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Ehrenamt in der Notunterkunft : „Der Einsatz für andere ist höher als für einen selbst“

  • -Aktualisiert am

Offene Tür: In der Notunterkunft Lehrter Straße darf jeder übernachten, der nicht weiß, wo er sonst bleiben soll. Bild: Karsten Thielker

In den Notunterkünften der Berliner Stadtmission kümmern Ehrenamtliche sich um Obdachlose – eine Arbeit, die kaum jemand machen möchte. Was motiviert die Freiwilligen zu ihrem Dienst?

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          Es ist durchaus ein Job, den sehr wenige machen wollen. Auch ich hatte da vorerst Bedenken“, sagt Anna Behnke. Die Siebenundzwanzigjährige ist stellvertretende Leiterin der Notübernachtung Lehrter Straße in Berlin-Moabit. Beworben habe sie sich nicht, den Ort allerdings kannte sie durch ihre regelmäßige Freiwilligenarbeit für die Stadtmission der evangelischen Kirche, die der Träger der Notunterkunft ist – und sie mochte ihn. Händeringend wurde sie darum gebeten, hier anzufangen, weil sich weder Sozialarbeiter noch Quereinsteiger finden ließen. „Für Obdachlose fehlt ganz klar die Lobby“, sagt Behnke.

          Für eine Arbeit in der Notübernachtung muss man sich nicht nur entscheiden, sondern vielleicht sogar überwinden. Und dafür gibt es das Ehrenamt. In Deutschland steigt die Zahl der Ehrenamtler jährlich. Waren es 2014 noch gut dreizehn Millionen Menschen, lag die Zahl im vergangenen Jahr bei knapp sechzehn Millionen. Das sind knapp zwanzig Prozent der Bevölkerung, 27 Prozent davon sind berufstätig. Die Mehrheit ist über fünfzig Jahre und ein Viertel siebzig Jahre und älter.

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