Vorwurf Fehldiagnosen : Der überaus beliebte Dr. Frankenstein
Ein ehrgeiziger Mann soll Ernst J.S. gewesen sein, ein Neurologe mit großem Potential, dem man schon nach dem Studium eine erfolgreiche Zukunft vorhergesagt hatte. In den Niederlanden, und nicht nur dort, galt er bald als Spezialist für Multiple Sklerose und Parkinson, er erarbeitete Leitfäden für Neurologen, war an wissenschaftlichen Studien beteiligt. Eine Koryphäe. Brauchte das Fernsehen einen Fachmann, wandte es sich an ihn. Er sah aus, wie man sich einen Arzt vorstellt. Seriös und dabei fotogen mit seinen gelockten Haaren. Patienten und Medien bezeichneten ihn als einen Mann, der das Herz an der richtigen Stelle habe. Leicht exzentrisch sei er gewesen, aber immer für die Patienten da, Tag und Nacht. Eine Geschichte gibt es, die Ernst J.S. früher einmal charakterisieren sollte: Ein Mann war nach einem Schlaganfall gelähmt. Zwei Jahre lag er in einem Krankenhauszimmer. Ernst J.S. kam jeden Tag zu ihm. Als der Mann starb, war er da. Anschließend veröffentlichte Ernst J.S. einen Nachruf. Er beklagte das Leid des Mannes.

