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Dating-Portale : Welches Kunstwerk wären Sie gern?

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Die Liebe ist nicht leicht zu finden. Bild: dpa

Es ist Valentinstag: Horror für einsame Singles. Viele melden sich wieder bei Partner-Portalen im Internet an. Dort geben sie alles für das große Glück. Und verhindern es damit.

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          Liebe ist kein Zufall, verspricht die lächelnde Blondine auf dem Plakat. Sie wirbt mit dem Spruch für eine Partnervermittlung im Internet. In ganz Deutschland hängt ihr Gesicht, und überall dieselbe Verheißung: Auf Liebe muss man nicht warten. Liebe liegt in der eigenen Hand. Nur einen Klick entfernt. Ziemlich viele Menschen glauben der Blondine. Rund sieben Millionen Deutsche suchen im Internet nach einem Partner. Jede fünfte Beziehung beginnt heute online. Den Singles stehen über 2000 Anbieter zur Verfügung; es gibt Portale für einsame Dicke, einsame Schwule, einsame praktizierende Katholiken, einsame Großstadt-Hipster und für viele Einsame mehr.

          Diese Dating-Portale funktionieren fast alle nach demselben Prinzip: Der Single legt sich ein Profil zu und lässt sich dann von einem „Matching-Algorithmus“ passende Partner vorschlagen. Deren Profile guckt er sich in Ruhe durch wie Schaufenster bei einem Einkaufsbummel. Wenn eines gefällt, schickt er dem Profil eine Nachricht. So einfach. Man könnte denken: Wer da noch allein ist, muss ein Versager sein. Oder hat sein Schaufenster nicht hübsch genug gemacht. Denn wie sich die Singles darstellen, ist entscheidend. Es bestimmt darüber, ob andere sie anschreiben. Ein Portal wirbt für besonders eifrige Selbstbewerbung; angeblich erhalten „interessante, ausgefüllte Profile fünfmal mehr Anfragen“.

          Also will jeder ein hübsches Schaufenster sein. Dazu gehört natürlich ein tolles Foto: Die Menschen präsentieren sich beim Sport, vor einer internationalen Sehenswürdigkeit oder neben der schicken Karre. Die Kulisse ist mindestens so wichtig wie der Rest. Schwieriger ist es mit den Antworten auf die Standardfragen, die das Profil vorgibt: Welches Kunstwerk wären Sie? oder Was macht Sie glücklich? oder Wie verbringen Sie am liebsten Ihre Wochenenden? Das Herzstück bei der Seite „Elitepartner“ ist aber die Frage: Was ist das Besondere an Ihnen? Auf die antworten alle gleich: „Dass ich so humorvoll, flexibel und zuverlässig bin.“ Viele sind auch „kreativ“, „bewahren immer Ruhe“ oder können „gut zuhören“.

          Alle schreiben das gleiche

          Die Nutzer schreiben das hin, was alle schreiben. Weil sie denken, dass es gut ankommt. Wie Supermärkte, die alle gleich angeordnet sind, ordnen sich alle Persönlichkeiten gleich an. Das gilt sogar für die sonst so „individuellen“ Hipster-Singles: Auch sie haben alle dieselben Interessen (eigene Band, Kunst), arbeiten an denselben Orten (Event-Manager, Werbebranche, irgendwas mit Kommunikation), laden dieselben Bilder von sich hoch (lachend, im Gespräch, in der cool eingerichteten Wohnung oder im stylischen Büro). Wer richtig für sich wirbt, glaubt so auch Liebe zu erwerben.

          Dafür trainieren viele User schon täglich auf Facebook, Instagram oder Google+. Auch dort schreiben sie, was sie für cool halten. Sie laden die Bilder hoch, die zeigen sollen, dass sie ein tolles Leben führen. Mehrmals am Tag gehen sie online, prüfen ihren Status, feilen an ihrem Selbstbild. Das verändert sie. Sie sehen sich immer mehr durch die Augen der anderen User. Nicht durch ihre eigenen.

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