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Volkszählung : "Jedi-Ritter" irritieren australische Statistiker

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Nur ein Jedi von vielen: Meister Mace Windu alias Samuel Jackson.

Nur ein Jedi von vielen: Meister Mace Windu alias Samuel Jackson. Bild: AP

Die jüngste Volkszählung Down under offenbart Erstaunliches: 70.000 "Jedi-Ritter" leben in Australien.

          1 Min.

          Die Macht ist offenbar mit den Australiern. Die jüngste Volkszählung auf dem fünften Kontinent ergab, dass 70.000 bekennende "Jedi-Ritter" Down under leben. Die Ritter, sonst nur als Filmhelden der Science-fiction-Epen "Krieg der Sterne" bekannt, tauchten nun in der Statistik Australiens auf.

          70.000 Australier hatten auf die Frage nach ihrer Religion „Jedi“ eingetragen. Das sind nach Angaben des Statistischen Amtes immerhin 0,37 Prozent der 19 Millionen Einwohner Australiens. Die sich offenbar jener Film-Ideologie verbunden fühlen, wonach die Jedis Krieger für eine gerechte Sache sind, die ständig an ihrer persönlichen Vervollkommnung arbeiten.

          Kettenbrief als Auslöser

          Wahrscheinlicher ist jedoch, dass den Boom der edlen Ritter eine zirkulierende E-Mail ausgelöst hat. Darin wurden Fans der Science-fiction-Streifen aufgerufen, in Volkszählungen - außer in Australien auch in Neuseeland und Großbritannien - ihre Religion mit „Jedi“ zu bezeichnen. In Down under gelte, dass man als Religionsgemeinschaft offiziell anerkannt würde, wenn sich mehr als 10.000 Australier dem gleichen Ziel verschreiben. Leider fehlte die Information, dass die Statistiker mit solchen Entscheidungen absolut nichts zu tun haben und insofern keine Veränderungen im Sinne der Jedis herbeizuführen sein werden. Aber die sind ja schon in der Zukunft der Star-Wars-Serie ständig verfolgt und unterdrückt.

          Das Statistische Amt reagierte zwar umgehend auf den Kettenbrief und verwies energisch in der Presse auf bestehende Gesetze, die falsche Angaben im Zensus mit einer Geldbuße von 1.000 australischen Dollar (560 Euro) belegen. Doch ebenso wenig wie die Ritter im Film ihre Berufung verleugnen können, ließen sich die Fans der Serie von ihrem Glaubensbekenntnis abbringen.

          Und die Folgen?

          Auf der Webseite des Amtes hieß es nur, falsche Angaben gingen zu Lasten der Allgemeinheit. Begründung: Anhand der Informationen aus der Bevölkerung werde auch über Angebote an die Religionsgemeinschaften entschieden, etwa die Zahl der Kindergärten für Katholiken oder ähnliches. Ob nun die Zahl der Ausbildungstätten für Jedi-Ritter zunimmt, darüber konnte das Amt keine Angaben machen.

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