, so wie heute, auch eins. Noch zwei bis Heiligabend.

          Schon vor Monaten waren die Kalender in die Läden gekommen. Die Verkäufer stellten sie dorthin, wo die Kunden sie auf jeden Fall finden würden: in Supermärkten an die Kasse, in Schokoladen-Läden auf besondere Podeste, in Online-Versandhäusern auf die Startseite. Es gab Kalender, die so aussahen, als sollten sie Kindern gefallen, mit rodelnden Tierchen, dicken Weihnachtsmännern und so etwas. Drin war Schokolade. Aber gerade die teureren Kalender waren eindeutig für Erwachsene: das Modell „Petri Heil“ für Angler (79,90 Euro), der Kalender mit 24 Bio-Gewürzen (75,90), der mit Trüffelpralinen (26,90). Der Kopp-Verlag bot einen Bierdosen-Kalender an und schrieb dazu: „Es wird behauptet, dies sei der beliebteste Adventskalender bei Deutschlands Männern!“ Die Parfümerie Douglas nahm einen Lippenstift-Kalender ins Sortiment, „für den perfekten Look in der Vorweihnachtszeit“. Und dann gab es noch die Kalender, die man selbst befüllen kann mit 24 kleinen Geschenken.

          Warum freuen wir uns über Adventskalender?

          Was die Statistiker nicht gefragt hatten zum Thema Adventskalender, waren die eigentlich interessanten Fragen: Warum haben Sie einen Adventskalender, als Erwachsener? Warum verschenken Sie einen an Erwachsene? Im Laufe dieser Fragerei wäre der Statistiker, wenn er gefragt hätte, vielleicht ungemütlich geworden: langer Tag und irgendwie doch auch ungerecht, dass Statistiker so viel arbeiten müssen und Adventskalenderbesitzer so viel Zeit haben, sich befragen zu lassen. Also: Was hat das mit der Weihnachtsbotschaft zu tun, ist das nicht Konsumterror, müssen Sie jeden Unsinn mitmachen, erst Halloween und jetzt das?

          Keine Antwort. Macht aber nichts. Man kommt auch selbst drauf. Der Sinn der Sache ist, wenn alles gutgeht, Liebe. Kann natürlich auch schiefgehen.

          Eine Arbeitskollegin, sie ist 36, erzählte mir diese Woche, dass sie als Teenie mal ihrer besten Freundin einen Adventskalender gebastelt hat. Zum Geburtstag. Die Freundin hat am 4. April Geburtstag, und der Kalender ging bis Weihnachten. Es mussten also 265 Süßigkeiten rein. Die wurden in Großpackungen bei Aldi gekauft, einzeln eingewickelt in Geschenkpapier und dann in Schuhkartons verpackt. Karton April, Karton Mai und so weiter, neun Stück. Dazu gab es einen Kalender-Korpus, der am Beginn jedes Monats mit dem Inhalt des entsprechenden Kartons befüllt werden konnte. Warum hatte die Kollegin so ein Geschenk gemacht? „Als Kind hat man sich doch oft Sachen ausgedacht, die irre waren. Man fand einfach die Idee gut und hatte noch die Zeit, um das auch wirklich zu machen.“

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