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Waldbrände : Hitzewelle schürt Angst vor weiteren Feuern

  • Aktualisiert am

Ein Wasserflugzeug bekämpft einen Waldbrand in Spanien Bild: dpa/dpaweb

Die Waldbrände wüten weiter. Zwar hat sich die Lage stellenweise entspannt, aber eine neue Hitzewelle verstärkt die Gefahr. In Portugal gibt es drei neue Opfer. Auch in Deutschland hat es gebrannt.

          Nach den katastrophalen Waldbränden hat sich die Lage in Portugal deutlich entspannt. Im mittleren Teil des Landes, der am stärksten betroffen war, brachte die Feuerwehr am Mittwoch die meisten Brände unter Kontrolle. Jedoch wird eine neue Hitzewelle erwartet, die Waldbrandgefahr würde damit erneut ansteigen.

          Trotz der Entspannung haben die Flammen drei weitere Personen das Leben gekostet. Rettungskräfte fanden am Mittwoch die Leichen einer Frau und eines Mannes in einem verbrannten Wald bei Bragança, teilte das nationale Koordinationszentrum zur Brandbekämpfung mit. Das Ehepaar im Alter von 40 und 45 Jahren sei vermutlich am Dienstag vom Feuer eingeschlossen worden. In Lissabon erlag ein 60jähriger seinen schweren Brandverletzungen. Damit stieg die Zahl der Waldbrandopfer in Portugal auf 14.

          Neue Feuer durch Blitzeinschläge

          Der Leiter des portugiesischen Katastrophenschutzes, Antonio Gualdino, sagte, derzeit würden noch sieben Brände bekämpft. Deutschlands Innenminister Otto Schily hat die Verlegung von drei Löschhubschraubern von Spanien nach Portugal angeordnet, um die Einsatzkräfte zu unterstützen.

          Auch in Spanien und Frankreich ist die Gefahr noch nicht gebannt. Im südfranzösischen Département Alpes-Maritimes haben die Waldbrände am Mittwoch weiterhin unkontrolliert gewütet. Ein Feuer bei Nizza sei in der Nacht fünfmal durch Blitzeinschläge wieder aufgeflammt, teilten Zivilschutzbehörden mit. Weiterhin kämpften Feuerwehrleute in den Départements Lozère und Var in teils unzugänglichen Gebieten gegen die Flammen an. Zwischen Saint-Tropez und Sainte-Maxime fiel in rund 50.000 Haushalten der Strom aus, weil ein Feuer das Stromnetz beschädigt hatte.

          Trauriger Rekord in Deutschland

          Nächtliche Gewitter lösten in Spanien weitere Brände aus. Allein in der Umgebung von Madrid wurden vier Feuer registriert, die jedoch größtenteils rasch gelöscht werden konnten. In Italien brachen an der Ligurischen Küste und auf der Insel Elba ebenfalls Feuer aus.

          In Deutschland haben die Waldbrände einen traurigen Rekord erreicht: „Wir haben im ersten Halbjahr 2003 jetzt schon mehr Waldbrände als im gesamten letzten Jahr“, sagte Staatssekretär Alexander Müller vom Bundeslandwirtschaftsministerium im ZDF-Morgenmagazin. Er warnte davor, leichtfertig mit Feuer umzugehen. Einen Strohballen anzuzünden sei kein Kavaliersdelikt, sagte er im Hinblick darauf, daß ein Viertel bis ein Drittel der Waldbrände vorsätzlich gelegt werde. Eine Folge von sieben Wald- und Feldbränden in Niedersachsen geht offenbar auf das Konto von Brandstiftern. Im oberfränkischen Pottenstein verbrannten außerdem am Dienstagabend rund 400 Quadratmeter Waldboden. Die Polizei geht davon aus, daß sich das Feuer selbst entzündet hat.

          Kanada ohne Hoffnung auf Regen

          In Brandenburg herrscht seit Mittwoch die höchste Waldbrandwarnstufe. Damit ist der größte Teil der märkischen Wälder gesperrt und darf weder betreten noch befahren werden. Grillen und auch Parken an angrenzenden Wiesen ist verboten, weil sich das trockene Gras durch heiße Auto-Katalysatoren entzünden könnte. Bei Verstößen drohen Strafen bis zu 50.000 Euro. In Nordbayern wurde die zweithöchste Warnstufe ausgerufen.

          Anhaltende Hitze und ausbleibender Regen haben auch in Kanada die Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Waldbrandkatastrophe im Westen Kanadas gedämpft. „Wir sehen keinerlei Regen voraus, und ohne Niederschläge können wir die Brände nicht stoppen“, sagte der Forstminister des Bundesstaates British Columbia, Steve Bachop. „Wir haben immer noch drei große Brände in der Nähe von Kamloops, die nicht unter Kontrolle sind.“ Windböen fachten die Brände weiter an. Nur die Hälfte der 10.000 Menschen, die ihr Zuhause verlassen mußten, hätten bislang zurückkehren können. In der Provinz gilt der Notstand.

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