https://www.faz.net/-gum-15jk1

Wal greift Pflegerin an : Tödlicher Zwischenfall im Seaworld-Park

  • Aktualisiert am

Bild: reuters

Ein Walbulle hat im Meerestierpark Seaworld in Orlando seine Trainerin getötet - vor den Augen der Zuschauer. Der Wal war bereits an mehreren Zwischenfällen beteiligt. Nur etwa ein Dutzend Seaworld-Mitarbeiter durfte überhaupt mit ihm arbeiten.

          Vor den Augen entsetzter Besucher hat ein Schwertwal im Freizeitpark Seaworld in Orlando eine Tiertrainerin angegriffen und getötet. Die 40 Jahre alte Frau wurde im Anschluss an eine Vorführung von dem Wal gepackt und in die Tiefe gerissen, wie der Park mitteilte. Der Bulle mit dem Namen „Tilikum“ war schon zwei Mal - 1991 und 1999 - an tödlichen Zwischenfällen beteiligt. Die Tierpflegerin Dawn Brancheau befand sich während einer Vorführung am Mittwoch zusammen mit „Tilikum“ auf der Plattform eines Meerwasserbeckens und massierte den 5450 Kilogramm schweren Wal. Der Wal sei plötzlich aus dem Becken gesprungen, berichtete die Augenzeugin Victoria Biniak. „Dann kam er zurück, schoss in die Luft hoch, packte die Dompteurin an der Hüfte und begann, sie herumzuwirbeln“, sagte sie dem Sender WKMG-TV. Die entsetzten Zuschauer wurden schnell herausgeführt, ein Teil des Parks wurde geschlossen. In allen Seaworld-Parks wurden die Orca-Shows abgesagt.

          Brancheau konnte nur noch tot aus dem Wasser geborgen werden. Nach Angaben von Seaworld ist sie ertrunken. Kein anderer Pfleger habe mehr Erfahrung mit „Tilikum“ gehabt als Brancheau, und sie sei eine der erfahrensten Trainerinnen überhaupt gewesen, sagte der Leiter des Dressurprogramms der Seaworld-Parks, Chuck Tompkins. Was mit „Tilikum“ geschehen sollte, sei noch nicht entschieden. Wegen seines Verhaltens in der Vergangenheit war es den Tierpflegern untersagt, sich zusammen mit diesem Wal in einem Becken aufzuhalten. Nur etwa ein Dutzend Seaworld-Mitarbeiter arbeiteten überhaupt mit „Tilikum“.

          Tödliche Zwischenfälle schon 1991 und 1999

          Der Experte Steve McCulloch vom Marine Mammal Research and Conservation Program der Florida Atlantic University sagte, vielleicht habe der Wal nur spielen wollen. „Das sind sehr große und mächtige Meeressäugetiere. Sie zeigen ein solches Verhalten auch in Freiheit.“ Schwertwale werden auch als Orcas bezeichnet; der wissenschaftliche Name der bis zu acht Meter langen Tiere lautet Orcinus orca.

          Orca „Tilikum“ beim Sprung aus dem Wasser. Das Tier tötete schon insgesamt drei Menschen, davon zwei Trainer.

          Der tödliche Zwischenfall am Mittwoch war nicht der erste derartige Angriff in einem Seaworld-Zentrum. Im November 2006 schnappte ein Schwertwal in der Seaworld von San Diego nach einem Dompteur und zog ihn mehrmals unter Wasser. Der Tiertrainer überlebte mit einem gebrochenen Fuß. Im Juli 1999 blieb ein Besucher nach der Schließung der Seaworld in Orlando in der Anlage. Er wurde später tot aus dem Becken mit „Tilikum“ geborgen. „Tilikum“ war außerdem einer von drei Orcas, die 1991 einen Dompteur im Sealand-Zentrum in der kanadischen Stadt Victoria töteten. Erst an Weihnachten war ein Orca-Trainer in einem Meerespark auf der Kanareninsel Teneriffa ums Leben gekommen. Der 29-Jährige stürzte, als der Wal „Keto“ während einer gemeinsamen Vorführung eine ungewöhnliche Bewegung machte.

          Weitere Themen

          Vergessenes Land Video-Seite öffnen

          Reise durch Ostdeutschland : Vergessenes Land

          In Thüringen, Sachsen und Brandenburg wird im Herbst gewählt. Den Regierungsparteien droht eine Schlappe. Die AfD kann auf Erfolge hoffen. Was ist da los? Eine Reise durch drei Bundesländer.

          Wenn Hunde Schlitten fahren Video-Seite öffnen

          Frankreich : Wenn Hunde Schlitten fahren

          Kürzlich konnte man in den französischen Alpen eine kuriose Schlittenfahrt beobachten. Höchst diszipliniert zeigten sich dabei die Vierbeiner.

          Topmeldungen

          Drängt er sich auf? James muss beim FC Bayern noch Überzeugungsarbeit leisten.

          Bayern München : Das seltsame Casting des James Rodriguez

          In München fragt man sich immer noch, ob aus James ein richtiger Bayer wird. Der Kolumbianer spielt als Leihspieler weiter zur Bewährung. Ein Weg zurück nach Madrid scheint freilich ausgeschlossen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.