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Start von „Heavy Falcon“ : Ein Sportwagen im All

  • -Aktualisiert am

Wird für immer um die Sonne kreisen: Elon Musks Sportwagen mit Dummyfahrer Bild: AP

Elon Musk lässt an Cape Canaveral die stärkste Trägerrakete der Welt starten – und gibt ihr als Nutzlast seinen eigenen Roadster mit. Das hat einen Grund.

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          Seit Dienstag fliegt ein metallic-roter Sportwagen durch den Weltraum. Am Steuer sitzt, vorschriftsmäßig angeschnallt, ein Mann in einem weißen Raumanzug. Der Fahrer lebt natürlich nicht, er ist ein Dummy namens „Starman“, aber das Auto ist echt. Noch vor wenigen Monaten fuhr es über die Freeways von Los Angeles, nun aber befindet es sich in einer Umlaufbahn um die Sonne und erreicht dabei eine Geschwindigkeit von Tausenden Kilometern pro Stunde.

          Bei dem Flitzer handelt es sich um einen Roadster, das erste Serienauto von Tesla, dem amerikanischen Hersteller von Elektrofahrzeugen. Der Wagen umrundet die Sonne nicht unter seinem eigenen Elektroantrieb. Vielmehr flog das Cabriolet an der Spitze der gegenwärtig stärksten Trägerrakete der Welt, einer Falcon Heavy, in seine Umlaufbahn. Diese mehrstufige Rakete des kalifornischen Privatunternehmens Space X war am Dienstag vom Cape Canaveral aus erfolgreich zu ihrem ersten Testflug gestartet.

          Normalerweise befinden sich bei Testflügen harmlose Gewichte im Nutzlastraum einer Rakete – schließlich geht es bei diesen Flügen darum, die Funktionsweise der Raketenmotoren und ihre Steuerungseinheiten zu testen. Die Idee, anstelle von nutzlosen Gewichten seinen eigenen Sportwagen ins All zu schicken, stammt von Elon Musk, der sowohl Tesla als auch Space X gegründet hat. Und wieder einmal hatte der exzentrische Unternehmer das richtige Gespür für öffentliche Wirkung: Astronomische 2,3 Millionen Nutzer erreichte der Sechsundvierzigjährige mit dem Youtube-Livestream zum Test seiner Rakete. Nach dem Stratosphären-Sprung von Felix Baumgartner ist es der zweiterfolgreichste Livestream der Youtube-Geschichte.

          Der Werbegag war gleichsam die Krönung des ersten Testflugs einer komplexen 70 Meter hohen Rakete, die wie aus einem Baukasten zusammengesetzt ist. Space-X hat schon seit Jahren Erfahrungen mit seinen Raketenmotoren vom Typ Merlin gesammelt. Vor zehn Jahren trug eine mit diesem Triebwerk ausgerüstete Rakete vom Typ Falcon-1 einen malaysischen Satelliten in eine Erdumlaufbahn. Später setzten Ingenieure des Unternehmens neun Merlin-Raketenmotoren zu einer Falcon 9 zusammen. Raketen dieses Typs bewiesen bei 47 erfolgreichen Nutzlastflügen ihre Zuverlässigkeit. Unter anderem trugen sie Versorgungsgüter zur Internationalen Raumstation.

          Das besondere an den Falcon-9-Raketen: Sie können zur Erde zurückkehren und nach einer erfolgreichen Landung wiederverwendet werden. Bis zu 22 Tonnen Nutzlast können sie in eine niedrige Erdumlaufbahn befördern, wie beispielsweise zur Internationalen Raumstation. Für höhere Umlaufbahnen oder Transferorbits für Flüge zum Mond oder den Planeten sind jedoch nur höchstens acht Tonnen möglich.

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