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Die Vermögensfrage : Familiengeführte Unternehmen haben viele Vorteile

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Letztlich hat das auch Auswirkungen auf die Risikotragfähigkeit. Wenn man über Anlageentscheidungen nachdenkt, spielt die Risikoeinschätzung eine wesentliche Rolle. Von besonderem Interesse sind dabei Krisenjahre und wie sich einzelne Anlagen oder Anlageklassen jeweils in diesen Zeiten verhalten haben. Der CS Global Family Index weist für die Krisenjahre 2001 und 2002 sowie für 2008 für Familienunternehmen ein höheres Wachstum aus als der Vergleichsindex MSCI All Country World. Dies ist ein internationaler Aktienindex, der die Wertentwicklung von Unternehmen aus 23 Industrieländern und 23 Schwellenländern abbildet. Insbesondere die Ausstattung mit Eigenkapital ist hier von Bedeutung.

Krisensituation besser abfedern

Wie vom Institut für Mittelstandsforschung in einer Studie über die 4400 größten Familienunternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 50 Millionen Euro ermittelt wurde, wiesen die größten Familienunternehmen in Deutschland für das Jahr 2010 mit 34,4 Prozent eine sehr hohe Eigenkapitalquote aus. Dies wird insbesondere im Vergleich zur durchschnittlichen Eigenkapitalquote aller Unternehmen in Deutschland in Höhe von 29,3 Prozent für das Jahr 2010 deutlich. Auch der Wert, den die Deutsche Bundesbank für Unternehmen mit Jahresumsätzen von mehr als 50 Millionen Euro ausgibt, fällt mit 28,9 Prozent merklich geringer aus als die durchschnittliche Eigenkapitalquote der größten Familienunternehmen.

Kein automatischer Erfolgsgarant: Das Familienunternehmen Schlecker musste 2012 Insolvenz anmelden.
Kein automatischer Erfolgsgarant: Das Familienunternehmen Schlecker musste 2012 Insolvenz anmelden. : Bild: dpa

Eine höhere Eigenkapitalquote versetzt die eigentümergeführten Unternehmen eher in die Lage, wirtschaftliche Krisensituationen abzufedern und im Idealfall in schwierigen Zeiten antizyklisch agieren zu können und Krisen gegebenenfalls als Chancen nutzen zu können.

Soweit die Sonnenseite. Aber auch inhabergeführte Unternehmen können spezifische Nachteile aufweisen. Zu nennen sind familieninterne Konflikte insbesondere bei ungeklärter Unternehmensnachfolge oder bei Generationenwechsel, der möglicherweise mit einem Wechsel auch der Unternehmenskultur einhergeht. Auch die oft bestehende Abhängigkeit von der Kompetenz und dem Kapital der Eigentümerfamilie oder dem Gründer als Gallionsfigur bietet Potential für Wertverluste. Nicht zu vergessen Machtkämpfe in der Eigentümerschaft wie beispielsweise bei Porsche und Volkswagen mit herben Verlusten für die Aktionäre.

In allen Größen zu finden

Ein wesentlicher Faktor für Anlageentscheidungen sind deshalb die Beteiligungsverhältnisse der Eigentümer. Aus Sicht der Fondsmanagerin der Bellevue BB Entrepreneur-Fondsfamilie, Brigitte Olsen, sind ideale Konstellationen, wenn die Eigentümer zwischen 20 und 30 Prozent der Stimmrechte halten. Nach den Erkenntnissen der Hochschule St. Gallen kehren sehr hohe Stimmrechte der Eigentümer von mehr als 80 Prozent die Vorteile der inhabergeführten Unternehmen in Nachteile um.

Inhabergeführte Unternehmen sind in allen Größen zu finden. Insofern können die Investmentfonds aus einem breiten Angebot auswählen. In allen Unternehmensbereichen kommt dem Thema Nachhaltigkeit, also auch nachhaltiger Unternehmensführung wachsende Bedeutung zu. Das kann sicher vielen inhabergeführten Unternehmen zugeschrieben werden: Entrepreneure denken in Generationen nicht in Quartalen.

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