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Bundesweiter Warntag 2022 : Viele Handys bleiben stumm

Niedersachsen, Hannover: Auf mehreren Tafeln in der Innenstadt wird auf die Probewarnung am Warntag hingewiesen. Am 08.12.2022 um 11 Uhr wurde bundesweit die Infrastruktur zur Warnung der Bevölkerung getestet. Bild: dpa

Wie viele Smartphones am Donnerstag trotz Warntag stumm geblieben sind, ist noch unklar. Aber es waren einige. Der Präsident des Bundesamts für Katastrophenhilfe spricht trotzdem von einem Erfolg.

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          Die Erwartungen an den zweiten Warntag seit der Wiedervereinigung waren ohnehin niedrig. Dafür hatte der erste Warntag am 10. September 2020 gesorgt, der an vielen Bürgern geräuschlos vorbei gegangen war. Deswegen war es keine Überraschung, dass der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Ralph Tiesler, nach der bundesweiten Probewarnung am Donnerstag verkündete: „Nach vorläufigen Erkenntnissen war der bundesweite Warntag 2022 ein Erfolg! Das Zusammenspiel der einzelnen Systeme hat funktioniert. “

          Sarah Obertreis
          Redakteurin im Ressort „Gesellschaft & Stil“.

          Tiesler ließ dabei außer Acht, dass auf zahlreichen Handys keine Warnungen über das neue Cell-Broadcast-Verfahren angekommen waren. Um die Warnung pünktlich um elf Uhr zu erhalten, hätte nach Informationen des BBK und der Mobilfunk-Anbieter ein aktuelles Betriebssystem (von Android 11 an beziehungsweise von iOS 15.6.1 an) und Handyempfang genügen müssen. Da die Probewarnung auf der höchsten Warnstufe verschickt wurde, hätte sie auch Geräte erreichen müssen, die Test-Warnungen standardmäßig blockieren.

          Doch besonders Telekom-Kunden beschwerten sich am Donnerstag darüber, dass ihre Handys stumm geblieben seien. Eine Überlastung des Telekom-Netzes schloss ein Sprecher des Konzerns aus. Er erklärte: „Eine Überlastung konnte während und unmittelbar nach der Warnung nicht festgestellt werden.“

          Versäumnisse in der Kommunikation

          Nach weiteren möglichen Gründen für die ausbleibenden Warnungen befragt, erklärte eine Sprecherin des BBK: „Dazu haben wir keine Infos.“ Sie räumte Versäumnisse in der Kommunikation im Vorfeld des Warntags ein. Das BBK hatte die Bürger zwar darüber informiert, dass über Radio- und Fernsehsender, Sirenen und Warn-Apps wie Nina und Katwarn um 11.45 Uhr – 45 Minuten nach der Probewarnung – in der Regel eine Probeentwarnung erfolgte, nicht jedoch über Cell Broadcast.

          Die Deutsche Bahn beteiligte sich zwar an dem Warntag, sendete allerdings entsprechende Meldungen nur auf den Anzeigetafeln in den größten Bahnhöfen der Bundesrepublik wie München, Stuttgart oder Berlin.

          Zu möglichen Problemen der Warn-Apps hat das BBK noch keine ausreichenden Daten sammeln können. Nach ersten Erkenntnissen erreichten die Nutzer die Meldungen jedoch meist schneller als noch 2020. Damals waren die Warnungen mit einer 35 Minuten langen Verspätung angekommen. Unter www.warntag-umfrage.de sammelt das BKK noch bis zum 15. Dezember Erfahrungen der Bürger am Warntag 2022.

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