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Vulkane : Ätna spuckt wieder Lava und Asche

  • Aktualisiert am

Der Ätna: Zahlen und Daten Bild: dpa

Nach Erdstößen und Ausbrüchen am Wochenende spuckte der Ätna auch am Montag breite Lavaströme und Asche.

          1 Min.

          Begleitet von mehr als 200 Erdbeben ist der Vulkan Ätna auf Sizilien am Sonntag zum ersten Mal seit über einem Jahr wieder ausgebrochen. Der mit 3.370 Metern höchste Vulkan Europas schleudert Lava und Asche aus mehreren Kratern in den Himmel. Am Montagmorgen öffneten sich weitere Krater, aus denen Lava sprudelte und in bis zu 200 Meter breiten Strömen zu Tal floss. Die Lavaströme, die sich ins Tal wälzten, waren bis zu 6 Meter hoch.

          Eine riesige Aschewolke erstreckte sich vom Vulkan bis zur nahe gelegenen Stadt Catania. Dunkler Staub fiel auf Straßen und Häuser. Die Menschen in der Stadt Catania schützten sich mit Regenschirmen vor dem „schwarzen Regen“. Der Flughafen Catania blieb weiterhin geschlossen, die Flüge wurden nach Palermo umgeleitet. In der Gemeinde Linguaglossa am Fuße des Ätnas bleiben die Schulen geschlossen. Der Bürgermeister ordnete aber ausdrücklich an, die Kirchen offen zu lassen, damit die Menschen beten könnten.

          Zu der Lava und der Asche kommen Erdstöße. Am Montag gab es fast direkt unter dem Vulkan ein neues Beben mit Stärke 3,8 der Richterskala. Am Wochenende war der stärkste Erdstoß kurz vor 4.00 Uhr morgens mit 4,2 auf der Richterskala gemessen worden. Dabei wurden zwei Hotels in der Ortschaft Piano Provenzana beschädigt.

          Lava des Ätna bahnt sich ihren Weg
          Lava des Ätna bahnt sich ihren Weg : Bild: dpa

          Millionenschäden durch Vulkanausbruch

          Die italienischen Behörden haben einen Krisenstab eingerichtet. Experten versuchten mit Schaufelbaggern, dem glühenden Strom einen sicheren Weg zu bahnen, damit keine Dörfer gefährdet werden. Das italienische Fernsehen berichtete, Vulkanologen beobachteten die Lage von einem Hubschrauber aus. Es sei jedoch nicht abzuschätzen, wie sich die Lage weiter entwickeln werde. „Der Riese ist böse“, hieß es.

          Bislang hieß es, Menschen seien nicht in Gefahr. Die vielen Beben, die mit dem Ausbruch einher gingen, versetzten jedoch Tausende in Angst und Schrecken. Viele Menschen seien nachts in Panik aus ihren Häusern geflüchtet, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Niemand sei jedoch zu Schaden gekommen. Italienische Zeitungen bezifferten jedoch den Schaden des Ausbruchs auf mehrere Millionen Euro.

          Erinnerung an den Ausbruch von 2001

          Der letzte große Ätna-Ausbruch hatte sich im Juli 2001 ereignet. Er hielt mehrere Wochen lang an. Ein riesiger Lavastrom zerstörte eine Seilbahn sowie einen Skilift und bedrohte zeitweise die am Fuße des Vulkans gelegenen Ortschaften Nicolosi und Belpasso. Die Lava kam jedoch vor dem bewohnten Gebiet zum Stillstand.

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