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Die Vermögensfrage : Familiengeführte Unternehmen haben viele Vorteile

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Erfolgreich: L’Oreal-Großaktionärin Liliane Bettencourt (Mitte) mit Tochter Francoise und Vorstand Jean-Paul Agon. Bild: dapd

Die längerfristig ausgerichtete Strategie der Unternehmen kann sich auch am Kapitalmarkt auszahlen. Vor allem in Krisenjahren haben sie mit größerer Stabilität überzeugt.

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          Die Skepsis gegenüber Indizes wie dem MSCI World oder dem Dax ist groß. Die Fondsindustrie entwickelt stetig neue Ideen, die aber nicht immer einfach zu verstehen sind und auf gewisse Zurückhaltung beim Anleger stoßen. Aber es gibt eine Alternative, die zwar nicht neu ist, aber verstärkt in den Fokus rückt, investieren in eigentümergeführte Unternehmen.

          Die Segmentierungen des Aktienmarktes erfolgen üblicherweise nach Ländern, nach Branchenzugehörigkeit oder nach Unternehmensgröße. Weniger beachtet dagegen ist die Eigentümerstruktur. Hier findet wohl ein Umdenkungen statt. Berichte über eigentümergeführte Unternehmen nehmen zu. Ganz aktuell hat der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) eine Untersuchung zu den deutschen mittelständischen Unternehmen veröffentlicht. Sie beruht auf 300.000 Bilanzen und den daraus abgeleiteten Kennzahlen. Danach haben diese Unternehmen seit dem Jahr 2003 ihre Gewinne aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit um 128 Prozent erhöhen können.

          Die großen Aktiengesellschaften schafften nur ein Plus von 97 Prozent. Besonders wichtig ist auch die Eigenkapitalquote, die bei den Mittelständlern jetzt bei durchschnittlich 25 Prozent liegt. Nach Expertenbefragungen von 413 Sparkassen setzt sich dieser positive Trend weiter fort. Der Mittelstand besteht weit überwiegend aus familien- oder inhabergeführten Unternehmen.

          Forschungsfeld „Family Businesses“

          Gibt es Erklärungen für diese Entwicklungen? Lassen sie sich in die Zukunft fortschreiben? Das ist ein Thema für die Wissenschaft. In den vergangen zehn Jahren haben sich mehr als 50 Universitätsinstitute mit dem Thema „Family Businesses“ und „Entrepreneurial Businesses“ beschäftigt. Auch die Fondsindustrie hat sich mit speziellen Fondsangeboten des Themas angenommen oder auch eigene Studien erstellt. Die UBS beispielsweise hat im vergangenen Jahr eine sehr umfangreiche Vergleichsstudie über zehn Jahre mit Schwerpunkt Europa und Asien erstellt, mit dem Ergebnis, dass von Familien kontrollierte Unternehmen eine bessere Wertentwicklung aufweisen. Dass es sich dabei nicht nur um kleine Unternehmen handelt, zeigen Namen, wie Wal-Mart, Google, Oracle und Facebook in den Vereinigten Staaten oder Novartis, Roche, L’Oreal, SAP und BMW in Europa.

          Mit Unterstützung von Bellevue Asset Management als Praxispartner forscht das Center for Family Business der Universität St. Gallen nach den Ursachen und Wirkungszusammenhängen, dass Aktienkurse von eigentümergeführten Unternehmen im Durchschnitt eine bessere Entwicklung gegenüber dem breiten Markt aufweisen. Bei den eigentümergeführten Unternehmen, gern auch in der Fondslandschaft als „Entrepreneurs“ bezeichnet, wird in der Wissenschaft, nach Meinung der Hochschule St. Gallen, zunehmend zwischen Gründerunternehmen und Familienunternehmen unterschieden. Erstere befinden sich in der Hand der Gründergeneration, in welcher Management und Eigentum meist eng aneinander gebunden sind. In Familienunternehmen trennen sich dagegen Führung und Eigentum über Generationen hinweg langsam auf.

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